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Emmy Russ posiert mit Tigerbaby für Fashion-Shooting

Schon wieder wurde ein Wildtier für ein Videoshooting missbraucht: Am 25. Januar 2022 war in den Instagram-Storys der TV-Darstellerin Emmy Russ zu sehen, wie sie für die Fashionmarke Dr. Sindsen mit einem Tigerbaby posierte. Das Tierkind zieht an seinem Halsband, wirkt in einigen Aufnahmen sichtlich unruhig und wird von Russ bedrängt. Tiger sind keine Accessoires und sollten nicht für Promotionszwecke missbraucht werden!

Marken-Inhaber rechtfertigt das Tiershooting

Eric Sindermann, Inhaber der Marke Dr. Sindsen, postete ebenfalls Storys mit dem Tiger und reagierte kurze Zeit später auf Kritik, die er offenbar von vielen Menschen für das Tiershooting erhielt. Laut Angaben der Filmtieragentur Mawil Movie Animals sei das Tigerbaby aus schlechter Haltung „gerettet“ worden. Die Agentur habe das Tierkind einem französischen Zirkus abgekauft, in eine „vernünftige“ Anlage überführt und würde immer auf das Wohl der Tiere achten. In einer weiteren Instagram-Story sagt er lachend:

„Wenn ihr das heute mit dem Tiger schlimm fandet, werdet ihr mich noch viel schlimmer finden, wenn ihr das komplette Video gesehen habt.“

Eric Sindermann, Inhaber der Marke Dr. Sindsen

Wir von PETA Deutschland haben uns an Sindermann gewandt und ihn darüber aufgeklärt, dass Wildtiere niemals freiwillig in Videos auftreten und ein Studio mit seinen hellen Lichtern, lauten Geräuschen und in der Regel großen Menschenmengen keine geeignete Umgebung für Tiger ist – erst recht nicht für ein Tierkind, für das diese Erfahrung höchst furchterregend sein muss. In der Natur verbringen Tigerbabys ihre ersten zwei Lebensjahre zusammen mit ihren Müttern. In der Unterhaltungsindustrie jedoch werden die Babys ihren Müttern meist kurz nach der Geburt unter Vorwänden weggenommen, um sie an den Umgang mit Menschen zu gewöhnen. Tiere sind nicht dazu da, für Unterhaltungszwecke missbraucht zu werden.

„Gerettete“ Tiere: Eine Masche der Unterhaltungsbranche

Sindermann antwortete uns in einer Nachricht, er würde unsere Sorge verstehen, rechtfertigte das Tiershooting jedoch weiterhin mit der Begründung, dass das Tigerbaby zu nichts gezwungen wurde und es ihm während des Shootings vermeintlich gut ging.

Wir finden es gut, dass Sindermann sich um das Wohlergehen des Tigers sorgt. Ihm scheint dabei jedoch nicht bewusst zu sein, dass die fadenscheinige Behauptung, die Tiere seien „gerettet“ oder in einer Art „Reservat“ oder „Auffangstation“ untergebracht, von der Unterhaltungsbranche schon lange als Masche genutzt wird, um arglose Menschen zu täuschen. Allerdings würde keine seriöse Auffangstation eine direkte Interaktion zwischen Mensch und Wildtier zulassen oder ihre Schützlinge für Shows oder Fotos zur Verfügung stellen. Wer geretteten Tieren wirklich helfen will, benutzt sie daher nicht für ein Shooting.

Immer mehr Wildtiere werden als Accessoires für Shootings missbraucht

Leider reihen sich Emmy Russ und Eric Sindermann in eine lange Reihe von Influencer:innen, Rapper:innen und anderen Prominenten ein, die Tiger und andere Wildtiere für Videos und Fotoshootings missbrauchen. So bewarb erst im Dezember YouTuber Nahim Sky seine Modemarke mit einem Tiger und Deutschrapper wie Kollegah, Azet und Capital Bra drehten Musikvideos mit einem Tiger als lebender Requisite. Auch Mike Singer benutzte eine Schlange von Mawil Movie Animals für einen Videodreh und Rapperin Antifuchs shootete mit einem Tier der Filmtieragentur.

Was Sie tun können

Kaufen Sie keine Kleidung von Marken und unterstützen Sie keine Musiker:innen, die Wildtiere wie Tiger für Promotionszwecke missbrauchen. Klären Sie auch Ihr Umfeld darüber auf, dass kein Tier jemals freiwillig an einem Shooting teilnimmt und machen Sie darauf aufmerksam, dass Tierausbeuter:innen nicht unterstützt werden sollten. In Zeiten von Animationstechnik ist es kein Problem, Videos und Grafiken mit Tieren zu erstellen, ohne dass dafür echte Tiere leiden mussten.