Fetales Kälberserum: Ungeborene Kälber für Forschung getötet

Eine Alternative zu Tierversuchen, die oft keine ist: Für Zellkulturen, die das Potenzial haben, grausame Tierversuche tierfreundlich zu ersetzen, werden die ungeborenen Föten von Kühen getötet. Erfahren Sie hier, wofür fetales Kälberserum verwendet wird und wieso es keine Alternative ist, wenn ein Tierleid durch ein anderes ersetzt wird.

Wofür wird fetales Kälberserum verwendet?

Das fetale oder auch fötale Kälberserum (FKS) wird seit den 1950er-Jahren standardmäßig als Nährmedium für Zellkulturen verwendet – also die Züchtung von Zellen und Gewebe in einer Petrischale. [1] Das Serum enthält neben Proteinen, Hormonen, Lipiden, Mineralien und viele anderen Stoffen Wachstumsfaktoren, welche den Stoffwechsel und das Wachstum einer Zelle unterstützen. [2]

Die gezüchteten Zellen werden unter anderem bei der Giftigkeitsprüfung von Chemikalien und bei der Entwicklung von Medikamenten oder Impfstoffen benutzt. Auch die Herstellung von Laborfleisch beruht noch auf Zellkulturen. Eigentlich soll diese Methode grausame Versuche an lebenden Tieren oder Fleisch aus Tieren ersetzen – erzeugt jedoch weiterhin Tierleid.

Bis zu 2 Millionen Kälber jährlich getötet

Die Gewinnung von fetalem Kälberserum ist überaus grausam und verursacht großes Tierleid. Hierfür werden schwangere Kühe im Schlachthaus getötet und der Fötus wird aus der Gebärmutter herausgeschnitten. Dem noch lebenden Kalb wird ohne Betäubung eine dicke Nadel in das Herz gestoßen, über die sein gesamtes Blut abgesaugt wird. Der Fötus wird blutleer und stirbt. Kälberföten sind zu diesem Zeitpunkt bereits leidensfähig und spüren mit hoher Wahrscheinlichkeit den gesamten Prozess. [3]

Weltweit werden jährlich 800.000 Liter FKS verwendet. Pro Kalb wird in etwa ein halber Liter Blut „gewonnen“. Das bedeutet, dass jedes Jahr ein bis zwei Millionen Kälber auf diese grausame Weise getötet werden. [3]

Kälberserum ist nicht zuverlässig einsetzbar

Fetales Kälberserum ist nicht nur aus ethischen Gründen problematisch, es birgt auch Risiken im Einsatz in der Forschung. So ist die genaue Zusammensetzung des Serums bis heute nicht bekannt. Auch kommt es zu geografischen und saisonalen Schwankungen von Charge zu Charge, was zu unterschiedlichen Ergebnissen bei In-vitro-Studien führt. [1, 4, 5] Zudem ist FKS wie alle tierischen Substanzen mit einem hohen Kontaminationsrisiko verbunden. Die tierischen Proteine oder Schadstoffe sind gerade bei der Herstellung von Medikamenten gefährlich. [4]

Da FKS bei der Impfstoffentwicklung, in Forschungslaboren und der Arzneimittelherstellung in großen Mengen eingesetzt wird, kommt es immer wieder zu Engpässen. So erschwerte die Verfügbarkeit des Kälberserums bereits die Entwicklung des Corona-Impfstoffes. [6]

Es gibt bereits tierfreie Alternativen

Wie bei so vielen traditionellen Methoden in der Forschung gibt es auch für das fetale Kälberserum bereits tierfreie Alternativen, die jedoch bisher kaum verwendet werden – obwohl diese sogar Vorteile bieten. [3] Diese neueren Methoden beruhen auf rein pflanzlichen Nährlösungen, menschlichem Blut oder werden synthetisch hergestellt. Sie können das Kälberserum bei der Zellkultivierung komplett ersetzen. Dazu gehört beispielsweise das humane Blutplättchen-Lysat (hPL), welches aus abgelaufenen Blutspenden gewonnen werden kann, die normalerweise weggeworfen werden. hPL enthält sogar bessere Wachstumsfaktoren, mit denen auch menschliche Stammzellen kultiviert werden können. Auch schwankt die Zusammensetzung nicht so stark wie beim Kälberserum und Krankheitserreger sind durch die vorherige Prüfung der Spender ausgeschlossen. [3]

Für einige Zellkulturen sind tierfreie Nährmittel bereits im Handel erhältlich und es existieren Anleitungen für die Anpassung der Zellen an die neuen Mittel. [7, 8] Die Anpassung dauert maximal nur einige Wochen und ist daher kein Hindernis für den Einsatz tierleidfreier Methoden. [3]

So helfen Sie den Tieren, die für die Forschung leiden

Neben den Millionen Kälbern, die für fetales Kälberserum getötet werden, leiden jährlich etwa sieben Millionen weitere Tiere in deutschen Versuchslaboren. Die zahllosen tierfreien Alternativen, die es bereits gibt, werden noch viel zu selten eingesetzt. Unterstützen Sie unsere Strategie für den Ausstieg aus Tierversuchen, um das Leid der Tiere endlich zu beenden!