Füchse retten: Schliefenanlage in Lemgo-Voßheide jetzt schließen!

Die Schliefenanlage in Voßheide, einem Ortsteil der nordrhein-westfälischen Stadt Lemgo, besteht seit 1960 und ist damit die älteste und skandalöseste ihrer Art in Deutschland. Füchse werden in dieser Anlage in kleinen Zwingern gefangen gehalten und eingesetzt, um Jagdhunde für die Baujagd auf Füchse und Dachse „scharf“ zu machen. Für die Füchse bedeutet dies ein Leben in Angst und Panik.

PETA überreicht Petition und erstattet Strafanzeige

Wir von PETA Deutschland haben bereits im November 2018 eine Petition für die Schließung der Anlage mit über 7.000 Unterschriften an den Landrat Dr. Axel Lehmann übergeben. Auch der Lokalpolitiker Ralf Kersting (Grüne Lemgo) überreichte über 11.000 weitere Unterschriften mit der Forderung, dass diese Tierquälerei beendet wird. Daneben unterstützen unsere Forderung auch der BUND Lippe, die Vorsitzende und andere Vertreter des örtlichen Tierschutzvereins „Unsere Hände für viele Pfoten“, Marianne Rautenberg, sowie die neu gegründete Bürgerinitiative „Gegen Tierhatz“ mit der Vorsitzenden Dr. Jutta Micholka-Metsch.

Da die Schliefenanlage Lemgo-Voßheide trotz Unterschriftensammlung nicht geschlossen wurde, haben wir im Februar 2020 Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat daraufhin ein offizielles Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Wir werden uns weiterhin hartnäckig für die Füchse einsetzen, bis die Schliefenanlage geschlossen wird.

Was ist eine Schliefenanlage?

In einer sogenannten Schliefenanlage findet die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen statt. Die Anlage besteht aus einem künstlich angelegten Tunnelsystem, welches einen Fuchsbau simuliert. Ziel ist es, die Jagdhunde auf den Fuchs abzurichten, damit sie künftig auf Baujagden eingesetzt werden können. Der Fuchs verbringt in der Schliefenanlage ein Leben in Gefangenschaft und Todesangst, denn die Jagdhunde werden in dem Tunnelsystem immer wieder auf ihn gehetzt. Genau wie Schliefenanlagen sind auch Baujagden in nahezu allen deutschen Bundesländern noch immer völlig legal.

Schliefenanlagen in Deutschland immer noch erlaubt

In anderen europäischen Ländern sind Schliefenanlagen aufgrund der Grausamkeit längst verboten. In Deutschland hingegen gibt es noch Dutzende dieser Anlagen, die meist abseits und unscheinbar verborgen liegen. In Nordrhein-Westfalen wurde das ökologische Jagdgesetz im Februar 2019 gekippt und grausame Praktiken wie die Baujagd und damit auch Schliefenanlagen wieder eingeführt.

Schliefenanlagen sollen Jagdhunde „raubwildscharf“ machen

Für das Jagdhunde-Training wird der Fuchs in einen durch Gitter vom Hund getrennten Kessel gesetzt, um dort von den Jagdhunden aufgespürt zu werden. Auch wenn der Fuchs laut Jägern angeblich nicht in direkten Kontakt mit dem Jagdhund kommt, lebt er in ständiger Todesangst. Für ein Wildtier bedeutet das Eingesperrtsein und die ständige Gegenwart von Menschen und Hunden erheblichen Stress. Juristen und Veterinärmediziner bestätigen die Tierschutzwidrigkeit und Grausamkeit dieser Anlage. Wie oft es zu „Unfällen“ kommt oder was mit den Füchsen geschieht, wenn sie krank oder alt werden, bleibt uns verborgen.

Die Fuchsjagd muss gestoppt werden

Jäger benutzen Füchse lediglich als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der nützlichen Tiere. Die Regierung in Luxemburg hat bereits im April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse durchgesetzt. Die laut Jägern angeblich zu erwartenden Horrorszenarien mit einer Überpopulation der Füchse oder Krankheiten haben sich nicht bewahrheitet. Als Gesundheitspolizei sind Füchse ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur, und ein Verbot der Fuchsjagd in Deutschland ist längst überfällig.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an den Landtagsabgeordneten Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn höflich, sich für ein Verbot der Jagd auf Füchse auf Landesebene einzusetzen.
  • Klären Sie Freunde und Bekannte über die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Ende der grausamen Fuchsjagd.