Skip to Content

10 spannende Ziegen-Fakten über Verhalten, Intelligenz und Ernährung

Teilen:

Die meisten Menschen wissen nur wenig über Ziegen – dabei sind die gehörnten Vierbeiner wirklich faszinierend! Oder hätten Sie gedacht, dass Ziegen erlernte Fähigkeiten nie wieder verlernen und echte Feinschmecker sind? Oder dass sie mit ihren Artgenossen über ihre Gefühle „sprechen“? Hier finden Sie spannende Fakten über Ziegen, die Sie erstaunen werden.

Inhalte im Überblick

1. Ziegen sind Feinschmecker

Ziegen essen bevorzugt Blätter und Baumbewuchs. Kräuter und Gras machen jeweils etwa 20 Prozent ihrer natürlichen Nahrung aus. Dabeinaschen sie gerne und suchen sich ihr Lieblingsessen genau aus: So reißen sie beispielsweise von Dornenbüschen nur die Blätter ab, klettern auf Bäume, um an köstliche Zweige zu gelangen, und suchen sich im Gras die leckersten Halme aus. [1]

2. Ziegen teilen Artgenossen ihre Gefühle mit

Eine Studie zeigte, dass Ziegen ihren Artgenossen mitteilen können, ob sie glücklich sind oder negative Gefühle empfinden – und zwar über ihre Stimme. Um das herauszufinden, nahm ein Team um den Verhaltensforscher Luigi Baciadonna die Rufe von Ziegen in negativen und positiven Situationen auf und spielte sie anderen Ziegen vor. Diese konnten zwischen den verschiedenen Emotionen unterscheiden, was Auswirkungen auf ihre Herzfrequenz und ihr Verhalten hatte. Negative Rufe sorgten für eine Beschleunigung des Herzschlags und die Tiere wurden deutlich aufmerksamer – was aus evolutionstheoretischer Sicht in Gefahrensituationen sehr sinnvoll ist. [2]

ziege isst gras
Ziegen ernähren sich vegan. Ihre Hauptnahrung besteht aus Kräutern, Gräsern und Blättern.

3. Ziegen handeln selbstlos

Ziegen sind soziale Tiere, die Handlungen ausführen, ohne selbst einen Vorteil daraus zu ziehen. In freier Wildbahn wurde beispielsweise beobachtet, dass Ziegen die Äste eines Apfelbaums herunterziehen, um ihren Artgenossen beim Erreichen der Früchte zu helfen. Am Forschungsinstitut für „Nutztierbiologie“ in Dummerstorf wurde der Altruismus der Tiere zudem auf die Probe gestellt.

In einem Experiment konnten Ziegen durch Springen auf eine Plattform einen Korb, gefüllt mit ihrem Lieblingssnack (rohe Penne-Nudeln), in einen abgezäunten Außenbereich herunterlassen. Die Ziege auf der Plattform konnte den Snack also gar nicht erreichen, ließ ihn aber selbstlos noch weiter herunter, um ihren heißhungrigen Artgenossen zum Genuss zu verhelfen. [3]

4. Ziegen haben niedliche Namen

Für Ziegen gibt es je nach Alter und Geschlecht unterschiedliche Namen. Weibliche Tiere nennt man „Geiß“ oder „Zicke“, männliche Tiere heißen „Bock“ oder im kastrierten Zustand „Mönch“. Jungtiere werden als „Kitze“, „Zicklein“ oder „Geißlein“ bezeichnet. Besonders der Name „Zicklein“ weckt bei vielen Menschen positive Gefühle passt gut zu den verspielten und neugierigen Jungtieren.

