Taiji-Bucht in Japan: Jahr für Jahr Hunderte Delfine grausam getötet

In der Bucht von Taiji werden jedes Jahr zwischen September und März mehrere Hundert Delfine bei einer mitleidlosen Treibjagd grausam getötet. Vorbeiziehende Delfingruppen werden in die Bucht getrieben, die anschließend mit Netzen abgesperrt wird, sodass die Tiere nicht fliehen können.

Die schönsten Delfine werden für Zoos aussortiert, wo sie dann lebenslang eingesperrt sind. Die anderen Tiere werden getötet und zu Fleisch verarbeitet. Japan zeigt noch immer kein Einsehen und führt die Treibjagd fort: In der Saison 21/22 dürfen in Taiji bis zum 1. März 1.849 Delfine getötet werden. [1]

Ric O’Barry, ehemaliger Trainer der „Flipper-Delfine“ und Gründer des Dolphin Projects, machte 2009 mit seinem Dokumentar-Thriller „The Cove“ („Die Bucht“) die ganze Welt auf das Delfinmassaker in Taiji aufmerksam.

Doku „Die Bucht“ zeigt grausames Ausmaß der Delfin-Tötungen

Bereits 2009 enthüllte der Dokumentarfilm „Die Bucht“ die blutige und extrem grausame Jagd  auf Delfine, die jedes Jahr zwischen September und März im japanischen Taiji stattfindet. Auch wenn heute weit weniger Delfine getötet werden als noch 2009, sterben weiterhin unzählige Delfine jedes Jahr einen qualvollen Tod in der kleinen Bucht. Bei der Jagd konnten Tierschützer:innen filmen, wie ein Delfinjäger ein höchstens drei Monate altes Delfinbaby längere Zeit unter Wasser drückte, bevor es getötet wurde. Viele Delfine werden jedes Jahr nach dem Fang an Meereszoos verkauft. [2]

Der Film „Die Bucht“ zeigt den engagierten Kampf des ehemaligen Delfintrainers und heutigen Tierschützers Ric O‘Barry gegen die Delfinjagd und gegen Delfinarien. Was O’Barry im japanischen Küstenort Taiji entdeckte, ist unvorstellbar: In einer abgelegenen Bucht, die von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet wird, werden jedes Jahr Hunderte Meerestiere grausam getötet. Bis zur Veröffentlichung von O’Barrys Doku hatte die breite Öffentlichkeit keine Kenntnis von dem Massaker, das sich jedes Jahr in der japanischen Bucht abspielt.

Obwohl der Film im März 2010 mit dem Oscar zum besten Dokumentarfilm gekürt wurde und weltweite Empörung und Proteste auslöste, [3] sterben jedes Jahr noch immer Hunderte Delfine einen qualvollen Tod in der Bucht von Taiji.

So qualvoll sterben Delfine in Taiji

Bei der Jagd treiben Delfinjäger:innen die Tiere mit Booten aus dem offenen Meer in die Bucht, die sie dann mit Netzen absperren und den Delfinen so jede Fluchtmöglichkeit nehmen. Dann suchen sie sich zunächst die schönsten Tiere aus, um sie für Tausende Dollar an Delfinarien und Meereszoos in aller Welt zu verkaufen. [3] Die übrigen Delfine werden für den Fleischkonsum getötet, auch wenn die Gewinnspanne dabei deutlich geringer ist als beim Verkauf der Tiere an Zoos. [3]

Seit der Veröffentlichung der Doku „Die Bucht“ wird das Töten der Delfine vor der Öffentlichkeit verborgen – ist jedoch genauso brutal wie zuvor. Delfinjäger:innen ziehen die gefangenen Delfine nun in einen mit Plastikplanen abgedeckten Bereich, sodass Tierschützer:innen das Töten nicht filmen können. Dann rammen sie einen Metallstab hinter dem Blasloch in den Körper der Delfine und durchtrennen so das Rückenmark. Um den Blutverlust – und damit die Rotfärbung der Bucht – zu minimieren, wird ein Holzkorken in die Einstichwunde hinter dem Blasloch gesteckt. Dann werden die getöteten Delfine auf Boote geladen und zur Verarbeitung abtransportiert. Da das Fleisch von Delfinen meist hochgradig quecksilberbelastet ist und beim Menschen zu schweren Vergiftungen führen kann, sinkt die Nachfrage nach Delfinfleisch – dennoch findet die Jagd jährlich weiter statt. [5]

Fleisch: Leid und Tod für unzählige Tiere

Während der Verzehr von Delfinfleisch in Japan lange als regionales Phänomen galt, konsumiert heute nur noch eine Minderheit der Japaner:innen das Fleisch der Meerestiere. Gegenüber den Tierschützern von Ric O‘Barrys Team nannten die Delfinjäger:innen als Gründe für ihre jährliche Treibjagd neben dem Fleischkonsum und dem lukrativen Verkauf der Delfine an weltweite Meereszoos auch die Tatsache, dass Delfine in Zeiten der Überfischung als Nahrungskonkurrenten erachtet und daher getötet werden. [4]

Ganz gleich, ob es sich um Delfine, Kühe, Schweine oder Hühner handelt: Für jeden Konsum von Fleisch muss ein Tier sein Leben lassen und einen qualvollen Tod erleiden. Alle Tiere sind fühlende Lebewesen – unabhängig davon, in welche Kategorien wir Menschen sie einordnen. Die Unterscheidung zwischen sogenannten Nutztieren und jenen Tierarten, die unserer Ansicht nach ein schönes Leben in Freiheit verdient haben, ist willkürlich und nennt sich Speziesismus.

Wie Sie Delfinen helfen können

  • Bitte besuchen Sie keine DelfinarienMeereszoos oder andere Tierparks, in denen fühlende Lebewesen zur Unterhaltung von Menschen missbraucht werden. Setzen Sie sich für die Schließung solcher Einrichtungen ein.
  • Bitte wenden Sie sich an die japanische Botschaft in Berlin und fordern Sie ein Ende der blutigen Delfinjagd in Taiji.
  • Bitte unterschreiben Sie unsere Petition für die Umsiedlung von Delfinen aus deutschen Zoos in Auffangstationen!