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Der Bonobo: 9 faszinierende Fakten über die Menschenaffen

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Wussten Sie, dass Bonobos zur Gattung der Schimpansen gehören – ebenso wie der Gemeine Schimpanse? Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Menschenaffen. So sind die Bonobo-Frauen sehr dominant und ihre Bindung zu ihren Söhnen ist sehr stark. Bonobos sind im Vergleich zum Gemeinen Schimpansen eher friedliche Tiere.

Erfahren Sie hier mehr über diese faszinierenden Menschenaffen.

Was machen Bonobo-Affen? 9 spannende Fakten über die intelligenten Menschenaffen

Bonobos, enge Verwandte der Gemeinen Schimpansen, faszinieren mit ihrem außergewöhnlichen Sozialverhalten: In ihren matriarchalisch geprägten Gruppen haben die weiblichen Tiere das Sagen, Konflikte werden oft friedlich gelöst – und das nicht selten auf erstaunliche Weise. Sie sind kooperativ, hilfsbereit und zeigen ein bemerkenswert offenes Sexualverhalten. Zudem sind Bonobos intelligent und überraschen mit einer komplexen Kommunikationsweise und dem gezielten Einsatz von Heilpflanzen.

Doch Bonobos sind stark bedroht – vor allem durch den Menschen.

1. Bonobos sind Schimpansen

Wenn umgangssprachlich von „Schimpansen“ die Rede ist, bezieht sich dies oft auf die „Gemeinen Schimpansen“. Doch die Gattung der Schimpansen umfasst auch Bonobos – und die beiden Schimpansen-Arten weisen einige Unterschiede auf, vor allem im Sozialverhalten, aber auch optisch.

Wie sieht ein Bonobo aus?

Bonobos gehören zu den Menschenaffen – von allen Affenarten ähneln sie und die Gemeinen Schimpansen uns Menschen am meisten: Ihre DNA ist zu 98,6 Prozent die gleiche.

Optische Merkmale sind:

  • Ein schwarzes Fell und Gesicht mit rosafarbenen Lippen.
  • Ihr Haarschopf teilt sich in der Mitte.
  • Sie haben schmale Schultern, lange Arme und Beine sowie große schlanke Hände und Füße.
  • Sie ähneln dem Gemeinen Schimpansen, haben jedoch eine schlankere Statur.

Woher stammt der Name Bonobo?

Die Bezeichnung Bonobo für diese Schimpansen-Art stammt wahrscheinlich von einer falschen Wiedergabe des Namens der Stadt Bolobo, die in der Demokratischen Republik Kongo liegt. Von dort wurden die ersten Tiere nach Europa gebracht.

Bonobos sind in den Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo in Afrika heimisch. Sie leben ausschließlich südlich des Kongo-Flusses und damit räumlich getrennt von Gemeinen Schimpansen.

Bonobos leben südlich des Kongo-Flusses und ihr Name stammt wohl von einer falschen Schreibweise der Stadt Bolobo.

2. Bei Bonobos haben die Frauen das Sagen

Während bei Gemeinen Schimpansen die Männer dominant sind, haben bei Bonobos eher die Frauen das Sagen. Bonobos leben in gemischtgeschlechtlichen Gruppen bestehend aus 30 bis 80 Tieren. [1] Vor allem die Bonobo-Frauen pflegen dabei enge soziale Bindungen untereinander und sichern sich durch Kooperation einen hohen Status in der Gruppe. Die ranghöchsten Bonobo-Frauen führen die Gruppe an.

