Malaria, Tuberkulose, HIV: Diese Affen werden krank gemacht!

Update Dezember 2020:

Über 110.000 Menschen machen sich für die Affen in Europas größtem Primatenlabor stark

Zum 14. Dezember, dem internationalen Weltaffentag, schlossen sich über 110.000 mitfühlende Menschen PETA und unseren internationalen Partnerorganisationen an, um von der niederländischen Regierung ein schnelles und beherztes Handeln einzufordern. Diese soll endlich dafür sorgen, dass im Forschungszentrum Biomedical Primate Research Centre (BPRC) nicht länger empfindsame, intelligente Primaten unsäglichen Qualen ausgesetzt sind.

Die Petition wurden den Abgeordneten per digitaler Übergabe ausgehändigt. Sie waren sich einig darüber, dass die darin aufgeführten Forderungen berechtigt sind und sicherten zu, sie während des nächsten parlamentarischen Treffens zum Thema Tierversuche mit den zuständigen Ministern zu besprechen.

Dass Tierversuche mehrheitlich versagen, wird von immer mehr wissenschaftlichen Beweisen untermauert. Wissenschaftler aus der ganzen Welt sind sich darüber einig, dass man Daten aus solchen Versuchen nicht einfach auf den Menschen übertragen kann – Versuchen, in denen Affen vergiftet werden. man ihnen Hirnschäden zufügt oder sie mit Krankheiten infiziert.

Mit unserer Petition fordern wir von der Regierung folgende Maßnahmen:

  • Unterstützung des BPRC bei der Erarbeitung eines Plans zur Beendung der Zucht und Versuchsnutzung von Primaten und zur schnellstmöglichen Überstellung der Tiere in angesehene Auffangstationen
  • Anforderung regelmäßiger, transparenter Berichte über die Fortschritte des BPRC
  • Erstellung eines Plans zur Beendung aller Primatenversuche in den Niederlanden
  • Stärkere Finanzierung für die Entwicklung tierfreier Forschungsmethoden

 

Originaltext 2018:

Rund 1.500 nicht-menschliche Primaten werden am Biomedical Primate Research Centre (BPRC) in den Niederlanden zur Zucht und für Experimente genutzt. Teilweise werden die Tiere rasiert, tätowiert und in Fixierkäfige gesteckt. Es werden ihnen vorsätzlich Krankheiten injiziert, an denen sie anschließend leiden. Selbst wenn sie betäubt wurden, sind diese intelligenten und emotional komplexen Tiere manchmal noch bei Bewusstsein, wenn an ihren Körpern beängstigende Eingriffe vorgenommen werden. So werden ihnen beispielsweise Tuberkulosebakterien direkt in die Augenlider injiziert. Die Tiere sind hilflos und können dem Schmerz nicht entkommen.

2016 kündigte die niederländische Regierung an, die Forschung am BPRC auslaufen zu lassen. Kürzlich wurde dieser Beschluss revidiert – die Anzahl der Affen und der Versuche soll zwar reduziert werden, aber das BPRC wird nicht geschlossen. Es ist also wichtiger denn je, sich für das Ende der Versuche einzusetzen! 

Affen eingesperrt, krank gemacht und getötet

Aktuell hält das BPRC Rhesus-, Javaner- und Seidenaffen gefangen. Teilweise müssen die Tiere in ihren Käfigen ausharren und werden vorsätzlich mit zehrenden Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder SIV – dem Affen-Äquivalent zu dem AIDS-Auslöser HIV – infiziert. Nachdem sie unter starken Medikamenteneinfluss gesetzt und Experimente an ihnen durchgeführt wurden, sind die Affen so entkräftet, dass sie sich häufig Verletzungen zuziehen, wenn sie beispielsweise stürzen oder von hohen Plattformen springen.

Das Zentrum behauptet, jeden Tag zu versuchen, das Leben der Affen so schön wie möglich zu gestalten. Doch die Labormitarbeiter singen und scherzen laut. Das zeigt, dass sie den Tieren gegenüber keinerlei Respekt haben – denn Affen reagieren besonders empfindlich auf Lautstärke. Viele Tiere haben Wunden oder andere Leiden wie den sogenannten Rektalprolaps. Ausgelöst werden diese Probleme durch starken Stress, den selbst ein routinemäßiger Gesundheitscheck auslösen kann.

