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SeaWorld: Stress und Totgeburten bei Orcas und Delfinen

Hunderte Delfine und Orcas starben weltweit bereits in Meereszoos wie SeaWorld einen Tod in Gefangenschaft – oft nach vielen Jahren des Leidens. Für viele der eingesperrten Tiere bedeutet das Leben bei SeaWorld ein trauriges Dasein voller Entbehrungen.

Inhaltsverzeichnis

Leben bei SeaWorld noch Orcas?

In den drei SeaWorld-Parks in den USA werden 19 Orcas gefangen gehalten (Stand Februar 2022). [1] Drei von ihnen sind Wildfänge und wurden aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen. Bereits in den 1960er-Jahren fing SeaWorld Orcas ein – oft noch Babys oder Kinder, die ihren Müttern entrissen wurden. Shamus Mutter wurde vor ihren Augen mit einer Harpune getötet. [2]

Die anderen Orcas bei SeaWorld sind Nachzuchten, die in Gefangenschaft geboren wurden und niemals die Freiheit des Ozeans erleben durften.

Delfine und Wale für die Zucht sexuell missbraucht

SeaWorld hat die Zucht von Orcas zwar inzwischen eingestellt, andere Parks züchten jedoch immer noch Delfine und Wale. Die Tiere werden dafür meist künstlich besamt, was ein schwerer Eingriff in ihre sexuelle Selbstbestimmung ist. Unterlagen zeigen, dass die Tiere dafür mit Psychopharmaka sediert und festgehalten werden. Obwohl es in bei Delfinen und Walen Gefangenschaft häufig Fehl- oder Totgeburten gibt, wird die Zucht fortgesetzt.

Die in Gefangenschaft geborenen Tiere werden ihre Betonbecken möglicherweise nie verlassen können, die Welt im Ozean bleibt ihnen für immer fremd. Im Meer leben Delfine in komplexen und teils großen sozialen Gruppen, wählen ihre Partner selbst aus, schwimmen frei und tauchen tief. Bei SeaWorld werden sie jedoch ihr Leben lang eingesperrt und wie Zirkusrequisiten behandelt. Durch den Stress, in einem viel zu kleinen Becken eingesperrt zu sein und natürliche Verhaltensweisen nicht ausleben zu können, werden Delfine oft körperlich und psychisch krank. [3]

Orca und Delfin im Meereszoo
Meereszoos wie SeaWorld bieten den Tieren nur winzige, karge und reizlose Betonbecken.

Delfindamen Lily, Puka und Bossa als Gebärmaschinen missbraucht

Besonders tragisch ist die Geschichte von Delfindame Lily. Sie kam in Freiheit zur Welt, bevor Tierhändler:innen sie 1983 ihrer Familie entrissen. Zunächst wurde Lily zwischen verschiedenen Aquarien herumgereicht. 1992 landete sie bei SeaWorld Orlando und wurde 2016 nach Discovery Cove gebracht, ein zur SeaWorld-Gruppe gehörender Park. Während ihrer mehr als 20-jährigen Gefangenschaft brachte Lily sechs Kinder zur Welt. Es ist wahrscheinlich, dass Lily gewaltsam geschwängert wurde, um neue Generationen an Delfinbabys zu produzieren, die in kleinen Becken leiden – eine Praxis, die SeaWorld bis heute fortsetzt. [4] Zwei ihrer Babys starben im Alter von wenigen Tagen, ein Kind im Alter von acht Jahren an Lungenentzündung und Sepsis. Lily selbst starb im Jahr 2017.

1982 kam Delfindame Puka in SeaWorld San Diego zur Welt. Sie wurde 29 Jahre alt. [5] Neun Kinder brachte sie zur Welt – davon leben heute nur noch vier. Die anderen fünf Kinder starben so jung, dass SeaWorld ihnen anscheinend nicht einmal Namen gab. Puka selbst überlebte ihre letzte Schwangerschaft nicht: Kurz nach der Geburt im November 2011 verdrehte sich ihr Darm und stellte so die Funktionsfähigkeit ein. Pukas Tod wurde, wie der vieler anderer Delfine und Wale, nie offiziell von SeaWorld gemeldet. [6] Stattdessen wurde auch sie wie ein lebloses Produkt von den Verantwortlichen ausgetauscht.

