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Orca: 10 spannende Fakten über Lebensweise, Jagd und Verhalten des Schwertwals

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Orcas, auch Schwertwale genannt, gehören zur Unterordnung der Zahnwale. Die intelligenten, anpassungsfähigen und kommunikativen Meeressäuger sind die größten Tiere innerhalb der Familie der Delfine und leben in komplexen Sozial- und Familienverbänden. Erfahren Sie hier zehn spannende Fakten über die faszinierenden Meeressäuger.

Inhaltsverzeichnis

1. Orcas sind unverwechselbar durch ihr Aussehen

Mit ihren großen, schwarzen Körpern, ihrem weißen Bauch und den weißen Flecken über den Augen heben Orcas sich optisch von anderen Walen ab. Hinter ihrer Rückenflosse, der Finne, haben Orcas eine graue Stelle, die als Sattelfleck bezeichnet wird. Obwohl alle Schwertwale diese optischen Merkmale aufweisen, unterscheiden sie sich bei jedem Tier in ihrer Ausprägung. [1]

Wie unterscheidet man männliche und weibliche Orcas?

Männliche Schwertwale sind in der Regel größer und schwerer als weibliche. Sie können bis zu zehn Tonnen schwer und rund zehn Meter lang werden. Die Tiere verdanken ihren Namen der schwertförmigen Rückenflosse, die bei männlichen Tieren bis zu 1,80 Meter hoch werden kann. [1] Weibliche Orcas erreichen maximal eine Länge von acht Metern, ihre Rückenflosse wird nicht annähernd so groß wie die der männlichen Tiere. [2, 3] In Gefangenschaft ist die Rückenflosse aller männlichen Tiere eingeknickt. Der Grund dafür ist der Bewegungsmangel aufgrund der engen Becken.

Orcas im Meer
Männliche Orcas sind größer als weibliche und haben in Gefangenschaft oft eine eingeknickte Rückenflosse.

2. Orcas leben in Familiengruppen

Bis zu 50 Schwertwale leben in einer Familiengruppe, auch Schule oder Pod genannt, die bis zu vier Generationen umfassen kann. Angeführt wird die Gruppe von dem ältesten weiblichen Wal, der sogenannten Walkuh. Sie verfügt über die größte Erfahrung und zeigt der Familie, wo man Nahrung findet und wie man sich in verschiedenen Situationen verhält. Das Wissen über Jagdtechniken, soziale Interaktion, Nahrungs- und Paarungsgebiete oder Wanderrouten wird von erwachsenen Tieren über Generationen an junge Wale weitergegeben. [3]

Sind Orcas sozial?

Orcas sind sehr soziale Tiere und nehmen sogar neue Mitglieder in ihren Pod auf. So wurden 2019 und 2022 zwei aus der Gefangenschaft freigelassene Schwertwale in einer wild lebenden Orca-Gruppe gesichtet. [4, 5] Die beiden Orcas waren aus einem berüchtigten Walgefängnis in Russland wieder freigelassen worden.

3. Komplexes Sozialverhalten und vielschichtige Sozialstrukturen

Männliche Schwertwale verlassen ihre Pods häufig, um bei der Paarung den Genpool auszuweiten. Sie kehren jedoch oft wieder zu ihrer ursprünglichen Gruppe zurück und halten lebenslang Kontakt zu ihren Müttern. Auch weibliche Orcas wenden sich gelegentlich von ihren Müttern ab, um eine eigene Gruppe aufzubauen. Die Gründung einer neuen Gruppe dauert jedoch sehr lange, und die Wale entfernen sich dabei nicht weit von ihrem ursprünglichen Pod.

Wenn sich größere Gruppen zusammenschließen, handelt es sich normalerweise um verwandte Mutterlinien. Diese sogenannten Klans trennen sich nach einer Weile wieder, die ursprünglichen Familiengruppen bleiben jedoch ein Leben lang zusammen. [4]

Wie lange sind Orcas schwanger?

