Illegalen Welpenhandel auf Internetplattformen stoppen

Über Ebay Kleinanzeigen und auf vielen weiteren Plattformen werden im Internet tagtäglich hunderte Hundewelpen in ganz Deutschland angeboten. Die meisten Tiere stammen aus osteuropäischen Vermehrerzuchten, in denen sie schrecklichen Qualen ausgesetzt sind.
Jeder Händler oder Züchter kann sein Tier völlig anonym auf Ebay Kleinanzeigen inserieren. Dies kurbelt das kriminelle Geschäft mit den Tieren an, die häufig viel zu jung von ihrer Mutter getrennt werden.
Auf Ebay Kleinanzeigen findet man tagtäglich hunderte Welpen, die von anonymen Verkäufern angeboten werden.
Auf Ebay Kleinanzeigen findet man tagtäglich hunderte Welpen, die von anonymen Verkäufern angeboten werden.


Der Handel mit den Jungtieren im Internet boomt. Nicht selten sind die kleinen Welpen schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die langen Transportwege aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die kleinen Tiere extrem. Manche von ihnen sterben nach kurzer Zeit in ihrem neuen Zuhause.
 
Nach der Kontaktaufnahme über ein Onlineportal werden die Tiere häufig auf Parkplätzen, in Wohnzimmern oder auf Bahnhöfen an ihren neuen „Besitzer“ verkauft – oft zu Spottpreisen und mit gefälschten Heimtierausweisen.
Häufig stammen die Hunde von sogenannten Polenmärkten, auf denen die Tiere verkauft und dann nach Deutschland transportiert werden.
Häufig stammen die Hunde von sogenannten Polenmärkten, auf denen die Tiere verkauft und dann nach Deutschland transportiert werden.
 

Welpenmafia - Der Undercover-Fall

Eine Undercover-Recherche konnte nun erneut eines der skrupellosen Geschäfte der Welpenmafia aufdecken. Durch eine Anzeige auf Ebay Kleinanzeigen wurden wir auf diesen jungen „reinrassigen“ Golden-Retriever-Welpen aufmerksam. Ohne Impfung wurde der Hund für 900 € angeboten. Wir kontaktierten den Verkäufer des jungen Welpen undercover. Kurze Zeit später wurde ein Treffen vereinbart, bei dem der Hund direkt am Bahnhof Wedding verkauft werden sollte.
 
Berlin Wedding gilt als Hotspot der Welpenmafia – hier werden Hundewelpen regelmäßig zu absoluten Billigpreisen verkauft. Der Preis für einen „Rassehund“ liegt im Schnitt bei 180 € bis 1.000 €.

 
Der kleine Rüde war völlig verwurmt und geplagt von Flohstichen.
Der kleine Rüde war völlig verwurmt und geplagt von Flohstichen.


Um nicht aufzufallen, beauftragten wir eine junge Frau, die sich als vermeintliche Käuferin des jungen Hundes ausgab. Auch die Berliner Polizei wurde informiert und observierte die Situation gemeinsam mit einem unserer Aktivisten vor Ort. Ohne Fragen zu stellen, wollte die Verkäuferin den kleinen Welpen schnellstmöglich unserem „Lockvogel“ übergeben. Nun konnte die Polizei direkt zugreifen.
Der junge Mischlingswelpe, der kaum acht Wochen alt war, zeigte einen erbärmlichen Gesundheitszustand. Von Flohstichen übersäht, kränklich, völlig verwurmt und viel zu früh von seiner Mutter getrennt. Das traumatisierte Tier befindet sich nun in der Amtlichen Tiersammelstelle des Berliner Tierheims, in der er liebevoll aufgepäppelt wird. Von der Mutterhündin fehlt jede Spur. Das Foto des vermeintlichen Muttertiers war, wie die Verkäuferin zugab, aus dem Internet geklaut, um einen seriösen Eindruck zu machen.
 

Was passiert mit der Händlerin?

Der Verkäuferin des Welpen drohen nun etliche hundert Euro Strafe und ein gesondertes Ermittlungsverfahren wegen Betrug bei der Staatsanwaltschaft Berlin. Die Kosten für den Transport, die Unterbringung und die tierärztliche Behandlung des kleinen Rüden werden der Frau in Rechnung gestellt.
Der junge Welpe wird nun im Berliner Tierheim aufgepäppelt, bis er vermittelt werden kann.
Der junge Welpe wird nun im Berliner Tierheim aufgepäppelt, bis er vermittelt werden kann.
 


Die Situation der Vermehrerhunde


Häufig kommen die jungen Hundewelpen aus Osteuropa (vermehrt aus Polen, Rumänien, Ungarn, Tschechien). Hier werden die Muttertiere auf Welpenfarmen wie Gebärmaschinen behandelt. Die Tiere leiden dort tagtäglich Höllenqualen. Teils sitzen sie ohne Tageslicht in engen Käfigen, in ihren eigenen Fäkalien, oftmals geplagt von schlimmen Hautkrankheiten. Viele von ihnen sind schwer krank, voller Würmer und unterernährt. Die Muttertiere erfüllen in ihrem kurzen Leben nur einen Zweck – dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie nicht mehr produktiv genug oder zu alt, werden sie skrupellos erschlagen oder ausgesetzt. Denn in diesem erbarmungslosen Geschäft zählt das einzelne Individuum nicht. Einzig der Profit macht den Handel mit der „Ware Tier“ so lukrativ.
Viele Welpen aus Vermehrerzuchten sterben aufgrund von Infektionen und Krankheiten früh.
Viele Welpen aus Vermehrerzuchten sterben aufgrund von Infektionen und Krankheiten früh.
 


Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Auch wenn ein Tier nur aus Mitleid gekauft wird, veranlasst der Kauf, dass weiterhin Tiere unter solch schrecklichen Bedingungen in Vermehrerfarmen gehalten werden und tagtäglich schrecklich leiden.
Zudem nimmt jedes gezüchtete Tier einem Tier aus dem Tierheim den Platz auf ein neues Zuhause. 

Was Sie tun können

  • Kaufen Sie niemals einen Hund, ob auf einer Internetplattform oder beim Züchter „von nebenan“. Den Vermehrern geht es nur ums Geld, das Tierwohl wird mit Füßen getreten.
  • Wenn Sie bereit sind, einen tierischen Mitbewohner aufzunehmen, sollte der einzige und richtige Weg immer ins Tierheim führen. Hier warten viele große, kleine, junge und alte Tiere auf eine zweite Chance im Leben.