5. Ziegen werden schnell erwachsen

Ziegen entwickeln sich in sehr kurzer Zeit zu einem selbstständigen Tier. Schon wenige Minuten nach der Geburt stehen Kitze auf und laufen eigenständig umher. [4] Zudem beginnen sie ab einem Alter von 2 Wochen, neben der Ziegenmilch ihrer Mutter, Heu oder Weidegras zu essen. Nach 6 bis 8 Wochen ernähren sie sich bereits ausschließlich von fester Nahrung. [5] Auch die Geschlechtsreife setzt bei Ziegen vergleichsweise früh ein. In der Regel erreichen sie diese im Alter von etwa vier bis fünf Monaten. In Einzelfällen kann sie sogar noch früher auftreten. [6] Ziegen werden meist 10 bis 15 Jahre alt. [7]

Wie alt ist die älteste Ziege der Welt?

Die Ziege „Mc Ginty“ aus Großbritannien erreichte ein Alter von 22 Jahren und 5 Monaten. Bis zu ihrem Tod im November 2003 galt sie damit als die älteste dokumentierte Ziege der Welt. [8] Es ist jedoch sehr selten, dass Ziegen ein so hohes Alter erreichen.

ziege und ziegenbaby auf der wiese
Weibliche Ziegen werden Geiß genannt, Jungtiere häufig Zicklein.

6. Ziegen haben ein gutes Gedächtnis

Ziegen sind intelligente Tiere und können sich auch nach längerer Zeit noch an Erlerntes erinnern. In einer Studie lernten sie, eine verschlossene Box mit Nahrung mit einem einfachen Hebelmechanismus zu öffnen. Bemerkenswert war, dass sie diese Aufgabe auch nach einer langen Pause wieder problemlos lösen konnten. Die Forschenden stellten zudem fest, dass die Tiere schnell verstanden, wie der Mechanismus funktioniert, und ihr Verhalten bei veränderten Bedingungen anpassen konnten. Das zeigt, dass Ziegen Probleme durch Beobachtung und Erfahrung lösen können. [9]

7. Ziegen sind Veganer

Richtig gehört! Ziegen ernähren sich rein pflanzlich. Ihr Verdauungssystem ist darauf spezialisiert, faserreiche und schwer verdauliche Pflanzenbestandteile zu verwerten.

Als Wiederkäuer besitzen sie einen mehrkammerigen Magen, der die pflanzliche Nahrung durch Wiederkäuen effizient aufschließt. [10] Dadurch können sie auch in kargen Lebensräumen überleben, in denen andere Tiere kaum Nahrung finden. [11]

8. Ziegen haben horizontal ausgerichtete Pupillen

Ziegen haben seitlich am Kopf sitzende Augen mit horizontal ausgerichteten, rechteckigen Pupillen. Diese besondere Augenform sorgt für ein sehr breites Sichtfeld. Dadurch können Ziegen Feinde früh erkennen und ihre Umgebung gut im Blick behalten. Die horizontale Ausrichtung der Pupillen reduziert außerdem störendes Licht von oben und verbessert die Sicht auf den Boden. Selbst wenn Ziegen den Kopf senken, drehen sich die Pupillen mit, sodass ihr breites Sichtfeld auch beim Essen erhalten bleibt. [12]

ziege isst gras auf einer wiese
Dank ihrer waagerecht ausgerichteten Pupillen, haben Ziegen auch beim Essen ihre Umgebung umfassend im Blick.

9. Ziegen trinken bis zu 18 Liter Wasser am Tag

Ganz schön durstig: Der Wasserbedarf von Ziegen liegt zwischen 4 und bis zu 18 Litern pro Tag. Dies ist eine erstaunliche Menge für ein Tier dieser Größe. Besonders hoch ist der Bedarf bei schwangeren und säugenden Ziegen. Wie viel eine Ziege tatsächlich trinkt, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von Außentemperatur, Körpergewicht, Alter und der Zusammensetzung der Nahrung. Auch Witterung, Jahreszeit, Gesundheitszustand und die Haltungs- bzw. Lebensbedingungen spielen eine wichtige Rolle. [13]

