Tierqual in Ettlingen, aber Staatsanwaltschaft ermittelt nicht

Ettlingen Bauernhof: Staatsanwaltschaft ermittelt nicht

Katastrophale Zustände auf einem Bauernhof in Ettlingen

Bereits im März dieses Jahres hatten wir über einen Bauernhof in Ettlingen (bei Karlsruhe) berichtet, der Tiere hält, ohne sie wirklich zu versorgen. Wir hatten damals die Betreiber des Bauernhofs, den Leiter des Veterinäramts Karlsruhe und einen Amtsveterinär wegen Tierquälerei durch Unterlassen angezeigt und ein Tierhalteverbot sowie empfindliche Strafen wegen des Verstoßes gegen § 17 des Tierschutzgesetzes gefordert.

Staatsanwaltschaft nimmt keine Ermittlungen auf

Nun teilte uns die Staatsanwaltschaft Karlsruhe allen Ernstes mit, dass es nicht einmal Ermittlungen in diesem Fall geben wird! Somit wird auch keiner unserer acht Zeugen angehört!

Ein Skandal, wenn man sich folgende Beweisfotos anschaut:
 
Kühe müssen auf den Bergen ihrer eigenen Ausscheidungen liegen, die aussehen, als wären sie schon meterhoch.
 
Immer wieder verschwinden Tiere. Da das Gelände nicht ausreichend umzäunt ist und eine Straße in unmittelbarer Nähe verläuft, droht zusätzlich Unfallgefahr.
 
Zeugenaussagen zufolge hatte auf der Weide monatelang lediglich ein verschimmelter Strohballen gelegen. Um zu trinken, müssen die Tiere bis zum heutigen Tage an einen Bach unterhalb eines sehr steilen Hanges, den sie kaum herunterkommen. In der Vergangenheit stürzte bereits eine Kuh hinunter und musste mit einem Kran gerettet werden.
 
Für sehr abgemagerte Tiere werden vor allem die kalten Monate zum Überlebenskampf.
 
Dieser Esel konnte nicht einmal mehr aufstehen. Fürsorgliche Zeuginnen hatten eine Decke um ihn gelegt. Der Amtsveterinär hatte lediglich die Halter angerufen und auch den Zustand der Kühe für „noch ok” empfunden.

„Die beiden Landwirte sind offensichtlich völlig unfähig, sich um die in ihrer Obhut befindlichen Tiere zu kümmern. Sie vermarkten ihren Betrieb zumindest noch bis vor Kurzem als Bio, während die Tiere aufs Übelste vernachlässigt und unterversorgt wurden“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechtsabteilung von PETA. „Die Kühe und Esel waren ihrem Schicksal schutzlos ausgeliefert, da das zuständige Veterinäramt den Hof trotz mehrerer Meldungen offensichtlich nicht gewissenhaft kontrollierte und keine effektiven Maßnahmen zur Abstellung dieser Missstände vornahm.“ 

Wir geben nicht auf!

Da die Staatsanwaltschaft sich weigert, Ermittlungen in diesem Fall aufzunehmen, hat unsere Rechtsabteilung Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingelegt. Schließlich darf Unrecht nicht ungestraft bleiben: Alleine der Esel musste länger anhaltende, erhebliche Leiden erfahren und genau das sind die Tatbestandsmerkmale dieses Straftatbestands. Wenn die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe die Staatsanwaltschaft Karlsruhe anweist, die Verfahrenseinstellung aufzuheben, um die Ermittlungen aufzunehmen, können erstmals unsere Zeugen vernommen werden. Die dadurch gewonnenen Infos könnten dabei helfen, Entscheidungen (zugunsten der Tiere) zu treffen. – Wir werden Sie auf dem Laufenden halten!

So können Sie den Tieren helfen

Wenn Sie Tierleid dieser Art nicht mehr unterstützen wollen, dann probieren Sie es doch mal einen Monat lang ohne Produkte tierischen Ursprungs. Schließlich leiden Tiere selbst dann, wenn alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Kälber werden ihren Müttern im Normalfall bereits wenige Tage nach der Geburt weggenommen und getötet oder ausgebeutet. Aber auch Hühner, Schweine und andere Tiere werden bereits im Kindesalter für Fleisch getötet.

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.