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Bodendegradation: Auswirkungen der Tierwirtschaft auf Böden

Jahr für Jahr werden viele Hektar fruchtbarer Boden zerstört oder unbrauchbar gemacht. So geht in einigen Regionen jedes Jahr rund ein halber Zentimeter Boden verloren. Was nach wenig klingt, ist in der Realität eine schleichende Katastrophe – denn ohne fruchtbaren Boden gibt es zu wenig Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung. [1]

Was genau sind die Ursachen dieser sogenannten Bodendegradation – und was können wir tun, um unsere Böden zu retten?

Inhaltsverzeichnis

Wie die landwirtschaftliche Tierhaltung unsere Böden und unsere Lebensgrundlage zerstört

Der Boden spielt eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem: Ein Leben ohne guten, fruchtbaren Boden ist undenkbar. Fruchtbare Böden bilden sich nur sehr langsam, und ihre Entstehung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So sorgen der geologische Untergrund, klimatische Verhältnisse, Vegetation sowie die Bodenflora- und Fauna mit chemischen und physikalischen Prozessen dafür, dass Gestein verwittert, Laub- und Nadelstreu zersetzt wird und eine fruchtbare Bodenschicht entsteht. [1]

Doch menschliches Eingreifen zerstört die Funktionsweise von Böden langfristig oder dauerhaft. Dazu gehören beispielsweise das Vordringen des Menschen in die Natur beim Städtebau, aber auch die Rodung von Wäldern, hauptsächlich für den Anbau von Nahrung für die Tierindustrie und die Erschließung neuer Weideflächen.

Bodendegradation
Die Zerstörung von fruchtbarem Boden ist ein äußerst komplexes Umweltproblem.

Definition: Was bedeutet Bodendegeneration?

Die Vereinten Nationen definieren Landdegeneration als „jede Verringerung der biologischen oder wirtschaftlichen Produktionskapazitäten von Landressourcen“. Bodendegeneration wird hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht und durch natürliche Prozesse verstärkt. Der Verlust von Böden steht in engem Zusammenhang mit der menschengemachten Klimakrise und wird dadurch beschleunigt. [2]

Wenn die Strukturen und Funktionen von Böden dauerhaft oder irreversibel verändert werden oder fruchtbare Böden ganz verloren gehen, wird das als Bodendegeneration oder Bodendegradierung bezeichnet. Ursachen sind physikalische, chemische oder biologische Prozesse, die Böden überbelasten.

  • Physikalische Belastungen: Wind- und Wassererosionen, Versiegelung und Verkrustung von Oberflächen, Wasserstau, Austrocknung
  • Chemische Belastungen: Versauerung und Versalzung, Nährstoffverluste durch Export von Biomasse und Auswaschung, Gift- und Schadstoffbelastung z. B. durch Überdüngung
  • Biologische Faktoren: Einflüsse auf die tierischen und bakteriellen Wechselbeziehungen im Boden, die zum Verlust der Biodiversität führen. [3]

Die Einflussnahme des Menschen auf die Böden, beispielsweise in Form von extensiver Landwirtschaft, ohne dabei die Entnahme von Nährstoffen zu kompensieren, trägt in großen Teilen zur Bodendegeneration bei.

Feld wird mit Guelle geduengt
Meist ist der Mensch selbst für die Bodendegradation verantwortlich, zum Beispiel durch Überdüngung.

Wo entsteht Bodendegeneration?

Böden degenerieren überall dort, wo sie aufgrund von natürlichen Prozessen, vor allem aber durch menschliche Eingriffe ihre Struktur oder fruchtbare Funktion unwiederbringlich verlieren. Bodendegeneration ist ein globales Problem, denn die Flächen degenerierter Böden werden immer größer. Bereits über ein Drittel der weltweiten Böden sind degradiert – Hochrechnungen zufolge könnten es 2050 über 90 Prozent sein. [4]

  • Asien

    In Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und Turkmenistan sind bis zu 68 Prozent der Böden gefährdet. Bis 2080 sollen in Zentralasien bis zu 17 Prozent der Böden irreversibel beschädigt und damit für die Landwirtschaft unbrauchbar sein.

    In China sind Schätzungen zufolge bereits 27 Prozent der Landfläche desertifiziert: Der Boden ist so schwer beschädigt, dass er nicht wiederhergestellt werden kann und fast keine Pflanzen mehr überlebensfähig sind.