3. Bonobos sind „Muttersöhnchen“

Bei Bonobos ist die Beziehung zwischen Mutter und Sohn besonders eng. Bonobo-Söhne bleiben ihr Leben lang in der Gruppe, in die sie hineingeboren wurden. Mütter beeinflussen, welchen Rang ihre Söhne in der Hierarchie einnehmen und stehen ihnen bei Konflikten mit anderen Bonobo-Männern zur Seite. Töchter hingegen verlassen den mütterlichen Schutz im Alter von 6 bis 13 Jahren und schließen sich benachbarten Gruppen an. [2]

4. Bonobos gelten als „Hippies“ unter den Menschenaffen

Bonobos und Gemeine Schimpansen sind zwar eng verwandt, zeigen aber sehr unterschiedliche Verhaltensweisen:

  • Schimpansen sind bekannt für ihr eher aggressives Verhalten: Sie verteidigen ihre Reviergrenzen und führen sogar gegen benachbarte Gruppen Krieg. Fremde Schimpansen werden gejagt und sogar getötet.
  • Bonobos hingegen gelten als besonders friedliebend und tolerant. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind bei Bonobos viel seltener; Tötungen von Artgenossen wurden noch nie beobachtet. [2]

Wie lösen Bonobo-Affen ihre Probleme?

Durch häufige sexuelle Interaktionen zwischen Gruppenmitgliedern und das Teilen von Nahrung werden Spannungen abgebaut und Konflikte vermieden. Deshalb werden sie auch die „Hippies“ unter den Menschenaffen genannt. Forschende vermuten, dass sich diese Unterschiede im Sozialverhalten entwickelten, weil im Kongobecken reichhaltigere Umweltbedingungen herrschten. So waren für Bonobos Kämpfe um Ressourcen weniger notwendig als für Gemeine Schimpansen. [3]

5. Bonobos kennen keine sexuellen Tabus

Gleichgeschlechtliche Liebe ist bei Bonobos kein Tabu: Sexuelle Interaktionen sind prinzipiell mit allen Gruppenmitgliedern möglich, egal ob männlich oder weiblich, egal welches Alter oder welcher Rang in der Gruppe. [4] Insgesamt haben Bonobos sogar mehr gleichgeschlechtlichen Sex als heterosexuellen Geschlechtsverkehr, vor allem Bonobo-Frauen. Dadurch werden die sozialen Bindungen gestärkt, Aggressionen abgebaut und die Kooperation gefördert. Je häufiger Bonobo-Frauen gleichgeschlechtlichen Sex haben, desto mehr helfen sie sich auch bei Konflikten. [5]

6. Bonobos sind Fremden gegenüber hilfsbereit und selbstlos

Nicht nur Freunden und Familienmitgliedern gegenüber sind Bonobos hilfsbereit:

Wissenschaftler:innen testeten ihre Kooperationsbereitschaft, indem sie einander unbekannte Bonobos in zwei durch Gitter getrennte Räume führten. Durch das Auslösen eines Mechanismus konnte einer der beiden einen von der Decke baumelnden Apfel herunterfallen lassen – allerdings im benachbarten Raum. Selbstlos halfen die Bonobos dem Fremden, an die Leckerei zu kommen – und das sogar, ohne dass der Fremde um Hilfe bitten musste. Forscher:innen sehen dadurch die ausgeprägte Fähigkeit zur Empathie bei Menschenaffen bestätigt. Forschende vermuten einen weiteren Grund für die Hilfsbereitschaft. Ein Hintergedanke der Bonobos könnte demnach sein, dass sich die freundliche Geste später indirekt auszahlt, beispielsweise dadurch, dass der Fremde zu einem Verbündeten wird. [6]

Bonobos helfen selbst fremden Artgenossen selbstlos.

7. Bonobos nutzen Naturheilkunde

Bonobos wissen sich mit naturheilkundlichen Mitteln zu helfen: Zur Selbstbehandlung greifen sie nicht in den Medizinschrank, sondern zu bestimmten Blättern. Diese verschlucken sie im Gegensatz zu ihrer normalen Nahrung unzerkaut. Durch eine besonders raue Blattoberfläche wird die Verdauung angeregt und der Darm mechanisch von Parasiten wie Würmern gereinigt. Neben Bonobos nutzen auch andere Menschenaffen solche Heilmittel aus der Naturapotheke. [7] In der Regenzeit, wenn der Befall mit Darmparasiten am schlimmsten ist, wenden Bonobos das Blätterschlucken am häufigsten an. [8]

8. Bonobos kommunizieren auf komplexe Weise

Bonobos können nicht sprechen wie Menschen, aber sie verfügen über eine erstaunlich komplexe Kommunikation, die in vielerlei Hinsicht der menschlichen Sprache ähnelt.

