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Frettchen als Haustier: Warum Sie niemals ein Frettchen kaufen sollten

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Frettchen sind intelligente und soziale Tiere, die immer mehr an Beliebtheit als sogenannte Haustiere gewinnen. Doch was viele Menschen nicht wissen: Die Haltung von Frettchen ist sehr anspruchsvoll und wird häufig unterschätzt. Die domestizierten Nachfahren des Iltisses haben hohe Ansprüche an Platz, Beschäftigung, Sozialkontakte und Ernährung und bringen einen starken Eigengeruch mit sich, der viele Menschen schnell überfordert. [1] Werden die Bedürfnisse nicht erfüllt, kann dies zu Verhaltensproblemen und großem Leid führen. 

Wenn Sie ein Frettchen als tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim aufnehmen möchten, sollten Sie sich im Voraus gründlich über die Bedürfnisse der Tiere informieren. Erfahren Sie außerdem, warum Sie die Tiere niemals aus einer Zucht kaufen, sondern immer aus dem  Tierheim adoptieren sollten. 

Inhalte im Überblick

Frettchen kaufen: Was Sie über Zucht und Handel wissen sollten

Jedes gekaufte Frettchen fördert eine Branche, in der Tiere für den Profit gezüchtet und wie Ware behandelt werden. Entscheiden Sie sich daher immer für die Adoption von Tieren aus dem Tierschutz, die ein liebevolles zu Hause suchen. 

Kann man in Deutschland Frettchen kaufen? 

In Deutschland kann man Frettchen von Züchter:innen kaufen. Jedoch geht es Züchter:innen meist darum, mit den Tieren Profit zu machen – ohne auf ihr Wohlergehen zu achten oder sich dafür zu interessieren, wo die Tiere nach dem Verkauf landen. Zucht und Handel mit sogenannten Haustieren bedeuten massives Tierleid:  

  • Weibliche Tiere werden als Gebärmaschinen missbraucht und Babys immer wieder viel zu früh von ihren Müttern getrennt.  
  • Zahllose Tiere werden in viel zu kleinen Boxen gehalten, sitzen in ihren eigenen Fäkalien, umgeben von kranken und sterbenden Tieren.  
  • Teilweise sehen sie niemals das Tageslicht.  
  • Zudem verstärkt die Zucht mit den Tieren das Problem der überfüllten Tierheime.  

Wenn Sie einem Frettchen ein neues Zuhause bieten möchten, informieren Sie sich daher bitte bei lokalen Tierheimen. Dort werden Sie zudem ausführlich über die Tiere beraten und bekommen wertvolle Tipps. 

Frettchen
Adoptieren Sie ein Frettchen aus einem lokalen Tierheim und geben Sie dem Frettchen so ein neues Zuhause.

Wie viel kostet ein Frettchen? 

Je nachdem, woher das Frettchen stammt, können die Kosten für die Tiere von Züchter:innen zwischen etwa 100 und 300 Euro oder mehr liegen. Tiere sollten jedoch bei ernsthaftem Interesse und mit den richtigen Voraussetzungen nur aus dem Tierheim adoptiert werden. 

Für die Erstausstattung fallen hohe Kosten an, die schnell das Budget sprengen. Vor der Adoption eines Frettchens sollten Sie daher Ihre Finanzen prüfen und sich der hohen Kosten bewusst sein. Denn auch laufende Haltungskosten sind nicht zu unterschätzen. Dazu gehören: 

  • Kosten, die für einen tierärztlichen Check, Erstimpfungen und die Kennzeichnung mit einem schmerzfrei implantierbaren Mikrochip anfallen. 
  • Kosten für weitere wichtige Impfungen, unter anderem auch die Tollwutimpfung, die schnell das Budget sprengen können. 
  • Hinzu kommen tierärztliche Kosten bei Krankheiten oder Verletzungen 
  • sowie Nahrung und Beschäftigungsmöglichkeiten. 