    In Südasien sind 43 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche von mäßiger bis starker Degeneration betroffen.

    Das am stärksten betroffene asiatische Land ist der Iran, wo 94 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen degradiert sind, gefolgt von

    • Bangladesch mit 75 Prozent
    • Pakistan mit 61 Prozent
    • Sri Lanka mit 44 Prozent
    • Afghanistan mit 33 Prozent
    • Nepal mit 26 Prozent
    • Indien mit 25 Prozent [2]
  • Afrika

    In afrikanischen Staaten sind 80 Prozent der Böden mäßig bis stark bedroht, 10 Prozent sind leicht gefährdet.

  • Südamerika

    Über 68 Prozent der Böden in Südamerika sind von Erosionen betroffen; 100 Millionen Hektar Land wurden durch Abholzung degradiert, und 70 Millionen Hektar wurden überweidet. In Brasilien, Argentinien, Mexiko, Paraguay und Bolivien ist über die Hälfte der Bodenflächen von Degeneration und Wüstenbildung gefährdet. [5]

  • Europa

    In einigen Regionen des Mittelmeerraums ist die Degeneration von Böden bereits unumkehrbar, an anderen Orten führt Bodenmangel dazu, dass es keine Böden gibt, die degenerieren könnten. [6]

Warum ist Bodendegeneration gefährlich?

Die mineralischen und organischen Bestandteile von Böden sowie die wichtigen Lufträume dazwischen sind die Lebensgrundlage für Pflanzen und somit auch für Mensch und Tier. Die Versorgung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung mit ausreichend Nahrung hängt entscheidend von der Beschaffenheit des Bodens ab.

Zwei Drittel aller Arten leben unter der Erdoberfläche. [7] Als Lebensraum für Milliarden Organismen steckt in einer Handvoll Boden also mehr Leben, als es Menschen auf unserem Planeten gibt. Der Zustand des Bodens wirkt sich direkt und indirekt auf die Artenvielfalt aus.

Außerdem bedingt der Boden auch andere Umweltschutzziele, etwa die Klimakrise. Böden sind etwa extrem wichtig, um CO₂ zu speichern, denn sie binden dreimal mehr Kohlenstoffdioxid als die gesamte lebende Biomasse, einschließlich Bäume, Sträucher und Gräser. [8]

Bodendegradation
Durch die Degradierung gehen fruchtbare Böden und Lebensraum vieler Tiere verloren.

Wie entsteht Bodendegeneration?

Die Degeneration von Böden erfolgt zwar auch natürlich, doch die gravierende Bodenverschlechterung wurde durch intensive landwirtschaftliche Praktiken wie Abholzung, Überweidung, intensiven Anbau, Waldbrände und Bauarbeiten beschleunigt. [9]

Durch den stetigen Einsatz von Chemie und Technik zur Erhaltung der Erntemengen in der intensiven Landwirtschaft verschlechtern sich die Böden. Die intensivere landwirtschaftliche Nutzung mit engeren Fruchtfolgen, Monokulturen und Düngung führen dazu, dass allein in Deutschland jedes Jahr 60 Hektar Boden verloren gehen. [10]

Genau bedeutet das, dass die Bodenstruktur zerfällt, da der Humusgehalt abnimmt. Dadurch sterben die Organismen, die den Boden auflockern, und der Boden kann seine wichtigen Lebensraum-, Regelungs- und Produktionsfunktionen nicht mehr erfüllen. Je intensiver die Bewirtschaftung ist, desto negativer sind die ökologischen Folgen.

Das große Problem: Der Boden kann sich in menschlichen Zeiträumen nicht regenerieren oder neu entstehen. Hierfür sind bei einer zehn Zentimeter dünnen Schicht Oberboden 2.000 Jahre nötig – doch diese Schicht kann bereits durch einen einzigen starken Regen weggeschwemmt oder durch schwere Maschinen verdichtet werden. Darüber hinaus können Pestizide und Mineraldünger das enthaltene Leben verringern und den Boden so degradieren.

Ernte mit Maschinen
Die extensive Landwirtschaft trägt in großen Teilen zur Bodendegeneration bei.

Tierische Produkte schaden dem Boden: Wie werden Böden zerstört?

