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Grausame Jagdarten in Deutschland: 8 Methoden, die Tiere quälen

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In Deutschland werden schätzungsweise jedes Jahr fünf Millionen Wildtiere bei der Jagd getötet – oft auf grausame Weise. Viele Jagdarten sind noch immer erlaubt, obwohl sie Tieren großes Leid zufügen und es regelmäßig zu Jagdunfällen kommt.

Jäger:innen nutzen zum Töten verschiedene Jagdmethoden, darunter Einzeljagden, Treibjagden und Drückjagden, bei denen Tiere durch „Jagdhunde“ und Lärm aufgescheucht und erschossen werden. Zudem werden Tiere mit Schlagfallen getötet oder in Lebendfallen gefangen – und dann getötet.

Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Jagdarten vor und zeigen, warum sie aus Tierschutzsicht hochproblematisch sind.

1. Treib- und Drückjagden verursachen gefährliche Wild- und Jagdunfälle

Für sogenannte Treib- und Drückjagden schließen sich oft mehrere Jäger:innen und Treiber:innen zusammen. [1] Bei diesen Arten der Gesellschaftsjagd besteht eine besonders hohe Gefahr für Zusammenstöße zwischen Autos und Wildtieren oder auch „Jagdhunden“. Solche Kollisionen verlaufen für die Tiere auf beiden Seiten meist tödlich und werden als Wildunfälle bezeichnet.

Bei der Treib- und Drückjagd scheuchen Jagdgruppen mit ihren „Jagdhunden“ vor allem Rehe und Wildschweine, aber auch Vögel und Hasen auf. Durch die panisch flüchtenden Tiere kommt es häufig zu Fehlschüssen. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben insbesondere bei Drückjagden – je nach Tierart – bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. Sie flüchten mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien, quälen sich oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod. [2]

Fehlschüsse gehen jedoch auch in die andere Richtung. Regelmäßig kommt es zu Jagdunfällen, bei denen auch unbeteiligte Menschen wie Spaziergänger:innen von querschlagenden Kugeln getroffen werden oder die Gewehrkugeln sogar durch die Windschutzscheibe in fahrende Autos einschlagen. [3]

2. Ansitz- und Pirschjagd: Tiere werden aus dem Hinterhalt erschossen

Während sich Jäger:innen bei der Ansitzjagd zum Beispiel auf einem Hochsitz auf die Lauer legen und die Tötung durch Beobachten der Rehe und Wildschweine planen, findet die Pirschjagd praktisch im Wohnzimmer der Wildtiere statt. Dabei dringt die jagende Person schleichend gegen die Windrichtung in die Reviere ein und tötet die Tiere aus dem Hinterhalt. Diese Jagdform erzeugt großen Stress für die im Gebiet beheimateten Tiere: Als Folge meiden sie den Ort aus Angst, wagen sich nur noch nachts hervor und werden generell misstrauisch und scheu gegenüber Menschen.

3. Fangjagd: Tiere werden in Fallen verstümmelt, zerquetscht und getötet

In vielen Teilen Deutschlands ist für die Jagd mit Fallen keine oder eine nur unzureichende zusätzliche Qualifikation für den Jäger:innen notwendig. Das bedeutet jedoch unfassbare Qualen für Waschbären, Füchse, aber auch Katzen, Hunde sowie zahlreiche andere Tierarten, die gewollt oder versehentlich hineingeraten. Die in vielen Bundesländern noch immer erlaubten Totschlagfallen, auch Fangeisen genannt, töten die gefangenen Tiere oft nicht sofort. [4]

In Deutschland sind lediglich Tellereisen verboten, andere Fallenvarianten sind jedoch vielerorts erlaubt. Totschlagfallen müssen in sogenannten Fangbunkern, -gärten oder -kisten aufgestellt werden, damit gewährleistet wird, dass Menschen nicht hineintreten und laut Herstellerangaben nur bestimmte Tierarten hineinpassen. In der Praxis können solche Fallen jedoch kaum zwischen verschiedenen Arten, die ähnliche Körpermerkmale aufweisen, unterscheiden. In den Kisten und Röhren bleibt das Leid der Tiere meist im Verborgenen.

Wenn die mit Lockmitteln wie Nahrung und Duftstoffen präparierten Metallgebilde zuschnappen, verursachen sie häufig offene Wunden oder schmerzhafte Zerquetschungen bis hin zu Verstümmelungen von Körperteilen. Die gefangenen Tiere haben keine Möglichkeit, der Falle zu entkommen und sterben oft einen langsamen, qualvollen Tod. Auch die Jagd mit Lebendfallen endet meist tödlich: Nachdem die Tiere Todesängste in ihrem Gefängnis ausstehen mussten, erschießen Jäger:innen die gefangenen Füchse, Marder oder Waschbären in der Regel per Kopfschuss.