Die Schwangerschaft eines weiblichen Schwertwals dauert rund 15 Monate. Sie bekommt alle paar Jahre immer nur ein Baby. [2] Im Verlauf ihres Lebens bringen Orca-Frauen um die fünf Kinder zur Welt. Im späteren Alter durchlaufen die Orcaweibchen eine Menopause, sind aber auch danach noch sehr wichtige Mitglieder ihrer Familiengruppe. Forscher:innen fanden heraus, dass die Orcagroßmütter für das Überleben der Gruppe enorm wichtig sind. [10]

Orcas im Meer
Weibliche Orcas bekommen etwa fünf Kälber und bleiben nach der Menopause wichtige Gruppenmitglieder.

4. Orcas können miteinander sprechen

Jede einzelne Orca-Gruppe kommuniziert in ihrem eigenen Dialekt; vor allem bei der Jagd scheinen sich die Wale untereinander abzusprechen. [2] Die Schwertwal-Sprache erfolgt über unterschiedlichste Laute, die von Pfeiftönen über bestimmte Rufe bis hin zu Klicklauten oder Klatschgeräuschen reichen. Mit ihrem Blasloch können Orcas ebenfalls Töne erzeugen. Jede Familiengruppe hat somit ihre eigene Sprache mit eigenen Dialekten, sodass sich nur Mitglieder eines Pods untereinander vollständig verstehen. [4]

5. Orcas haben ein großes Gehirn

Unter allen Tieren haben Orcas das zweitgrößte Gehirn. Es kann bis zu sieben Kilogramm wiegen und ist damit viermal größer als das menschliche Gehirn. Schwertwale können sich selbst im Spiegel erkennen und sind zu einer breiten Palette an Emotionen fähig: Frustration, Angst, Freude, Liebe und Wut sind nur eine kleine Auswahl an Gefühlen, die Schwertwale empfinden können. [4]

Orca schaut aus dem Meer
Orcas haben das zweitgrößte Gehirn im Tierreich und können eine Vielzahl von Emotionen empfinden.

6. Schwertwale sind in allen Weltmeeren zuhause

Orcas leben in allen Weltmeeren. Sie fühlen sich sowohl in den Tropen als auch in der Antarktis wohl. Auch was die Wassertiefe angeht, sind sie nicht wählerisch: So streifen die Meeresbewohner durch flache Küstengewässer, aber auch durch die Tiefen der Ozeane. [3]

Wie viele Orcas gibt es weltweit?

Schätzungen zufolge gibt es in den Weltmeeren mindestens 50.000 Schwertwale: 25.000 von ihnen sollen in der Antarktis leben, 8.500 im tropischen Pazifik, 2.000 bis 2.700 im Nordostpazifik und 500 bis 1.500 in den Meeren vor Norwegen und Grönland. [6]

7. Schwertwale sind reisefreudig

Während Orcas normalerweise etwa 15 km/h zurücklegen, beschleunigen sie in bestimmten Situationen auf bis zu 55 km/h. [6] Biolog:innen haben beobachtet, dass Orcas, die in der Antarktis jagen, manchmal Tausende Kilometer weit in subtropische Gewässer schwimmen. Die Forscher:innen haben zwölf Tiere mit Sendern markiert und konnten so verfolgen, dass einer der Schwertwale in 42 Tagen 9.400 Kilometer zurücklegte, das entspricht fast 224 Kilometern am Tag. [7]

Orcas können über 1.000 Meter tief und etwa 15 Minuten lang tauchen, bis sie zum Luftholen auftauchen müssen. [8]

Orcas im Meer
Orcas erreichen bis zu 55 km/h, schwimmen tausende Kilometer weit und können über 1.000 Meter tief tauchen.