Auch Delfindame Bossa konnte nie die kühle Meeresbrise auf ihrer Rückenflosse spüren: 1997 wurde sie bei SeaWorld Orlando geboren und 2006 nach Discovery Cove verlegt. Dort brachte sie zwei Totgeborene auf die Welt, die sie nie kennenlernen durfte. Die zweite Totgeburt verursachte bei Bossa ein schweres Trauma: Sie starb nur wenige Tage später; offiziell an einem Riss des Uterus und mit akuter Bauchfellentzündung. [6]

grabsteine auf der wiese

Orcas leiden bei SeaWorld unter körperlichen und seelischen Belastungen

Beengte Lebensbedingungen und die kargen, reizlosen Betonbecken führen bei Orcas in Gefangenschaft zu Frustration, Kämpfen und einer oft kurzen Lebenserwartung. Das zeigen unter anderem Orca Tilikum und die Orcadamen Shamu und Kayla. Letztere durfte als Teil des SeaWorld-Zuchtprogramms nie im Meer schwimmen. In ihrem dreißigjährigen Leben wurde sie rücksichtslos im ganzen Land von Park zu Park gekarrt und verlor im Laufe der Jahre ihre Babys. [7]

Die Orcas Tilikum und Shamu wurden im Ozean gefangen. Tilikum wurde 1987 aus den Gewässern vor Island entführt und bis zu seinem Tod im Januar 2017 als Spermienmaschine missbraucht. Elf seiner Kinder starben vor ihm. Der ständige Stress der Gefangenschaft und ein Leben voller Entbehrungen trieben ihn dazu, drei Menschen zu töten, darunter seine Trainerin Dawn Brancheau. [5]

Orcadame Shamu wurde 1965 von Walfängern gefangen, die Shamus Mutter mit einer Harpune töteten – für das Tierkind ein traumatisches Erlebnis. Shamu weigerte sich, ihre Mutter zu verlassen, und schwamm an der Seite des Leichnams, bis sie schließlich fortgeschleppt und an SeaWorld San Diego verkauft wurde. Unter Essensentzug wurde Shamu dort als erster Orca im Park gezwungen, Kunststücke zu erlernen und aufzuführen.

Neben anderen Shows gelangte Shamu durch einen Werbespot zu zweifelhafter Berühmtheit: Darin „fuhr“ ein Parkangestellter auf ihrem Rücken durchs Wasser. Nach einem späteren Angriff auf eine Trainerin wurde Shamu von Shows abgezogen. Die Orcadame starb noch im selben Jahr bei SeaWorld an einer Uterusinfektion und Blutvergiftung. Sie war gerade einmal neun Jahre alt. In freier Wildbahn hätte sie älter als 100 Jahre werden können.

grabsteine auf der wiese

SeaWorld soll Delfine und Orcas in betreute Meeresschutzgebiete überführen!

Die Geschichten der Delfine Bossa, Lily und Puka sowie die Leben der Orcas Tilikum, Shamu und Kayla zeigen ein trauriges Muster. SeaWorld hat zwar inzwischen die Zucht der Orcas eingestellt, aber das Tierleid geht dennoch weiter.

Wir von PETA Deutschland fordern das Ende der Zucht und Gefangenhaltung aller Delfine und Wale und die Überführung der verbleibenden Tiere an Sanctuarys im Meer, wo sie artgerechter und selbstbestimmter leben könnten.

TUI bereichert sich am Leid der Tiere bei SeaWorld

All die oben genannten Beispiele zeigen, wie sehr Delfine und Orcas in Gefangenschaft leiden. Die artwidrige Umgebung und das Aufführen von Kunststücken, um uns Menschen aus speziesistischen Gründen zu unterhalten, macht die Tiere oft krank und führt nach einem Leben voller Entbehrungen zu einem frühen Tod. Trotzdem bereichert sich TUI als großer Reiseanbieter noch immer an dem Leid der Tiere in Parks wie SeaWorld und dem Loro Parque mit dem Verkauf von Tickets an Touristen. Und das, obwohl wir TUI bereits 2018 umfassend über die Tierquälerei informierten.

Helfen Sie den Orcas und Delfinen

Unterschreiben Sie unsere Petition an TUI und fordern Sie damit das Reiseunternehmen auf, das Leid der Orcas und Delfine nicht weiter mit dem Verkauf von Tickets zu unterstützen.