Die Ausgaben für die Haltung von Frettchen hängen unter anderem von der Anzahl und dem Alter der Tiere ab, aber auch von der Art der Unterbringung. Überlegen Sie sich daher vor der Adoption gründlich, ob Sie die monatlichen Kosten tragen können. Häufige Abgabegründe von Tieren sind die hohen Kosten, die mit der Haltung der Frettchen entstehen, aber auch die Überforderung der Halter:innen mit den Tieren. 

Frettchen als „Haustier“ halten: Was Sie über die Haltung wissen sollten 

Die Haltung von Frettchen wird oftmals unterschätzt. Damit Frettchen gesund bleiben und sich wohlfühlen, müssen zahlreiche Anforderungen erfüllt werden.  

Kann man ein Frettchen als „Haustier“ halten?

Frettchen sind vom Menschen domestizierte Tiere; dennoch ist es sehr schwierig, ihnen eine artgerechte Umgebung in einem Käfig zu bieten. Bei intensivem, liebevollem Kontakt bauen sie eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf. Werden sie nicht artgerecht gehalten, vor allem, wenn sie zu wenig Auslauf und Beschäftigung haben, keinen Kontakt zu Artgenossen haben und unausgelastet sind, zeigen Frettchen ihre Frustration öfter in Form von Beißen und Verhaltensauffälligkeiten. Dies kann ein Zeichen einer falschen Haltung, Krankheit oder Stress sein. Manchmal zwicken Frettchen auch zur Spielaufforderung – diese beiden Formen müssen unterschieden werden. [2] 

Wenn Sie die Zeit, die finanziellen Ressourcen und das nötige Wissen haben, um Frettchen artgerecht unterzubringen, zeigen die Tiere ihren intelligenten, lebhaften und liebenswerten Charakter. Doch dafür benötigen sie: 

  • Viel Platz, am besten in Form einer großen Voliere und tägliche Bewegungsmöglichkeiten, 
  • Eine saubere Umgebung (ihr Lebensraum sollte täglich gereinigt werden) 
  • Viel Aufmerksamkeit und Zeit, 
  • Ausreichend Ruhe, da sie bis zu 18 Stunden am Tag schlafen, 
  • Kontakt zu Artgenossen, da sie sehr soziale Tiere sind, 
  • Und eine ausgewogene Ernährung. [1] 

Wie viele Frettchen sollte man halten? 

Frettchen sind äußerst soziale Tiere und sollten niemals allein gehalten werden. Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht und kann zu Langeweile, Stress und Verhaltensauffälligkeiten führen. Daher sollten Frettchen immer mindestens zu zweit leben. [2] Idealerweise stammen die Tiere aus einer bestehenden Gruppe oder kennen sich schon. 

Auch wenn Menschen viel Zeit mit ihren tierischen Mitbewohnern verbringen, können sie den Kontakt zu Artgenossen nicht ersetzen. Frettchen spielen, kommunizieren und schlafen gemeinsam. Der tägliche soziale Austausch mit anderen Frettchen trägt entscheidend zu ihrem Wohlbefinden bei. [1, 2] Wer Frettchen adoptieren möchte, sollte daher genügend Platz und finanzielle Ressourcen für mindestens zwei Tiere einplanen. 

Was „fressen“ Frettchen? 

Frettchen benötigen eine eiweißreiche, ausgewogene und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Nahrung, die sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Frettchen essen vor allem Fleisch, während sie pflanzliche Nahrung nur schlecht verwerten können. [2] Informieren Sie sich vor der Adoption eines Frettchens bei geschultem Fachpersonal, welche Nahrung für Ihr Frettchen geeignet ist. Zudem sollten Frettchen jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser haben.  

Wie lange schläft ein Frettchen am Tag? 

Je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau schlafen Frettchen durchschnittlich zwischen 14 und 18 Stunden am Tag. Sie verbringen also einen Großteil des Tages schlafend oder ruhend. Deshalb benötigen die Tiere mehrere ruhige und geschützte Rückzugsorte, an denen sie nicht gestört werden. Es empfiehlt sich zudem, mehr Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten als die Anzahl der Tiere bereitzustellen. 

