Illegaler Welpenhandel: 69 Hundebabys in Transporter entdeckt

welpen in einer hundebox
Symbolbild

Wieder einmal wurden die kriminellen Machenschaften des Welpenhandels und das damit verbundene Tierleid aufgedeckt. In der Nacht auf den 5. Januar 2022 kontrollierte die Autobahnpolizei nahe Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) einen Transporter und entdeckte dabei 69 Hundewelpen. [1] Die Tierbabys waren im Laderaum dicht an dicht eingepfercht, kamen ursprünglich aus Ungarn und sollten mutmaßlich über Tschechien nach Belgien geschmuggelt werden. Die Welpen befanden sich teilweise in einem schlechten gesundheitlichen Zustand.

Polizei beschlagnahmt Welpen und ermittelt gegen Fahrer

Die Polizei schaltete das Veterinäramt ein und ließ die geschwächten Welpen tierärztlich untersuchen. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass nicht alle Hundebabys dieselben Impfungen hatten. Die Welpen wurden beschlagnahmt und in umliegende Tierheime verteilt, wo sie aufgepäppelt und unter anderem gegen Giardien, Kokzidien und Würmer behandelt werden.

Gegen den 51-jährigen Fahrer und den 48-jährigen Helfer wird nun wegen Urkundenfälschung und Verstößen gegen die Hundeeinfuhrverordnung ermittelt.

Viele Welpen überleben den illegalen Handel nicht

Belgien ist der Hauptumschlagplatz für Welpen aus Osteuropa. Jährlich werden ca. 35.000 Welpen aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien eingeführt. Die in sogenannten Petshops angebotenen Hundebabys stammen meist von Züchter:innen, die die Muttertiere als Gebärmaschinen missbrauchen, um Profit zu machen. Die Mütter werden auf Welpenfarmen in Käfigen gehalten, müssen in ihren eigenen Fäkalien leben und leiden meist unter Hautkrankheiten und Parasitenbefall. Wenn sie keine Welpen mehr gebären können, werden sie getötet oder ausgesetzt.

Viele der Welpen sind nicht registriert, haben keinen ausreichenden Impfschutz, sind schwer krank und von Parasiten befallen – viele von ihnen sterben nur wenige Tage, nachdem sie in ihrem neuen Zuhause angekommen sind. Die Transporte aus fernen Ländern schwächen die Tierbabys zusätzlich.

Der Welpenhandel muss gestoppt werden!

Wir von PETA Deutschland fordern härtere Strafen für illegale Welpenhändler:innen und setzen uns für eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht ein.

„Der Fall in Eschweiler macht einmal mehr deutlich, dass wir dringend schärfere EU-Gesetze und Kontrollen benötigen, die diesen Handel stoppen. Tierhändler:innen müssten zudem härter bestraft werden, um das skrupellose Geschäft mit Tieren als Ware zu beenden.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Adoptieren statt kaufen

Bitte kaufen Sie niemals einen Hund, sondern geben Sie einem Vierbeiner aus dem Tierheim oder Tierschutz ein neues Zuhause. Nicht nur der Kauf eines Welpen aus dem Ausland verursacht großes Tierleid, auch beim vermeintlich „seriösen Züchter von nebenan“ werden immer wieder schreckliche Zustände aufgedeckt. Den Züchter:innen geht es dabei vor allem um das Geld und selten um das Wohl der Tiere. Auch ein Kauf aus Mitleid sorgt dafür, dass weiterhin Tiere gezüchtet werden.