8. Schwertwale jagen ihre Nahrung

Schwertwale jagen ihre Nahrung und nutzen häufig ausgeklügelte Jagdstrategien, bei denen mehrere Tiere zusammenarbeiten. Dabei treiben sie beispielsweise ihre Beute zusammen, erzeugen Wellen oder greifen große Tiere gemeinsam an. [11] Die Nahrung von Schwertwalen ist vielfältig: Einige Orcas ernähren sich ausschließlich von Fischen, während andere Arten Säugetiere wie Robben, Pinguine und andere Wale bevorzugen. [2]

Auf welche Nahrung Orcas spezialisiert sind, hängt von ihrem bevorzugten Lebensraum ab: Die Wale passen sich den Regionen an und bilden entsprechende Verhaltensmuster. Vor den Küsten Norwegens fangen Schwertwale hauptsächlich Hering, in der Straße von Gibraltar ernähren sie sich viel von Blauflossen-Thunfisch, vor Neuseeland jagen sie Rochen und vor Westaustralien Buckelwalbabys oder Schnabelwale. [4]

Sind Orcas freundlich zu Menschen?

In freier Wildbahn verhalten sich Orcas Menschen gegenüber in der Regel friedlich und greifen sie nicht an. Jedoch kann es vereinzelt zu Unfällen kommen, gezielte Angriffe auf Menschen oder gar Todesfälle wurden jedoch nie dokumentiert. Vielmehr haben sich Orcas bei Begegnungen mit Menschen neugierig und spielfreudig gezeigt. Oftmals machen sie sich einen Spaß daraus, Fischer:innen Fische aus Netzen zu stehlen und auf andere unbekümmerte Weise mit Menschen zu agieren. [6] Sie wurden sogar dabei beobachtet, wie sie ihre Nahrung mit Menschen teilten, um Beziehungen aufzubauen. [12]

Lediglich das Leben in Gefangenschaft hat aufgrund von Monotonie und Frustration Aggressivität und Angriffe auf Menschen und Artgenossen zur Folge. [2]

9. Orcas können ein hohes Alter erreichen

Schwertwale werden in freier Natur um die 50 Jahre alt. [2] Bei frei lebenden weiblichen Orcas liegt die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 50 und 80 Jahren, männliche Tiere werden 30 bis 60 Jahre alt. In Einzelfällen erreichen Schwertwale auch ein Alter von über 100 Jahren. [6]

Orca im Wasser
Schwertwale erreichen in freier Natur ein Alter von bis zu 80 Jahren, Männchen bis zu 60 Jahren.

10. Orcas haben ein trauriges Leben in Gefangenschaft

In Gefangenschaft sterben Orcas meist deutlich früher als in Freiheit. Das durchschnittliche Lebensalter von Orcas, die in SeaWorld-Meeresparks gestorben sind, liegt derzeit bei 14 Jahren. [9] In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche wild lebende Orcas ihrer Heimat und ihren Familienverbänden entrissen und in Delfinarien eingesperrt. Die Gefangenschaft in den engen, trostlosen Becken ist für die Tiere eine tägliche Qual: Monotonie und Frustration führen zu Aggressivität und Angriffen auf Menschen und Artgenossen: [2] Schwertwal Tilikum beispielsweise, der im US-Meerespark SeaWorld Orlando in Gefangenschaft gehalten wurde, war am Tod von drei Menschen beteiligt.

„Wissenschaftliche Studien beweisen, dass viele Orcas in Gefangenschaft physisch und psychisch leiden: Aus Frustration kauen sie an den Betonwänden, springen teils aus den Becken – vermutlich, um aggressiven Artgenossen zu entkommen – oder donnern wiederholt gegen Metallgitter. […]“

Dr. Tanja Breining, Biologin und Fachreferentin bei PETA Deutschland
Orca im Meer
Es gibt etwa 50.000 Schwertwale, hauptsächlich in der Antarktis und dem tropischen Pazifik.

Hat der Loro Parque auf Teneriffa noch Orcas?

Im Loro Parque auf Teneriffa werden Orcas noch immer in viel zu kleinen Betonbecken eingesperrt. Orca Morgan brachte erst im Frühjahr 2025 ein weiteres Baby im Loro Parque zur Welt, nachdem ihr erstes Kind Ula im Alter von zwei Jahren verstarb. Mit dieser Geburt verhindert der Loro Parque, dass die Haltung von Orcas in Gefangenschaft endlich beendet wird.

