Menschenzoos: Früher wurden Menschen in Zoos ausgestellt

Ausbeutung und Zurschaustellung von Menschen in Menschenzoos

Es ist ein dunkles Kapitel der Geschichte, von dem Sie möglicherweise noch nie gehört haben: Bis zum Jahre 1958 wurden Menschen in sogenannten Menschenzoos ausgestellt. – Ja, richtig gelesen. Die oft umzäunten Bereiche waren nicht selten zwischen Tierkäfigen platziert. Gelegentlich mit dem Hinweis: „Bitte nicht füttern.“
 
Bereits Christoph Kolumbus verschleppte hunderte Ureinwohner Amerikas nach Europa und stellte sie auf spanischen Jahrmärkten aus. Die meisten Ureinwohner überlebten diese Überfahrt nicht. Die „Blütezeit“ der Menschenzoos läutete der Tierhändler Carl Hagenbeck im Jahre 1874 ein, indem er der Welt seine erste Völkerschau präsentierte.
 
Für seine Völkerschauen verschiffte er „exotisch“ aussehende Menschen gemeinsam mit Tieren und Gegenständen nach Europa und baute Zoo-Lebenswelten, die meist wenig bis gar nichts mit der Realität zu tun hatten. Dadurch aktivierte er bereits verankerte Klischees. Die Zoobesucher waren an möglichst „wilden“, „unzivilisierten“ Menschen in ihrer „natürlichen“ Umgebung interessiert (oder das, was man eben dafür hielt). Hagenbeck inszenierte genau das. Besonders viel Geld machte er, wenn er entblößte Frauen, Schwangere oder Menschen mit körperlichen Fehlbildungen zeigte.
 
Wissenschaftler der damaligen Zeit nutzten diese unwürdigen und menschenverachtenden Menschenzoos für ihre Zwecke. Sie führten die Rassenlehre ein, in der Menschen mit weißer Hautfarbe einen Ehrenplatz erhielten und andere Kulturen als minderwertig angesehen wurden. Zudem spielten sie dem Kolonialismus in die Hände. Mithilfe der falschen und herabwürdigenden Darstellungen wurde begründet, warum man diese Kulturen „retten“ und sich selbst vor ihnen „schützen“ müsse. Die Menschen hinter Gitter zu stecken, symbolisierte Macht und Überlegenheit.
 

Das große Geschäft mit dem Leid anderer

Wie heute noch Wildtiere, wurden damals Menschen wie emotionslose Ausstellungsstücke begafft. Auch wenn mit dem Mensch-Tier-Vergleich sensibel umgegangen werden muss, so macht ein Blick auf die Geschichte der Zoos vielleicht begreiflich, wie verwerflich es ist, an dem Leid fühlender Lebewesen zu verdienen. Tiere werden auch heute noch in realitätsfremden Gefängnissen inszeniert – und das ihr Leben lang. Dabei möchten auch sie ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit führen. In Gefangenschaft sind sie schwerem seelischem Leid ausgesetzt. Viele entwickeln Stereotypien oder verstümmeln sich selbst.
 
Wir sind der Auffassung, dass auch Zoos mit Tieren endlich schließen müssen, da diese würdelosen und artwidrigen Zustände in keine aufgeklärte und mitfühlende Gesellschaft passen. So wissen wir doch, wie intelligent und hochsensibel Tiere sind.
Es kann nicht sein, dass die eigene kurzweilige Unterhaltung auch heute noch über das ganze Leben und das Leid von anderen gestellt wird.

Bitte lassen Sie uns das Kapitel endgültig schließen: Besuchen Sie keine Zoos und informieren Sie Ihre Bekannten und Freunde!

Unsere Autoren

Isabella Binder

Als Grafikerin und Content Producer kämpft Bella für die Rechte ALLER Tiere.