Gülle belastet Böden und Grundwasser

Es stinkt. Die Geruchsbelästigung durch Gülle ist das Erste, was man wahrnimmt. Doch das ist leider nicht alles, denn die zahlreichen Folgeschäden der Gülle sind leider nicht so offenkundig.

Was ist Gülle?

Gülle ist eine Mischung aus Kot und Urin von Tieren aus der Landwirtschaft, wie Schweinen und Rindern, und besteht zu einem großen Anteil aus Wasser sowie darin gelösten Nährstoffen, organischer Substanz und Mineralstoffen. Aufgrund der darin enthaltenen Nährstoffe wird Gülle in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt. [1]

So gefährlich ist Gülle

Trinkwasserqualität und Trinkwasserkosten

Das Grundwasser in Deutschland ist die wichtigste Quelle zur Trinkwassergewinnung. Der Grundwasserbericht Niedersachsen sieht in Nitrat das größte Problem für unser Grundwasser, denn immer mehr Messstellen weisen erhöhte Nitratwerte auf. [2] Durch die Ausbringung von Gülle auf den Feldern kann Stickstoff im Boden zurückbleiben, in Nitrat umgewandelt werden und schließlich in unser Grundwasser gelangen. Um 400 g Schweinefleisch herzustellen, fallen 10 Liter Gülle an [3] Für 1 Liter Milch sind es 3 Liter Gülle. [4] Tierische Produkte sind oftmals billig zu kaufen, jedoch zahlt man beim Trinkwasser drauf. Um möglichst rentabel wirtschaften zu können, werden die Ställe in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ausgebaut, um noch mehr Tiere halten zu können. Dadurch steigt auch die Gülleproduktion und damit die Belastung des Grundwassers. [3] Die Tiere werden ausgebeutet, und die Umwelt wird geschädigt. Gleichzeitig erhalten genau diese Betriebe Subventionen. [5] Um die angefallenen Nitrate so gut wie möglich wieder aus dem Trinkwasser filtern zu können, müssen Wasserwerke nachrüsten, wodurch das Trinkwasser teurer wird.

Hohe Nitrat- und Nitritwerte wurden auch vom Umweltbundesamt nachgewiesen – vor allem in Regionen, in denen eine hohe Tierhaltung betrieben wird. In Nordrhein-Westfalen sind 40 Prozent des Grundwassers mit Nitrat über dem Grenzwert belastet. Das alles ist jedoch nicht nur ein Umweltproblem, sondern stellt im schlimmsten Fall auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, denn Nitrit kann krebserregend sein. [3] 

Antibiotika

2019 wurden alleine in deutschen Ställen 690 Tonnen Antibiotika eingesetzt, darunter auch Reserve-Antibiotika [6]. Ein großer Teil dieser Medikamente wird von den behandelten Tieren unverändert ausgeschieden und mit der Gülle auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Dort können sie über das Sickerwasser bis ins Grundwasser gelangen. Dieselben Antibiotika-Wirkstoffe werden auch in der Humanmedizin eingesetzt. Dies ist in hohem Maße problematisch – denn Reserve-Antibiotika werden in Krankenhäusern als letzte Notfallmedikamente eingesetzt, wenn die gängigen Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirksam sind.  Ein großer Teil dieser Medikamente wird von den behandelten Tieren unverändert ausgeschieden und in Form von Gülle und Jauche auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Dort können sie über das Sickerwasser bis ins Grundwasser und somit in unser Wasserglas gelangen. Der Eintrag der Wirkstoffe in das Grundwasser hat nicht abschätzbare Auswirkungen auf die Organismen in Boden und Grundwasser und kann zu Antibiotikaresistenzen führen. Vor allem in Gegenden mit einer hohen Zahl an Tierhaltungsbetrieben konnte Antibiotika im Grundwasser festgestellt werden. [2,7,8] Diese Antibiotikaresistenz führt dazu, dass Tausende Menschen an relativ einfachen bakteriellen Erkrankungen, die normalerweise unkompliziert behandelt werden könnten, sterben. In Europa sterben jährlich 33.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. [9] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet antibiotikaresistente Keime als eine der zehn Bedrohungen für die globale Gesundheit im Jahr 2019. [10] 

Weitere Umweltfaktoren

Durch die erhöhten Stickstoffeinträge über die Düngung entstehen Risiken für das Klima, es bildet sich Feinstaub und Böden versauern. Aus der Gülle dünstet unter anderem Lachgas aus – ein Gas, dass 310-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Diese Ausdünstungen bilden auch das Umweltgift Ammoniak, welches zur Feinstaubbildung beiträgt. 13 Prozent aller Todesfälle durch Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auf Feinstaub aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung zurückzuführen. [11]

Ist Gülle gut oder schlecht für den Boden?

Gülle wird gerne als notwendiger Nährstoff für das Pflanzenwachstum herangezogen. Da die Düngung mit künstlichen Düngern in der biologischen Landwirtschaft untersagt ist, sei die Gülledüngung daher wichtig für den Nährstoffeintrag. Die hohe Nachfrage nach tierischen Produkten geht mit großen Tieranlagen, in denen viel zu viele Tiere gehalten werden, einher. Dies führt auch dazu, dass eine so große Menge an Mist vorhanden ist und teilweise unklar ist, wo dieser entsorgt werden soll. So wird Gülle von Tausenden von Tieren auf den Feldern ausgetragen – eine Menge, die der Boden gar nicht aufnehmen kann. [12] Gülle an sich ist zwar kein schlechter Dünger, aber die Menge, in der er eingesetzt wird und dass dieser von Tieren stammt, die in der Landwirtschaft genutzt werden, macht es problematisch. Aber es geht auch anders: Der vegane Ökolandbaut zeigt mit seinen Techniken und Methoden, wie Nährstoffe ganz ohne tierische Exkremente in den Boden eingebracht werden können. Eine Tierhaltung ist nicht notwendig. Durch Fruchtfolgen und den Anbau von Zwischenfrüchten fördert der veganer Ökolandbau zudem die biologische Vielfalt der Pflanzen und Tiere. [2] Eine Düngung mit zu viel wasserbelastender, potenziell krank machender Gülle ist somit nicht notwendig!

Was Sie tun können

Wenn Sie die Belastung unseres Trinkwassers durch Gülle effektiv vermeiden möchten, leben Sie vegan. Wenn Sie weder Fleisch, Milch noch Eier konsumieren, dann wird auch weniger Gülle produziert.

Melden Sie sich beim Veganstart-Programm an und Sie erhalten kostenlose Informationen für Ihren Einstieg in die vegane Lebensweise. Für die Landwirtschaft stellt der vegane Ökolandbau eine effektive Lösung dar – denn er verzichtet auf Gülle und chemische Dünger und wird im Einklang mit der Natur und den Tieren betrieben.