Nach einem traumatischen Leben werden die hilflosen Tiere eiskalt getötet

Im vergangenen Jahr führte das BPRC Versuche an 315 Affen durch. Sind die Tiere nicht länger von Nutzen, werden sie häufig getötet und ihre sezierten Körper entsorgt. Dies geschieht teilweise sogar vor den Augen ihrer Artgenossen.

Ergebnisse aus Affenversuchen sind oft nicht auf den Menschen übertragbar

Immer mehr Beweise belegen: Daten aus Affenstudien können nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden. Zwischen Menschen und nicht-menschlichen Primaten bestehen grundlegende biologische Unterschiede. Probleme bezüglich der Übertragbarkeit der von Affen erlangten Erkenntnisse auf den Menschen finden sich in diversen Forschungsbereichen – von Alzheimer über Parkinson bis hin zu Schlaganfall und HIV. Experimente an Affen sind sinnlos, ineffizient und liefern keine verlässlichen Ergebnisse. Diese Versuche müssen umgehend eingestellt werden.

Alternativen zu Affenversuchen auf dem Vormarsch

Der Markt für In-vitro-Verfahren in der biomedizinischen Forschung wächst rasant. Im Gegensatz zu Tierversuchen sind diese Technologien tatsächlich für den Menschen relevant. Die Niederlande sollten von Tierversuchen auf bessere – tierfreie – wissenschaftliche Methoden umsteigen. Dann könnten sie die tierfreie Forschung international anführen und den Weg für eine radikal neue, verbesserte Wissenschaft ebnen. PETA UK empfiehlt der niederländischen Regierung, wesentlich mehr als die für 2018 bis 2020 jährlich vorgesehenen 1 Million Euro in die Entwicklung tierfreier Methoden zu investieren.

Affen sind intelligente, empfindsame Tiere, die ihre Freiheit verdient haben

Die am BPRC eingesperrten Affen leiden zweifelsohne körperlich und seelisch. Es handelt sich schließlich um Tiere mit emotionaler Intelligenz, die eigentlich in Grassavannen, Wäldern oder Bergregionen leben sollten, wo sie soziale Kontakte zu ihren Artgenossen pflegen, ihre Jungen versorgen und nach Nahrung suchen. Rhesusaffen zeigen komplexe kognitive Fähigkeiten, wie etwa die Selbstwahrnehmung. Sie können ihren eigenen geistigen Zustand überwachen und verstehen einfache Regeln. Javaneraffen leben am liebsten in großen Sozialverbänden zusammen. Sie befolgen hierarchische Regeln, um den Frieden in der Gruppe zu erhalten – ganz ähnlich wie Seidenaffen, die besonders aktiv sind und schnell unter Stress stehen, wenn es ihnen an Stimulation fehlt.

In einem künstlichen Umfeld wie dem BPRC eingesperrt zu sein, ist für Affen ein wahrgewordener Albtraum.

Was Sie tun können

Wir müssen alle Versuche an Tieren – ob an Affen oder anderen Lebewesen – endlich einstellen. Es ist Zeit für den Research Modernisation Deal!

wissenschaft statt tierversuche

PETAs Research Modernisation Deal ist ein Strategiedokument, das detailliert darlegt, wie Tiere in der biomedizinischen und behördlich vorgeschriebenen Forschung ersetzt werden können. Mit höheren Investitionen in die tierfreie Forschung könnten Wissenschaftler in ganz Europa bessere Therapieverfahren für Menschen entwickeln. Und sie können sich auf die Entwicklung zuverlässigerer Methoden zur Bewertung von Toxizität konzentrieren. Damit wäre nicht nur dem Menschen geholfen, sondern es würde auch dem unvorstellbaren Leid von Millionen Mäusen, Ratten, Hunden, Primaten, Kaninchen, Fischen, Affen und anderen Tieren ein Ende gesetzt.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition, mit der wir die Regierung auffordern, das Ende aller Tierversuche gesetzlich zu verankern und klar darzulegen, wie sie dieses Ziel zu erreichen plant.