3 Folterwerkzeuge, mit denen Pferde gefügig gemacht werden

Folterwerkzeuge Pferde
Kein Pferd würde in der Natur einen Menschen auf seinem Rücken tragen, mit anderen Pferden um die Wette galoppieren oder – außer in extremen Fluchtsituationen – über hohe Hindernisse springen. Kein Pferd würde sich selbst vor eine Kutsche spannen, um Menschen durch die Gegend zu ziehen, oder die Hufe beim Laufen übermäßig hochheben, um besonders „elegant“ auszusehen. Dieses Verhalten zeigen Pferde im sogenannten Pferdesport nur aus einem einzigen Grund: weil sie dazu gezwungen werden.

Um Pferde zu einem solchen Verhalten zu „erziehen“ und sie gefügig zu machen, nutzen viele Reiter sogenannte Hilfsmittel, die für die Tiere jedoch nichts anderes als Folterinstrumente sind und ihren Willen brechen sollen. Egal, wie vermeintlich sanft ein Pferd mit der Gerte berührt oder den Sporen gepikst wird, oder wie angeblich tierfreundlich eine Trense sein soll – für das Pferd bedeutet das in jedem Fall eine unangenehme Situation, die erst aufhört, wenn es sich dem Willen des Menschen beugt. Im schlimmsten Fall führen solche Methoden zu schweren körperlichen Verletzungen und einer dauerhaften Stress- und Paniksituation beim Tier.

Beim Dressurreiten, Springreiten, bei Pferderennen oder Kutschfahrten stehen diese Folterwerkzeuge für Pferde an der Tagesordnung:

1. Trense

Die Trense ist das Mundstück des Zaumzeugs, welches dem Pferd auf den Kopf geschnallt wird. An beiden Seiten der Trense werden an Ringen die Zügel befestigt, mit denen der Reiter das Pferd lenkt. Das metallene Mundstück wurde früher nicht ohne Grund als „Trensenknebel“ bezeichnet – durch den Zug an den Zügeln übt sie Druck auf die empfindliche Zunge, die Mundwinkel, den Gaumen und die Kinnlade des Tieres aus. Dieser Druck wird bei einigen Trensen durch ihre Hebelwirkung noch verstärkt. Auch Stoffwechsel, Atmung und Herz werden durch die Gebisse beeinträchtigt, und die Pferde können unter großem Stress leiden. Wird eine zu große Trense benutzt, kann das Pferd mit dem Gebiss im Maul nicht kauen. Besonders unerfahrene Reiter können Pferden beispielsweise durch eine unruhige Hand oder zu scharfe Gebisse große Schmerzen über die Trense zufügen.

Viele Pferde leiden permanent unter Schmerzen, wenn sie eine nicht gut passende oder zu enge Trense tragen müssen, was fast immer beim Reiten oder bei Kutschfahrten der Fall ist. Das Foltergebiss führt außerdem nicht selten zu gesundheitlichen Problemen. Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben nachgewiesen, dass Gebisse eine dauerhafte Schmerzquelle sein können und das Verletzungsrisiko an Zunge, Unterkiefer, Lippen und Gaumen hoch ist. (1)  
 
Pferderennen

2. Reitgerte bzw. -peitsche

Im Pferdesport wird gerne gesagt, Gerten und Peitschen werden zur „Hilfengebung“ oder zur „Kommunikation mit dem Pferd“ verwendet – eine sanfte Umschreibung für einen Stock, der dafür gemacht wurde, die Tiere zu schlagen, zu treiben, zu erschrecken und zu verängstigen. Ob mit einem gezielten Schlag in die Seite oder an die Beine, einem lauten Knall auf den Boden oder einem hektischen Flattern vor den Augen des Fluchttiers werden die Pferde in die gewünschte Richtung des Reiters gelenkt. Aus Angst folgen sie den Befehlen des Reiters oder rennen regelrecht vor den Schmerzen davon, wie beispielsweise beim Pferderennen. Bei diesen Veranstaltungen erlauben die Verbände bis zu fünf Peitschenschläge pro Rennen. Das Pferd, das gezäumt und mit einem Menschen auf dem Rücken panisch neben anderen Pferden her rennen muss, darf also sogar noch mehrmals geschlagen werden, damit es noch schneller läuft.

Folterwerkzeuge Pferde

3. Sporen

Sporen sind Metallstücke mit einem Dorn oder Rädchen, die der Reiter an seinen Stiefeln befestigt. Damit sticht er dem Pferd in die überaus empfindliche Bauchhaut, um es schneller voranzutreiben. Wenn sich das Pferd dem Willen des Reiters widersetzt, werden Sporen auch als Zwangsmittel verwendet, um das Pferd gefügig zu machen. Sporen verursachen bei den Pferden nicht nur ein unangenehmes Piksen, sie verletzten die Tiere regelrecht. Spitze Sporen fügen ihnen blutende Wunden zu, und stumpfe Sporen führen zu Traumen unter der Haut. Ist der Reiter sehr unerfahren und reitet mit unruhigen Beinen auf dem Pferd, kann es sein, dass die Sporen ungewollt dauerhaft in den Bauch des Tieres stechen und es verletzten. Im Reiterjargon spricht man von „Sporenlöchern“ – was nichts anderes beschreibt als die Folge einer schrecklichen Tierquälerei.
 
Folterwerkzeuge Pferde

Was Sie tun können

All diese „Hilfsmittel“ werden bei Pferdesportveranstaltungen wie Springturnieren oder Pferderennen benutzt, um die Pferde zu der vom Reiter verlangten Leistung zu zwingen. Die Veranstalter gestatten die Verwendung dieser Folterinstrumente sogar. Und Methoden, die vom Veranstalter verboten werden, werden dennoch hinter verschlossenen Türen von den Reitern angewendet.

Besuchen Sie daher niemals eine solche Veranstaltung und klären Sie auch Freunde, Familie und Bekannte über die tierquälerischen Methoden auf, mit denen die Pferde im Pferdesport zu unnatürlichen Handlungen gezwungen werden.




Quellen:

(1) Elisabeth Engelke; H. Gass: Zur Lage unterschiedlicher Trensengebisse im Pferdemaul, https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiU77vPpajkAhVMsKQKHVWfAqYQFjAAegQIARAC&url=http%3A%2F%2Fwww.hippiatrika.com%2Fdownload.htm%3Fid%3D20020405&usg=AOvVaw3tuv4fqTCDsv1KLMklBijm, zuletzt eingesehen am 29.08.2019