Kann ein Bonobo sprechen?

Bonobos fehlt die anatomische Voraussetzung für artikulierte Sprache wie beim Menschen – insbesondere die Kontrolle über Zunge, Lippen und Kehlkopf.

Forschende haben jedoch herausgefunden, dass Bonobos Laute in bestimmten Kombinationen verwenden, die semantische Einheiten bilden – vergleichbar mit Wörtern und Phrasen.

  • Diese Laute werden in bestimmten Situationen verwendet – bei der Nahrungssuche, bei Gefahr oder beim sozialen Kontakt. [9]
  • Einige Bonobos in Gefangenschaft, beispielsweise die berühmte Bonobo-Dame Kanzi, haben gelernt, mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen zu kommunizieren. Kanzi konnte Hunderte von Symbolen verstehen und sinnvoll einsetzen.

Auch wenn ihre Kommunikation strukturiert ist, entspricht sie nicht der komplexen Grammatik menschlicher Sprachen.

9. Bonobos sind durch menschliche Einflüsse gefährdet

Bonobos kommen in freier Wildbahn ausschließlich im südlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo vor, in einem Gebiet südlich des Flusses Kongo. Bonobos haben wenige natürliche Feinde, darunter Leoparden, aber sie und ihr Lebensraum sind stark durch menschliche Einflüsse gefährdet:

  • Wie bei vielen Primaten können Krankheiten, insbesondere solche, die vom Menschen übertragen werden, eine Bedrohung darstellen.
  • Bonobos werden trotz Schutzstatus gejagt – oft für den Fleischhandel.
  • Abholzung, Bergbau und Landwirtschaft zerstören ihren Lebensraum im Regenwald.
  • In der Demokratischen Republik Kongo erschweren politische Konflikte den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume.
  • Die Klimakatastrophe verändert die Ökosysteme und erschwert die Nahrungs- und Nestplatzsuche.

Wie viele Bonobos gibt es noch?

Aktuellen Schätzungen zufolge leben nur noch etwa 20.000 Bonobos in freier Wildbahn. [10] 

Bonobos sind vergleichsweise selten in Zoos zu finden, da sie sehr anspruchsvoll in Haltung und Sozialstruktur sind. Trotzdem gibt es einige zoologische Einrichtungen, in denen die intelligenten Tiere gefangen gehalten werden – so sind 220 Bonobos in 17 europäischen und US-amerikanischen Zoos eingesperrt (Stand Mai 2025) und werden für Unterhaltungszecke missbraucht. [11]

Menschenaffen raus aus Zoos: So können Sie Bonobos helfen!

Bitte besuchen Sie keine Zoos oder ähnliche „Attraktionen“, in denen Bonobos und andere Menschenaffen zur menschlichen Belustigung herhalten müssen.

Unterzeichnen Sie unsere Petition für ein Ende der Menschenaffenhaltung in Zoos.

Hinweis: PETA lehnt Tierversuche grundsätzlich ab. Zwar können die oben genannten Ergebnisse dazu beitragen, dass sich der Blick der Menschen auf unsere Mitgeschöpfe ändert und somit langfristig Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Tiere besteht. Dennoch ist die Durchführung dieser oder ähnlicher Tierversuche ethisch nicht zu rechtfertigen. Unserer Ansicht nach haben Forschende die ethische Verantwortung, solche Erkenntnisse nicht in Versuchen an Tieren, sondern durch Beobachtungsstudien in der natürlichen Umgebung der Tiere zu erlangen.

Trotz alledem ist den Tieren nun am meisten damit geholfen, die Ergebnisse publik zu machen, denn sie zeigen, wie faszinierend Tiere sind. Und sie verdeutlichen, dass es falsch ist, Tiere in Versuchslaboren einzusperren und in Experimenten zu missbrauchen.