Immer wieder kommt es dort zu verfrühten Todesfällen: Im Jahr 2024 verstarb Orca Keto im Alter von 29 Jahren. Er verbrachte sein gesamtes Leben in Gefangenschaft.

Helfen Sie Orcas in Gefangenschaft: Artgerecht ist nur die Freiheit!

In Einrichtungen wie dem Loro Parque wird das natürliche Verhalten der intelligenten Wale unterdrückt, ihre Bedürfnisse werden ignoriert. Als Folge davon leiden die Tiere physisch und psychisch; ihr Schmerz kann sich in aggressivem Verhalten gegenüber Artgenossen zeigen, mit denen sie sich ein Becken teilen müssen. Delfinarien können den intelligenten, sozialen Schwertwalen niemals ein artgerechtes Zuhause bieten. Orcas und andere Delfine gehören in die Freiheit – nur dort können sie ihrem natürlichen Verhalten in Familienverbänden nachgehen und ein glückliches Leben führen. [4]

Helfen Sie den Orcas, indem Sie

  • keine Delfinarien und Meereszoos besuchen – für die Tiere bedeutet die Gefangenschaft ein Leben voller Leid und Entbehrung.
  • sich darüber informieren, warum empfindsame Lebewesen nicht zu Unterhaltungszwecken in Gefangenschaft gehören.
  • unsere Petition unterschreiben und so TUI auffordern, keine SeaWorld- und Loro Parque-Tickets zu verkaufen.

Häufig gestellte Fragen zu Orcas bei PETA

  • Sind Orcas vom Aussterben bedroht?

    Weltweit gesehen sind Orcas aktuell nicht vom Aussterben bedroht. Allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage für eine genaue globale Einstufung unvollständig, da Orcas weltweit in sehr unterschiedlichen Gruppen leben. Einige regionale Populationen von Orcas sind jedoch stark gefährdet. Dazu gehören etwa die „Southern Resident“-Orcas vor der nordwestamerikanischen Küste, deren Bestand seit 2022 nur noch rund 73 Individuen umfasst.

    Auch die Orcas in der Straße von Gibraltar bilden eine kleine, genetisch isolierte Subpopulation des Atlantiks mit etwa 50 erwachsenen Tieren. Sie sind laut der IUCN als „vom Aussterben“ bedroht.

    Hauptursachen für den Rückgang der Populationen sind die durch den Menschen verursachte Nahrungsverknappung, Meeresverschmutzung und die Zerstörung des Lebensraums. [13]

  • Sind Menschen Feinde von Orcas?

    Der Mensch ist der einzige Feind des Orcas, da die Tiere keine natürlichen Feinde haben. Die größten Bedrohungen gehen für sie von menschlichen Aktivitäten aus. Dazu zählen gezielte Tötungen in einigen Regionen aufgrund von Konkurrenz zur Fischerei sowie die Verknappung ihrer Nahrungsgrundlage durch Überfischung. Zudem verenden sie auch oft als „Beifang“ in Fischfangnetzen. [13]

    Der kommerzielle Fischfang schädigt Meereslebensräume und wirkt sich daher auch negativ auf Orcas aus. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Fischkonsum überdenken. Eine vegane Ernährungs- und Lebensweise trägt zum Schutz der Meeresbewohner und der marinen Artenvielfalt bei.

  • Sind Orca-Shows noch erlaubt?

    Weltweit wurden Orca-Shows aus Tierrechtsgründen weitgehend verboten. In Europa ist der Loro Parque auf Teneriffa mittlerweile der einzige Ort, an dem noch Orca-Shows stattfinden, da andere Länder wie beispielsweise Frankreich die Haltung von Orcas in Gefangenschaft untersagt haben. [14]

    Bitte vermeiden Sie den Besuch von Delfinarien und Meereszoos, damit diese langfristig geschlossen werden. Für die Tiere bedeutet ein Leben in Gefangenschaft oft erhebliches Leid, da ihre natürlichen Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.