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Kugelfisch im Aquarium halten: Alle Infos zu Süßwasser & Co.

Sie möchten Kugelfische im Aquarium halten? Dann kaufen Sie auf keinen Fall Fische in einer Zoohandlung oder online, denn dadurch fördern Sie enormes Tierleid. Erfahren Sie hier, wie Sie einen Kugelfisch aus dem Tierheim aufnehmen können und was Sie bei der Haltung beachten sollten!

Inhaltsverzeichnis

Kann man Kugelfische im Aquarium halten?

Wie alle anderen Fische sind auch Kugelfische kein „Hobby“ oder eine Dekoration, sondern intelligente und fühlende Lebewesen, die in einem Aquarium niemals artgerecht gehalten werden können. Kein Aquarium kann die Lebensbedingungen eines Ozeans, Sees oder Flusses bieten und die natürlichen Bedürfnisse der Tiere erfüllen. So baut beispielsweise das männliche Tier bei einigen Kugelfischarten ein Nest für die Paarung, das bis zu zwei Meter groß sein kann. Vor Menschen haben Kugelfische Angst, weshalb es großen Stress für die Fische bedeutet, wenn sie nur durch eine Glasscheibe von Menschen getrennt sind.

Die meisten Fische in Aquarien leiden sehr unter der Haltung und sterben oftmals früh. [1] Auch kommt es immer wieder zu Haltungsfehlern, die das Leid der Tiere verschlimmern. Erhalten Kugelfische beispielsweise keine harte Nahrung, an der sie ihre ständig wachsenden Zähne abnutzen können, wächst ihnen der Mund zu, und sie können verhungern oder knabbern andere Aquarienbewohner an. [2] Auch verursacht die Gabe von sogenanntem Lebendfutter zusätzliches Tierleid.

Für die Fische, die bereits in Privathaushalten leben oder im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, sollten die bestmöglichen Lebensbedingungen geschaffen werden.

Warum Sie keinen Kugelfisch kaufen sollten

Die meisten Arten der Kugelfische leben im Meer, einige von ihnen im Süß- oder Brackwasser. Einige Arten erreichen eine Größe von mehr als einem Meter. Viele Zoogeschäfte und Onlineshops verkaufen Kugelfischarten wie den Zwerg- bzw. Erbsenkugelfisch, der im Süßwasser lebt. Ca. 90 Prozent der Süßwasserfische in Aquarienhaltung stammen von Fischfarmen, wo jedes Jahr mehr als 250 Millionen Fische in riesigen Behältern gezüchtet werden. Da die meisten Kugelfische Einzelgänger sind, kann es auf den Aquafarmen schnell zu Konflikten und Kämpfen mit Artgenossen kommen, und die sensiblen Fische stehen dauerhaft unter Stress.

Auch in den Zoohandlungen werden Kugelfische meist mit Artgenossen in winzigen Becken gehalten. Es gibt keine rechtsverbindlichen Mindestvorgaben für die Beckengröße und -ausstattung im Laden. Auch leiden die Tiere zusätzlich unter Stress durch die ständigen Besucher:innen, den Platz- und Bewegungsmangel sowie Krankheiten. Im Heimtierhandel zählen die Tiere nicht als fühlende Lebewesen, sondern als Ware. Es gibt sogar Rabattaktionen, bei denen Kugelfische zu gesenkten Preisen angeboten werden. Tiere, die nicht verkauft werden, werden meist getötet und wie Müll weggeworfen.

kugelfisch

Kann man einen Kugelfisch aus dem Tierheim adoptieren?

Ja, Tierheime vermitteln neben Hunden, Katzen und Kaninchen manchmal auch Fische in ein neues Zuhause. Viele Tiere werden aus schlechter Haltung gerettet oder wegen Überforderung abgegeben. Besonders während der Coronapandemie haben viele Menschen gedankenlos Tiere als „Beschäftigungsobjekt“ oder zur eigenen Unterhaltung gekauft und sie schnell ins Tierheim gebracht, wenn die Haltung mehr Zeit und Geld in Anspruch genommen hat, als erwartet.

