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Fetales Kälberserum: Ungeborene Kälber für Forschung getötet

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Fetales Kälberserum (FKS) wird oftmals in tierversuchsfreien Verfahren eingesetzt, doch leider werden auch hierfür Tiere ausgebeutet: Für Zellkulturen, die das Potenzial haben, grausame Tierversuche tierfreundlich zu ersetzen, werden die ungeborenen Föten von Kühen getötet. Erfahren Sie hier, wofür fetales Kälberserum verwendet wird und wie wir stattdessen vollständig tierfreie und ethische Forschung betreiben können.

Inhalte im Überblick

Was ist fetales Kälberserum?

Fetales Kälberserum, auch fetal bovine serum (FBS) genannt, wird aus dem Blut von ungeborenen Kälbern entnommen. Das Serum enthält neben Proteinen, Hormonen, Lipiden, Mineralien und vielen anderen Stoffen auch Wachstumsfaktoren, welche den Stoffwechsel und das Wachstum einer Zelle unterstützen. [1] Deshalb wird es oftmals in der biomedizinischen Forschung verwendet. Die Entnahme von FBS ist extrem grausam und ethisch nicht vertretbar.

Entnahme von fetalem Kälberserum: Bis zu 2 Millionen Kälber jährlich getötet

Zur „Gewinnung“ von fetalem Kälberserum werden schwangere Kühe im Schlachthaus getötet und der Fötus wird aus der Gebärmutter herausgeschnitten. Dem noch lebenden Kalb wird ohne Betäubung eine dicke Nadel in das Herz gestoßen, über die sein gesamtes Blut abgesaugt wird. Der Fötus wird blutleer und stirbt. Kälberföten sind zu diesem Zeitpunkt bereits leidensfähig und spüren mit hoher Wahrscheinlichkeit den gesamten Prozess. [2]

Weltweit werden jährlich 800.000 Liter Kälberserum verwendet. Pro Kalb wird in etwa ein halber Liter Blut „gewonnen“. Das bedeutet, dass jedes Jahr ein bis zwei Millionen Kälber auf diese grausame Weise getötet werden. [2,3] In Deutschland ist das Töten von schwangeren Kühen illegal, deshalb stammt das hierzulande verwendete fetale Kälberserum meist aus dem Ausland oder von zufällig schwangeren Tieren.

Wofür wird fetales Kälberserum verwendet?

Fetales Kälberserum wird seit den 1950er-Jahren standardmäßig als Nährmedium für Zellkulturen verwendet – also die Züchtung von Zellen und Gewebe in einer Petrischale. [4]

Die gezüchteten Zellen werden unter anderem bei der Giftigkeitsprüfung von Chemikalien und bei der Entwicklung von Medikamenten oder Impfstoffen benutzt. Auch die Herstellung von Laborfleisch beruht noch auf Zellkulturen. Es gibt aber bereits tierfreie Nährmedien, die erfolgreich bei der Produktion von Clean Meat eingesetzt werden können. [5,6] Und auch für die biomedizinische Forschung ist das fetale Kälberserum nicht notwendig – sondern hat sogar negative Effekte.

Fetales Kälberserum ist nicht zuverlässig einsetzbar

Fetales Kälberserum ist nicht nur aus ethischen Gründen problematisch, es birgt auch Risiken im Einsatz in der Forschung. So ist die genaue Zusammensetzung des Serums bis heute nicht bekannt. Auch kommt es zu geografischen und saisonalen Schwankungen von Charge zu Charge, was zu unterschiedlichen Ergebnissen bei In-vitro-Studien führt. [4,7,8] Zudem ist FKS wie alle tierischen Substanzen mit einem Kontaminationsrisiko verbunden. Mögliche tierische Krankheitserreger stellen ein Gesundheitsrisiko für uns Menschen dar. [7]

Da fetales Kälberserum in der Impfstoffentwicklung, in Laboren und der Arzneimittelherstellung standardmäßig und somit in großen Mengen eingesetzt wird, kommt es immer wieder zu Engpässen. So erschwerte die Verfügbarkeit des Kälberserums bereits die Entwicklung des Corona-Impfstoffes. [9] Ein weiterer Grund, warum stattdessen auf bereits vorhandene tierfreie Lösungen gesetzt werden muss.

Ersatz für fetales Kälberserum: Tierfreie Alternativen

Wie bei so vielen traditionellen Methoden in der Forschung gibt es auch für das fetale Kälberserum bereits tierfreie Alternativen, die jedoch nicht immer in Betracht gezogen werden – obwohl diese sogar Vorteile bieten. [2] Diese neueren Produkte beruhen auf rein pflanzlichen Nährlösungen, menschlichem Blut oder werden synthetisch hergestellt. Sie können das Kälberserum bei der Zellkultivierung komplett ersetzen. Dazu gehört beispielsweise das humane Blutplättchen-Lysat (hPL), welches aus abgelaufenen Blutspenden gewonnen werden kann, die normalerweise weggeworfen werden. hPL enthält sogar bessere Wachstumsfaktoren, mit denen auch menschliche Stammzellen kultiviert werden können. Auch schwankt die Zusammensetzung nicht so stark wie beim Kälberserum und Krankheitserreger sind durch die vorherige Prüfung der Spender:innen ausgeschlossen. [2]

Für einige Zellkulturen sind tierfreie Nährmittel bereits im Handel erhältlich und es existieren Anleitungen für die Anpassung der Zellen an die neuen Mittel. [10,11] Die Anpassung dauert in der Regel nur einige Wochen und ist daher kein Hindernis für den Einsatz tierleidfreier Methoden. [2] Inzwischen gibt es sogar ganze Kurse, die Zellkultur ohne tierische Bestandteile lehren, sodass schon Nachwuchswissenschaftler:innen lernen, ethische Forschung zu betreiben.

Warum tierversuchsfrei nicht automatisch tierfrei bedeutet

Auch wenn ein Versuch ohne lebende Tiere durchgeführt wird, heißt das leider nicht, dass der Versuch unbedingt tierfrei ist. Denn in vielen Laborversuchen kommen tierische Materialien zum Einsatz. Neben fetalem Kälberserum gehören dazu beispielsweise:

  • Antikörper: Für Antikörper wird Tieren, häufig Kaninchen, eine fremde Substanz gespritzt. Daraufhin bilden sie Antikörper als Abwehrreaktion, die anschließend aus dem Blut der Tiere isoliert wird.
  • Extrazelluläre Matrix: Dafür werden Mäusen Tumorzellen gespritzt, aus denen sich ein großer Tumor entwickelt. Die Mäuse werden getötet und die Bestandteile des Tumors werden isoliert. Sie bilden eine Art Gerüst, an dem sich Zellen anhaften können.

Doch all das geht auch ohne die Ausbeutung und Tötung von Tieren: Sowohl extrazelluläre Matrizen als auch Antikörper können im Labor ohne Tiere hergestellt werden. [3]

So helfen Sie den Tieren, die für die Forschung leiden

Neben den weltweit Millionen Kälbern, die für fetales Kälberserum getötet werden, leiden jährlich etwa 3,5 Millionen weitere Tiere in deutschen Versuchslaboren. Die zahllosen tierfreien Alternativen, die es bereits gibt, werden noch viel zu selten eingesetzt. Unterstützen Sie unsere Strategie für den Ausstieg aus Tierversuchen, um das Leid der Tiere endlich zu beenden!