10. Ziegen erkennen menschliche Emotionen

Ziegen können menschliche Gesichtsausdrücke unterscheiden und auf sie reagieren. In einer wissenschaftlichen Studie bevorzugten die Tiere Bilder von Menschen mit einem freundlichen, lächelnden Gesichtsausdruck gegenüber Bildern derselben Personen mit einem wütenden Ausdruck. Häufig wandten sie sich den freundlichen Gesichtern zuerst zu, betrachteten sie länger und beschnupperten sie ausdauernder als die mürrisch wirkenden Porträts. Dabei hatten weder das Geschlecht der abgebildeten Person noch das Geschlecht der Ziege einen Einfluss auf das Verhalten der Tiere. [14]

Mit veganen Alternativen Ziegen schützen

In der Tierwirtschaft werden Ziegen wegen ihrer Milch, ihres Fleisches und ihrer weichen Wolle ausgebeutet. Für Pullover, Schals und weitere Produkte aus Kaschmir reißen Arbeiter:innen Kaschmirziegen die Haare gewaltsam aus, sodass die Tiere vor Schmerzen schreien. Für die Herstellung von beispielsweise Mohair-Pullovern werden sie so skrupellos geschoren, dass sie teils klaffende Wunden davontragen. Viele der empfindlichen Tiere sterben nach der Schur an Kältestress bedingt durch Wind, Kälte und Feuchtigkeit. [5]

Helfen Sie den Ziegen, indem Sie Fleisch und Milch von Ihrem Speiseplan streichen und sich beim Kleidungskauf gegen Kaschmir- und Mohair-Produkte entscheiden. Es gibt zahlreiche vegane Wollalternativen, für die kein Tier leiden musste – nicht nur Sojaschnitzel und Haferdrink, sondern auch vegane Alternativen zu Wolle.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Ziegen bei PETA

  • Was sollte man im Umgang mit Ziegen vermeiden?

    Ziegen dürfen niemals an Fell, Beinen, Kopf, Ohren oder Schwanz hochgehoben oder gezogen werden. Ebenso wichtig ist es, die Tiere nicht an den Hörnern festzuhalten, da diese beschädigt werden oder abbrechen können. Hochschwangere Ziegen sollten zudem nur in Ausnahmefällen berührt werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, Stress und unnötige Belastungen für die Tiere zu vermeiden. [16]

  • Warum werden Ziegen steif und fallen um?

    Manche Ziegen, die sogenannten „myotonischen Ziegen“ werden bei plötzlicher Aufregung oder Erschrecken kurzzeitig steif und können umfallen. Ursache ist eine erblich bedingte Muskelstörung. Dabei entspannen sich die Muskeln nach einer Anspannung nicht sofort, sondern bleiben für einige Sekunden verkrampft. Die Tiere verlieren dabei jedoch nicht das Bewusstsein. [17]

    In der Vergangenheit wurden solche Ziegen absichtlich erschreckt, um das Verhalten zu filmen. Das ist jedoch problematisch, da die Tiere dadurch unnötigem Stress ausgesetzt werden. Die Ziegen sollten daher ruhig und respektvoll behandelt werden, um ihr Wohlbefinden nicht zu beeinträchtigen.

  • Werden Ziegen auch geschlachtet?

    Ja, Ziegen werden für ihr Fleisch getötet. Dazu werden die Tiere in einem Schlachthof durch einen Bolzenschuss in den Kopf betäubt. Dabei kommt es zu einer schweren Erschütterung des Gehirns und das Tier bricht danach bewusstlos zusammen. Die Tiere sind in dieser Situation sehr gestresst, verspüren Todesangst und leiden sehr. Da es heute viele pflanzliche Alternativen zu Tierprodukten gibt, lässt sich das Töten von Tieren zu Ernährungszwecken ethisch nicht mehr rechtfertigen und ist eine speziesistische Handlung und Tierquälerei. Konsumieren Sie daher pflanzliche Alternativen.