Wenn Sie einem Kugelfisch oder anderen Fischen ein Zuhause bieten wollen und sich ausreichend über die Haltung und Ansprüche der Tiere informiert haben, besuchen Sie ein örtliches Tierheim oder informieren Sie sich bei einem Tierschutzverein.

Kugelfisch im Aquarium halten: Die wichtigsten Tipps

Wer einen Kugelfisch aus dem Tierheim aufnehmen möchte, sollte sich zuvor genau über die Tierart informieren. Kugelfische sind besonders sensibel und anspruchsvoll in der Haltung.

Süßwasser oder Brackwasser?

Während manche Kugelfischarten Süßwasser benötigen, leben andere Arten im Meer oder Brackwasser, welches vom Salzgehalt her zwischen Süß- und Meerwasser liegt. Informieren Sie sich, welche Kugelfischart Sie aufnehmen können und welches Wasser diese benötigt. Wird ein Brackwasser-Kugelfisch beispielsweise in Süßwasser gehalten, schwächt das sein Immunsystem, und er ist krankheitsanfälliger. Auch die Temperatur des Wassers spielt eine wichtige Rolle.

Größe und Gestaltung des Aquariums

Viele Kugelfische, die in deutschen Tierheimen abgegeben werden, sind zwischen sechs und acht Zentimeter groß und benötigen ein Aquarium mit einem Fassungsvermögen von mindestens 100 Litern. [2] Einige Arten benötigen mindestens 300 Liter. Grundsätzlich gilt: Je größer das Aquarium ist, desto besser.

Der Grund sollte aus Sand oder Kies bestehen, da die Fische sich gern im Boden vergraben. Zudem benötigen Kugelfische viele Versteckmöglichkeiten durch Höhlen, Wurzeln, Steine und Pflanzen. Diese dienen auch als Sichtschutz vor den Menschen.

Einzel- oder Gruppenhaltung?

Kugelfische sollten einzeln gehalten werden, da es sich um territoriale Tiere handelt. In Gruppen werden die Fische schnell aggressiv gegeneinander und knabbern anderen Fischen die Flossen an. Es kann passieren, dass ein Kugelfisch einen anderen Fisch halb aufisst. [3]

Nur wenige Kugelfischarten können unter Umständen mit anderen Fischarten zusammenleben, wenn das Aquarium groß genug und gut strukturiert ist. Sprechen Sie am besten mit den Tierheimmitarbeiter:innen darüber, ob Sie den Fisch lieber einzeln halten sollten.

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Alter und Krankheiten

Kugelfische können in freier Wildbahn etwa zehn Jahre alt werden. [4] Da Fische in Aquarien meist unter Stress und der Haltung leiden, erreichen nur die wenigstens ihre natürliche Lebenserwartung. Es empfiehlt sich, bereits vor der Adoption eine fachkundige Tierarztpraxis zu suchen. Achten Sie auf Krankheitsanzeichen wie einen schwarz gefärbten Bauch.

Um Ihrem geretteten Kugelfisch ein möglichst langes und stressfreies Leben zu bieten, verhindern Sie unbedingt, dass der Fisch sich aufbläst. Dies ist keineswegs niedlich, sondern eine Verteidigungstaktik, die die Fische nur lebensbedrohlichen Situationen anwenden. Es kann passieren, dass die Fische sich beim Aufblasen so mit Luft vollpumpen, dass sie die Luft nicht mehr ablassen können und sterben. [3]

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Wie Sie Kugelfischen helfen können

Kugelfische sind keine „Zierfische“, die als Dekoration oder für unsere Unterhaltung da sind. Sie sind fühlende Lebewesen mit individuellen Persönlichkeiten und Bedürfnissen, die sie in einem Aquarium niemals ausleben können. Bitte kaufen Sie niemals eine Kugelfisch oder andere Tiere in einer Zoohandlung oder bei Züchter:innen, sondern nehmen Sie ein Tier aus dem Tierheim auf. Dort warten unzählige Tiere darauf, ein liebevolles Zuhause zu finden.