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Frettchen artgerecht gehalten wird.

Wie viel Platz brauchen Frettchen? 

Frettchen haben einen ausgeprägten Bewegungs- und Entdeckungsdrang. Die Unterbringung der aktiven Tiere sollte daher möglichst großzügig gestaltet sein, damit sie ihr natürliches Verhalten ausleben können. Sie benötigen täglich mehrere Stunden Freilauf. Ideal ist ein „Frettchen-Zimmer“ mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten und ausreichend Platz. Zudem muss die Umgebung sicher gestaltet sein:

  • Zimmerpflanzen, die giftig sind, sollten nicht im gleichen Raum mit den Frettchen sein, denn die Tiere können flink sein und erkunden gerne ihre Umgebung. Bitte informieren Sie sich ausgiebig darüber, welche Pflanzen giftig für Frettchen sein können.
  • Putzmittel, Medikamente und ähnliche Chemikalien sollten vor den Tieren sicher verstaut werden, denn daran können sie sich ebenfalls vergiften.
  • In Tüten und Taschen können sie sich verheddern und daran ersticken.
  • Waschmaschine, Schubladen und Schränke sollten sicher verschlossen sein, damit die Tiere nicht eingesperrt oder sogar eingeklemmt werden.
  • Fenster und Türen geschlossen halten, damit die Frettchen nicht entwischen oder im Fenster hängen bleiben.
  • Beißen Frettchen in lose herumliegende Kabel, können sie einen Stromschlag bekommen, daher sollten alle elektronischen Geräteanschlüsse gesichert sein.
  • Halten Sie Frettchen von Feuer- und Hitzequellen wie Kerzen und dem Herd fort – sonst drohen schwere Verbrennungen.
  • Volle Badewannen, Wassereimer oder auch die Toilette bergen die Gefahr des Ertrinkens. [1]

Frettchen können kleinere, achtlos herumliegende Gegenstände verschlucken oder verschleppen – daher sollten auch Wertgegenstände und Kleidung sicher verstaut werden. Ein Kinderzimmer ist daher auch kein Lebensraum für ein Frettchen.

Wie viel Aufmerksamkeit brauchen Frettchen? 

Frettchen benötigen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Gemeinsames Spielen, beaufsichtigter Freigang und freiwillige Kuscheleinheiten gehören zum Alltag mit den Tieren. So lernen Sie Ihre tierischen Mitbewohner besser kennen und können Veränderungen im Verhalten oder mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig erkennen. [3] 

Zudem müssen Frettchen regelmäßig gepflegt werden. Sie sind sehr reinliche Tiere, die ihre Fellpflege selbst übernehmen, ihre Krallen sollten jedoch regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gestutzt werden. Ebenso wichtig ist eine Kontrolle der Ohren. Lassen Sie sich ggf. von tiermedizinischem Fachpersonal genau zeigen, wie das funktioniert und worauf Sie dabei achten müssen. [3] 

Kann man mit Frettchen kuscheln? 

Ja, wenn Frettchen an ihre menschlichen Mitbewohner:innen gewöhnt, mögen die meisten Tiere regelmäßige Streichel- und Kuscheleinheiten. Allerdings sind dabei immer die Bedürfnisse der Tiere zu beachten. Kein Tier sollte zu Dingen genötigt werden, die nicht vom Tier selbst ausgehen oder gewünscht sind. 

Frettchen kastrieren: Warum und wann sollten sie kastriert werden? Infos und Tipps 

Wie bei Hunden und Katzen ist es sinnvoll, Frettchen zu kastrieren, damit sie keinen unerwünschten Nachwuchs bekommen – denn die Tierheime sind ohnehin überfüllt: Da Halter:innen die Haltung und Pflege von Frettchen unterschätzen, werden sie dort oftmals abgegeben. Eine Adoption sollte daher immer gut überlegt werden, Dinge wie eine Urlaubsvertretung aber auch die lebenslange Verantwortung sowie genügend Fachwissen und Platz sollten dabei immer mitbedacht werden. 