Die weltweite Tierwirtschaft nimmt 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für sich ein. [11] Dies beinhaltet Ackerflächen für die Erzeugung von Tiernahrung wie Soja-Monokulturen und Weideflächen. Insgesamt werden fast 90 Prozent der Nahrung für Tiere in der Landwirtschaft auf 10,9 Millionen Hektar Ackerland erzeugt, nur zwölf Prozent auf Grünland wie Weideland, beispielsweise zur Produktion von Heu. [12]

In der EU landen 60 Prozent des angebauten Getreides in den Trögen der sogenannten Nutztiere [13] – obgleich dies eine äußerst ineffiziente Nutzung der wertvollen Lebensmittel darstellt. Jedes Jahr wird über ein Drittel aller weltweiten Feldfrüchte als Nahrung in der Tierwirtschaft eingesetzt. [14]

Würden alle Menschen vegan leben, gäbe es genügend Nahrung für vier Milliarden zusätzliche Menschen auf der Erde, [15] da die Feldfrüchte dann der Ernährung der Menschen unmittelbar zugutekommen würden. [16, 17] In Deutschland würde sich der Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche, die zur Erzeugung von Nahrungsmitteln benötigt wird, um etwa 50 Prozent reduzieren. [18]

Drei Viertel des weltweit angebauten Sojas landen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. [19] In Brasilien und den USA wird derzeit Soja für den deutschen „Fleischhunger“ auf einer Fläche angebaut, die der Größe Brandenburgs entspricht. Bei einer Umstellung auf eine vegane Ernährung könnte diese Fläche um bis zu 92 Prozent verringert werden – die Anbaufläche würde so auf die Größe des Saarlandes schrumpfen. [17] Gerade dieser Sojaanbau ist ein Hauptgrund für die Abholzung des Regenwaldes in Südamerika und feuert die Klimakatastrophe weiter an. Doch nicht nur die Umnutzung des dortigen Landes führt zu einer Verschärfung der Klimakrise: Jede Rodung und jeder Umbruch, die angesichts des steigenden Bedarfs an tierischen Produkten weiter zunehmen, setzen CO₂ frei. Hinzu kommen Methan- und Lachgasemissionen durch Kühe, Gülle sowie Dünger. [20]

Obwohl Pflanzen Stickstoff, Nitrate und Phosphate benötigen, schaden diese Stoffe dem Boden, da große Mengen Dünger oder Gülle von einer begrenzten Bodenfläche nicht problemlos aufgenommen werden können. Daher gelangen die Stoffe in den Wasserkreislauf – mit schädlichen Auswirkungen für das Trinkwasser und die Meere. Die stärkere Bewässerung intensiv genutzter Flächen führt obendrein zu einer Versalzung des Bodens. Zudem hat der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, die ein Verkrauten des Bodens verhindern und hohe Erträge sichern sollen, erschreckende Nebeneffekte: Alles, was nicht resistent ist, ganz gleich ob Tier oder Pflanze, stirbt – und das Oberflächen- und Grundwasser wird belastet.

Böden schützen – mit veganem Ökolandbau

Die Tierhaltung trägt in großen Teilen zur Zerstörung von Böden bei. Doch auch der Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln ist mit der Ausbeutung von Tieren verbunden, denn Obst und Gemüse werden meist mit Gülle und anderen organischen Stoffen aus der Tierwirtschaft gedüngt. Die hohe Nährstoffzufuhr gefährdet Böden und Artenvielfalt. Darüber hinaus können antibiotikaresistente Keime für Menschen zur Gefahr werden, da Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung häufig Antibiotika erhalten.

Eine tier- und umweltfreundliche Alternative zur konventionellen und Bio-Landwirtschaft ist der vegane Ökolandbau. Er ist die Zukunft für eine tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft. [21, 22]

Person pflanzt eine Pflanze in die Erde
Beim veganen Ökolandbau kommen viele natürliche Techniken zum Einsatz, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Helfen Sie, die Natur zu schützen – werden Sie vegan!

Mit einer veganen Lebensweise können Sie nicht nur dazu beitragen, unzählige Tierleben zu retten, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung wäre der Ausweg aus der Klimakrise, da der Anbau und Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln ohne Umweg über den Tiermagen effektiver und nachhaltiger ist.

Unser 30-tägiges Veganstart-Programm zeigt Ihnen kostenlos und unverbindlich, wie leicht der Umstieg auf eine tier- und umweltfreundliche Lebensweise ist. Melden Sie sich dazu einfach per E-Mail an oder laden Sie sich die App herunter!