4. Baujagd auf Füchse und Dachse endet meist in tagelangen Todeskämpfen

Eine weitere grausame Jagdmethode, die vorrangig bei Füchsen, seltener auch bei Dachsen angewendet wird, ist die Baujagd. Dabei müssen die scharfgemachten Hunde in Tunnelsysteme kriechen und die Füchse durch Bellen und Drohgebärden heraustreiben. Da Fuchsmütter bis in den Tod für ihren Nachwuchs kämpfen, erleiden sowohl Fuchs als auch Hund oft grauenhafte Verletzungen wie Kieferbrüche und Zerfetzungen [5] – noch bevor der Fuchs aus dem Bau getrieben wurde und die bereits lauernden Jäger:innen das Feuer eröffnen. Im schlimmsten Fall graben oder baggern Jäger:innen den Bau auf, etwa um einen feststeckenden „Jagdhund“ herauszuholen und den Fuchs oder den Dachs zu töten. Die Wildtiere haben keinerlei Chance, zu entkommen. Jäger:innen richten ihre Hunde für die Baujagd auf Füchse in sogenannten Schliefenanlagen ab, wo Füchse für das grausame „Training“ gefangen gehalten werden.

5. Greifvögel werden für grausame Beizjagden abgerichtet

Auch bei der Beizjagd machen sich Jäger Tiere gefügig, um andere zu töten. So werden in Falknereien Greifvögel abgerichtet und dem Willen der Menschen unterworfen. Damit die eingesetzten Falken entsprechend fangbereit sind, lassen Falkner:innen die Greifvögel hungern und dann zu Jagdzwecken auf Wildtiere wie Hasen, Tauben oder sogar Füchse los – also Tiere, die in der Natur nicht alle auf dem Speiseplan eines Falken stehen. [6] Die aus den Greifvogelattacken resultierenden Verletzungen sind enorm und führen nicht nur bei größeren Tieren meist zu einem qualvollen Todeskampf.

6. Gatter- oder Zaunjagd: ein chancenloses Todesurteil für Tiere

Die Gatter- oder auch Zaunjagd ist ein weiteres Beispiel für den feigen Charakter gängiger Jagdpraktiken. Dabei sind die todgeweihten Tiere in eingezäunte Areale eingesperrt und haben keine Chance, den lauernden Schütz:innen zu entkommen. [7] Wenn Hobbyjäger:innen und Jagdinfluencer:innen in den sozialen Medien mit Trophäenbildern prahlen und sich mit einem selbst getöteten wilden Tier fotografieren lassen, handelt es sich nicht selten um eine als Jagdreise gebuchte Gatterjagd. Besonders in einigen afrikanischen Ländern boomt diese Art des Tötens von Tieren in Kombination mit dem sogenannten Jagdtourismus. Manche Menschen zahlen bis zu 45.000 Euro, um ein wehrloses Tier in einem eingezäunten Areal zu töten. [8]

7. Erntejagd: gefährliche und grausame Jagd im Maisfeld

Neben Rehen suchen auch Wildschweine aufgrund des unbegrenzten Nahrungsangebots und der Versteckmöglichkeiten immer öfter Zuflucht in Mais-, Getreide- und Rapsfeldern. Zur Erntezeit arbeiten Landwirt:innen und Jäger:innen dann Hand in Hand: Landwirt:innen häckseln mit dem Mähdrescher enger werdende Bahnen in das Feld und treiben die darin befindlichen Tiere mit den rotierenden Klingen zusammen. Sobald sich die Vierbeiner zeigen, werden die auf mobilen Schießständen um das Feld herum positionierten Jäger:innen aktiv und schießen – meistens stirbt die gesamte Tiergruppe. Da Erntejagden von Landwirt:innen häufig kurzfristig anberaumt werden und sowohl Menschen als auch Tiere in Bewegung sind, kommt es hier besonders oft zu Jagdunfällen mit Menschen. [9]

8. Nachsuche

Die Nachsuche ist streng genommen keine eigenständige Jagdart, wird aber häufig als Teil der Jagdpraxis verstanden. Dabei sollen angeschossene oder verletzte Tiere mithilfe von sogenannten Jagdhunden aufgespürt und „erlöst“ werden. Dass solche Nachsuchen überhaupt notwendig sind, mach deutlich, wie häufig Tiere bei Jagden nur verletzt und nicht sofort getötet werden. Für die Tiere bedeutet das oft Stunden oder Tage voller Qualen, bevor sie gefunden werden. Wird ein Tier gefunden, wird es oft mit einem Messer getötet – wenn das Tier panisch ist, kann dies auch einen längeren Todeskampf bedeuten.

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