#GivingTuesday: Hilf traumatisierten Tieren
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Ukraine: Tiere werden ganz leise, sobald die Sirenen angehen

Nach wie vor ist ein Team von PETA Deutschland in den Grenzgebieten und den umkämpften Gebieten der Ukraine aktiv, um Menschen und Tieren zu helfen. Täglich überschlagen sich dabei die Ereignisse. Nicht nur die Menschen, auch Hunde, Katzen, Pferde und viele andere Tiere leiden – meist still, vor allem dann, wenn die Sirenen aufheulen und die nächsten Bomben ankündigen. Dank Ihrer Spenden können wir weiterhin dringend benötigte Hilfe vor Ort leisten und gegen das unvorstellbare Leid vorgehen.

„Hunde und Katzen werden bei den Sirenen ganz leise“

Unser Team berichtet von seiner Reise zu unserer ukrainischen Partnerorganisation Animal Rescue Kharkiv in die umkämpfte Stadt Charkiw sowie in südöstlich liegende, zerstörte Dörfer. Dort rettet das Team zurückgelassene und verletzte Tiere und verteilt Nahrung an die noch verbliebenen Einwohner:innen, die alles geben und viel Mut aufbringen, um damit all die hungernden Hunde und Katzen zu versorgen.

„Es ist unbegreiflich, das alles hier live zu sehen. Es ist eine Sache, davon zu hören oder mit den Tierschützer:innen zu sprechen, wenn sie uns Tiere zu unserer Rettungsstation im Grenzgebiet von Ukraine und Ungarn bringen. Aber hier mitten im Kriegsgebiet, hier in Charkiw, ist alles noch einmal anders. Es ist sehr emotional. Der Krieg ist sehr nah. Als wir beim Hauptstützpunkt von Animal Rescue Kharkiv bei den vielen Tieren waren, ging der Luftalarm los. Die Hunde und Katzen werden bei den Sirenen ganz leise – gerade so, als würden sie sich unauffällig verhalten wollen, damit ihnen nichts passiert. Uns kamen die Tränen, die Situation der Menschen und Tiere ist sehr berührend.

Katze sitzt auf kaputtem Auto in Kharkiv Ukraine
Geretteter Hund aus der Ukraine
Zerbombtes Haus in Kharkiv Ukraine
Hunde auf der Strasse in Kiev Ukraine
Gerettete Katzen aus Kharkiv in Ukraine
Geretteter Hund aus Kharkiv Ukraine
Gerettetes Huhn aus der Ukraine
Viele Katzen in einem engen Flur in Kharkiv Ukraine

Es gibt so viele Tiere, die hier auf engstem Raum leben, fast alle sind krank und verletzt, ausgezehrt – und das sind die Hunde und Katzen, die Glück haben, denn das Team der lokalen Tierschützer:innen kümmert sich rund um die Uhr darum, mehr Tiere zu retten und sie alle nach besten Kräften zu versorgen. Ihr Tierheim wurde von Bomben zerstört – daher sind alle Tiere im Büro. Die Helfer:innen sind rund um die Uhr unterwegs. Sobald man die Straße betritt, um Tiere zu retten und Nahrung zu verteilen, die PETA für Hunde, Katzen und Pferde bringt, tauchen neue kranke und verletzte Tiere auf. Im Krieg mangelt es an allem zu jeder Zeit.“

Animal Rescue Kharkiv: „Wenn du stirbst, bekommst du es vorher nicht mit“

Bis einen Kilometer wagen sich die Tierschützer:innen zusammen mit uns von PETA Deutschland an die Frontlinie in der Nähe von Charkiw heran. Alle sind mit Schutzwesten und Helmen ausgestattet. Es handelt sich um Sperrgebiet, in dem fast nur Militär unterwegs ist – abgesehen von ein paar letzten Anwohner:innen. Man darf auf den kaputten Straßen nicht anhalten, erst wenn man am Ziel ist. Die Straßenränder sind gesäumt von vollkommen zerstörten Häusern und ausgebrannten Panzern, die in Vorgärten stehen. In der Luft liegt der Geruch von verbrannten Leichen.

Es fallen dauerhaft Bomben und Raketen. Alle müssen gut aufpassen, um nicht aus Versehen auf eine der vielen ausgelegten Minen in den Dörfern zu treten. Vor allem in den abgelegenen Gebieten sind überall Tiere – alle sind hungrig. Sie kommen zu unserem Team, sobald sie menschliche Stimmen hören – ein Hund springt unseren Tierschützer:innen direkt in die Arme. Er spürt: Endlich ist die Rettung da! Es wirkt fast so, als würden sich die Tiere untereinander sagen, dass Menschen da sind, die ihnen helfen. Es ist berührend zu sehen, wie es mehr und mehr werden. Alleine an diesem einen Tag rettet unser Team 16 Tiere – mit dem Versprechen, dass ihr Leben ab jetzt wieder schön wird.

Völlig verängstigter Hund versteckte sich in zusammengefallenem Schrank

Jeden Tag bekommt Animal Rescue Kharkiv Adressen von flüchtenden Menschen übermittelt, an denen Tiere zurückgelassen wurden, die nun gerettet werden müssen. Wie zum Beispiel drei Katzen, die unser Team aus einer zerstörten und vollkommen mit Fäkalien verschmutzten Wohnung holen konnte. Oder drei Hunde, die in einem Garten lebten und von einem letzten verbliebenen Nachbarn notdürftig ernährt wurden.

Durch Zufall wird unser Team während dieser Rettungsaktion auch auf einen Hund aufmerksam, der sich in einem nahezu zerstörten Haus in seiner Panik in einem halb zusammengefallenen Schrank versteckt hat. An seinem Hals hat sich eine schwere Kette ins Fleisch gerissen, die Haut ist völlig entzündet. Der Hund muss furchtbare Schmerzen haben. Unser Team nimmt ihn mit und bringt auch ihn in eine Tierklinik bei Charkiw, die noch Kapazitäten hat.

Hund versteckt sich im Kamin
Hund mit Wunde am Hals
Geretteter Hund aus Kharkiv Ukraine mit PETA Mitarbeiterin
Zerbombtes Haus in Kiev Ukraine
Gerettete Katze aus Kharkiv Ukraine mit verletztem Auge
Geretteter Hund aus Kiev Ukraine
Zerbombtes Haus in Kiev Ukraine
Hunde hinter einem Zaun in Kiev Ukraine
Gerettete Katze aus der Ukraine

In der Region leben überwiegend alte und sehr herzliche Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Sie kümmern sich rührend um die heimatlosen Tiere und versorgen sie mit der Nahrung, die PETA jeden Monat aufs Neue weiter an Organisationen wie Animal Rescue Kharkiv sendet.

Unterstützen Sie unsere Arbeit in der Ukraine

Dank Ihrer großzügigen Unterstützung sind wir gemeinsam mit Animal Rescue Kharkiv in der Lage, unzählige Leben zu retten. Helfen Sie uns weiterhin. Mit einer Spende können wir nicht nur weitere Tiere aus den Kriegsgebieten retten, sondern auch weitere Tierkliniken und die oft zerstörten Tierheime wieder aufbauen.