Für alle, die „kein Fleisch aus Massentierhaltung” mehr essen

Sie haben die eine oder andere Undercover-Recherche gesehen, haben sich über die unterirdischen Zustände in den deutschen Mast- und Zuchtanlagen erschrocken und sind dann zum Entschluss gekommen, kein Fleisch aus der sogenannten Massentierhaltung mehr kaufen zu wollen?
Das ist großartig! Ihnen scheint das Wohl der Tiere wirklich am Herzen zu liegen und Sie sind bereit, aktiv etwas dafür zu unternehmen – auch wenn Sie dafür etwas tiefer in den Geldbeutel greifen müssen. Warum das aber lediglich der erste Schritt sein kann und wie Sie Tieren noch effektiver und weitreichender helfen können, erfahren Sie hier.
 

Deshalb reicht es nicht, lediglich „Fleisch aus Massentierhaltung” den Rücken zu kehren:

 

1. Es gibt kein artgerecht „produziertes” Fleisch

Auch wenn Ihnen die Werbung etwas anderes suggeriert: Es gibt kein artgerecht „hergestelltes” Fleisch. Sogenannte Tierschutzlabel auf Fleisch- oder Wurstwaren erfüllen lediglich den Zweck, Ihnen das schlechte Gewissen zu nehmen. Denn die tatsächlichen Verbesserungen sind für die Tiere, wenn überhaupt, geringfügig. Auch das Bio-Siegel bewirkt lediglich minimale Verbesserungen und ist somit Verbrauchertäuschung. Denn auch in Biobetrieben können bis zu 3000 Hühner in einem Stallabteil gehalten werden und es ist möglich, mehrere Stallabteile hintereinander zu bauen.


Trotz Label wird Ferkeln oftmals auch heute noch ohne Betäubung die Haut über den Hoden aufgeschlitzt, um die Hoden herauszudrücken. Anschließend werden die Samenstränge durchtrennt oder einfach herausgerissen. Kälbern wird der Hornansatz mit einem mehrere hundert Grad heißen Brennstab ausgebrannt, wodurch sie große Schmerzen erleiden. Auch für andere Tiere ist diese völlig legale Tierquälerei an der Tagesordnung. Kranke und verletzte Tiere sind oftmals sich selbst überlassen. In kleinen Betrieben sieht es nicht unbedingt besser aus. Auch hier ist es möglich, ein 100 Kilogramm schweres Schwein auf einer Fläche von 0,75 Quadratmetern zu halten. Und selbst wenn das Fleisch mit einem Premium-Bio-Siegel (wie Bioland, Naturland und Demeter) versehen ist, war das dafür getötete Tier ein bloßes Produktionsgut, das hauptsächlich wirtschaftlich sein muss.


Die Fahrt zum Schlachthaus wird für die verängstigten und teilweise verletzten Tiere zum Horrortrip. Auch wenn Fleischproduzenten es gerne anders verkaufen, werden Tiere oftmals unter Zeitdruck gewaltsam auf die LKWs getrieben oder an den Beinen in Kisten geschleudert, um sie anschließend Enge, Hitze oder Kälte auszuliefern. Können Sie sich vorstellen, unter welcher Angst die feinfühligen Tiere bei einer solchen Fahrt leiden müssen? – Schweine, Gänse und andere Tiere sind zu diesem Zeitpunkt sogar noch im Kindesalter.

 

2. Die Schlachtung ist niemals human

Ob für Discounter-, Bio- oder Demeter-Fleisch – alle Tiere landen im Schlachthaus. Hier werden Hühner kopfüber in ein Wasserbad getunkt, durch das Strom fließt. Hier wird Rindern das Gehirn mit einem Schussbolzen zertrümmert. Hier werden Schweine mit Gondeln in Gaskammern gelassen, wo sie panisch schreien, weil sie keine Luft mehr bekommen.

Nach offiziellen Angaben der Bundesregierung sind jährlich weit über 300 000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine nicht richtig betäubt, wenn ihnen die Kehle aufgeschlitzt wird und sie kopfüber verbluten. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.


 

3. Kein Lebewesen will sterben

Stellen wir uns doch einmal vor, es wäre trotz der wirtschaftlichen Sicht der Fleischindustrie möglich, ein Tier in einem artgerechten und zu 100 % tierfreundlichen Umfeld aufwachsen zu lassen. Es könnte mit seinen Artgenossen kilometerweit über die Wiese tollen, würde ein selbstbestimmtes und glückliches Leben führen und auch für sein gesundheitliches Wohl wäre rund um die Uhr gesorgt: Auch dieses Tier würde im Schlachthaus enden. Man würde es mitten aus seinem glücklichen Leben reißen, ihm die Kehle aufschneiden und es anschließend zerstückeln. Kein Tier der Welt wäre damit einverstanden. Oder dürfte man Ihren Hund töten, weil er bisher ein schönes Leben hatte? Oftmals kommt an dieser Stelle noch das Argument, Tiere seien dafür gezüchtet worden. Doch auch die Qualzucht geschah ohne die Einwilligung der leidtragenden Tiere und nur, weil etwas täglich geschieht, ist es noch lange nicht richtig.
 

Fleischlos war noch nie einfacher als heute

In unserer modernen und aufgeklärten Gesellschaft hat Fleisch schon lange keinen Platz mehr. Insgeheim weiß jeder mitfühlende Mensch, dass es falsch ist, das Leid und den Tod von Tieren mit dem eigenen Geld zu unterstützen. Glücklicherweise muss das heutzutage auch niemand mehr. Köstliche Fleischalternativen finden sich mittlerweile in jedem Supermarkt. Noch mehr Auswahl gibt es online. Probieren Sie es einfach mal aus: Für die Tiere zählt jede einzelne Mahlzeit. Auch die Umwelt und Ihre eigene Gesundheit profitieren von einer fleischlosen Ernährung.


Unsere Autoren

Isabella Lynley

Als Content Producer kämpft Isabella Lynley für die Rechte ALLER Tiere.