Von einer Kastration profitieren Frettchen auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen

  • Werden weibliche Tiere nicht kastriert, kommen sie in die sogenannte Ranz, also die Paarungsbereitschaft, und fallen möglicherweise in die Dauerranz, die auch tödlich enden kann und für die Tiere enormen Stress bedeutet. [2,4] 
  • Männliche Tiere sollten aus sozialen Gründen kastriert werden, denn unkastrierte Rüden versuchen oft, alle Artgenossen unabhängig vom Geschlecht zu decken. Auf Dauer können Spannungen in der Gruppe die Folge sein, sodass unkastrierte Rüden während der Ranzzeit von der restlichen Gruppe getrennt gehalten werden müssen. Da Frettchen keine Einzeltiere sind, ist eine Trennung, wenn auch nur eine zeitweilige, nicht artgerecht und sollte daher immer vermieden werden. [2] 
Frettchen beim Arzt
Eine Kastration hat sowohl gesundheitliche als auch soziale Vorteile.

Wie alt werden Frettchen?

Werden Frettchen artgerecht gehalten, ernährt und gut gepflegt, können sie sieben bis zehn Jahre alt werden. [3] Bei einer Adoption müssen Sie sich der lebenslangen Verantwortung für die Tiere bewusst sein und dauerhaft in der Lage sein, den Tieren ein bedürfnisgerechtes und möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen. 

Frettchen
Prüfen Sie Ihr Budget im Vorfeld, denn für die Erstausstattung fallen hohe Kosten an.

Fazit: Anspruchsvolle Tiere, die niemals gekauft werden sollten 

Adoptieren Sie Frettchen nur nach ausreichender Überlegung. Werden die Tiere falsch gehalten, können sie schwerwiegende Verhaltensstörungen, darunter auch aggressives Verhalten Menschen gegenüber, entwickeln. Die Haltung von Frettchen ist aufwendig und kostspielig – die Tiere gehören niemals in einen Käfig, daher sollte ihre Zucht auch nicht unterstützt werden. 

Als tierische Mitbewohner sind Frettchen extrem anspruchsvoll, sie benötigen in jedem Fall: 

  • Gruppenhaltung, 
  • Artgerechte Nahrung, 
  • Ausreichend Platz, 
  • Viel (beaufsichtigten) Freigang, 
  • Viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung, 
  • Viel Pflege und Fürsorge. 

Entscheiden Sie sich gegen den Kauf in Zoohandlungen oder von Züchter:innen, da Sie damit eine Zucht unterstützen, bei der die Tiere oft wie Ware behandelt werden – dabei steht der Profit immer über dem Wohl der Tiere. Wenn Sie ein Frettchen bei sich zu Hause aufnehmen möchten, sollten Tierheime Ihre erste und einzige Anlaufstelle sein. Diese sind bereits überfüllt – auch Frettchen werden dort immer wieder von überforderten Halter:innen abgegeben und suchen dringend ein neues Zuhause. 

Warum Sie niemals Frettchen kaufen, sondern immer adoptieren sollten 

In vielen namhaften Einzelhandelsketten und Zoohandlungen werden bis heute Kleintiere verkauft, die aus fabrikähnlichen Zuchtanlagen stammen. Immer wieder zeigen Recherchen, wie Tiere in meist komplett überfüllten Regalsystemen, übereinandergestapelten Plastikboxen und Käfigen um ihr Leben kämpfen. Bei Großlieferanten finden sich teilweise mit Kadavern gefüllte Gefriertruhen, in vielen Zuchtanlagen herrschen katastrophale hygienische Zustände: Zwischen lebenden Artgenossen befinden sich verwesende Tierleichen, Tiere mit Parasitenbefall und mit stereotypen Verhaltensweisen. 

Entscheiden Sie sich daher bitte bewusst für die Adoption, um diese skrupellose Branche nicht zu unterstützen. Unterschreiben Sie zudem unsere Petition, um das grausame Geschäft mit den Tieren zu stoppen.