Speziesismus: Definition und Informationen

Dem Großteil der Gesellschaft ist mittlerweile bewusst, dass viele Menschen aufgrund ihres Geschlechts, einer vermeintlichen Hautfarbe, einer Behinderung, aufgrund ihres Alters oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Aber haben Sie schon einmal den Begriff „Speziesismus“ gehört? Was genau bedeutet er, und wie können wir gegen diese Form der Diskriminierung vorgehen?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Speziesismus?

In den eben genannten Arten von Diskriminierung werden Menschen ausgeschlossen und benachteiligt, weil sie angeblich „anders“ sind. Auf die gleiche Weise schreibt der Speziesismus Menschen einen höheren Status als nicht-menschlichen Tieren zu. Nicht-menschliche Tiere werden – anders als Menschen – lediglich als Forschungsobjekte, Nahrung, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug erachtet. Sie gelten bei der speziesistischen Denkweise als Gegenstände, die dazu da sind, die Wünsche des Menschen zu erfüllen – und zwar nur, weil sie nicht der gleichen Spezies angehören.

Einfach ausgedrückt, werden im Speziesismus Menschen gegenüber anderen Tieren bevorzugt –  so wie manche Menschen aufgrund bestimmter Vorurteile gegenüber anderen Menschen bevorzugt werden. Speziesismus basiert auf der fehlgeleiteten Annahme, dass eine bestimmte Spezies wichtiger sei als eine andere.

Andere Tiere sind nicht einfach irgendwelche Gegenstände, die wir nach Gutdünken nutzen können. Es sind Individuen mit ganz eigenen Interessen – genau wie Menschen. Wir unterscheiden uns wie alle anderen Spezies auch. Doch um gegen unsere Vorurteile gegenüber anderen Spezies anzugehen, müssen wir auch nicht genau gleich sein oder die gleichen Bedürfnisse haben: Streifenhörnchen brauchen zum Beispiel kein Wahlrecht. Doch was wir wirklich brauchen, ist Offenheit gegenüber den Interessen anderer. Wir müssen anerkennen, dass wir alle Lebewesen mit Gedanken, Gefühlen und Wünschen sind. Niemand von uns sollte ausgepeitscht, angekettet oder abgestochen werden, niemand nur dazu da sein, anderen zu dienen.

Speziesismus in der Sprache

Seit Jahrhunderten ist speziesistisches Handeln in unserem Alltag integriert – das spiegelt sich auch in unserer Sprache wider. Viele Menschen verwenden beispielsweise Tierbezeichnungen, um jemanden zu beleidigen und dem Gegenüber damit vermeintlich schlechte Eigenschaften zuzuschreiben. Ein Beispiel ist die Beleidigung „dreckiges Schwein“ oder „Dreckschwein“ – dabei sind Schweine sehr saubere und hygienische Tiere.

In Redewendungen macht sich speziesistisches Denken ebenfalls bemerkbar, auch wenn vielen vielleicht nicht bewusst ist, was der Ursprung solcher Sprichwörter ist.

Nur wenn wir unser Denken, Handeln und Sprechen überdenken, können wir unsere Verhaltensmuster aufbrechen und ändern – und damit Speziesismus nachhaltig beenden.

Ist der Einsatz gegen Speziesismus ein Luxusproblem?

Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt betreffen unterschiedlichste Menschen – aber eben nicht nur sie. Wenn wir uns eine gerechtere Welt wünschen, müssen wir alle Vorurteile bekämpfen – nicht nur jene, die uns persönlich betreffen.

Es ist eine bestimmte Denkweise, die zur Unterdrückung von Menschen führt – seien es Muslime und Musliminnen, Frauen, ältere Menschen, Mitglieder der LGBTQ-Community oder Menschen, denen keine „weiße“ Hautfarbe zugeschrieben wird. Die gleiche Denkweise ermöglicht die Ausbeutung von Tieren. Vorurteile nähren sich, wenn wir glauben, dass „ich“ besser bin als „du“. Dass „meine“ Interessen aus irgendeinem Grund über denen der „Anderen“ stehen.

Der Philosoph Peter Singer machte viele Menschen auf die Konzepte des Speziesismus und auf Tierrechte aufmerksam. In seinem bahnbrechenden Buch „Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere“ erklärte er, er könne sich nicht vorstellen, warum man eine Form von Vorurteilen und Unterdrückung ablehnen, eine andere aber akzeptieren – ja sogar unterstützen – sollte. Viel sinniger sei es doch tatsächlich, verschiedene Unterdrückungsstrukturen wie Rassismus und Speziesismus gleichermaßen abzulehnen.  

Menschen, die sich für die Gleichwertigkeit von Tieren einsetzen, sind oft auch diejenigen, die sich für LGBTQ-Rechte, die Rechte von Menschen mit Behinderung, gegen Rassismus, für religiöse Toleranz und andere Fragen der sozialen Gerechtigkeit stark machen.

Fanatismus und Diskriminierung sind falsch – egal, wer die Opfer sind. Werden wir selbst Zeugen solcher Ungerechtigkeit, müssen wir etwas dagegen unternehmen.

„So etwas wie einen Kampf, der nur ein einziges Thema berührt, gibt es nicht. Denn unsere Leben berühren stets mehr als ein Thema.”

Audre Lorde, Bürgerrechtsaktivistin und Feministin

„Gemeinsam gegen Speziesismus“ – Influencer:innen unterstützen PETA-Kampagne

Damit Speziesismus als gesellschaftliches Problem überhaupt ernst genommen wird, muss das Thema zunächst in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Bei unserer Kampagne gegen Speziesismus unterstützen uns die Influencer:innen Aljosha Muttardi, Anne Menden, Chris Washington, Jasmin Heider, Julian Zietlow, Maria Clara Groppler, Marie von den Benken, Dr. Mark Benecke, Niko Rittenau, Theo Carow, Tim Bengel und Victoria Müller, die ihre Reichweite auf ihren Social Media-Plattformen für Tiere und ihre Rechte nutzen und das Thema damit ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Was Sie gegen Speziesismus tun können

Alle Lebewesen verdienen Respekt und Mitgefühl. Hier drei ganz einfache Möglichkeiten, wie Sie schon heute etwas gegen Speziesismus unternehmen können:

  • Unterstützen Sie Unternehmen, die keine Tierversuche durchführen. Hunderttausende Tiere werden jedes Jahr in grausamen Versuchen für Kosmetika, Körperpflege- und Haushaltsprodukte vergiftet und getötet. In unserer Datenbank finden Sie Tausende Firmen, die keine Tierversuche durchführen – egal, wonach Sie suchen, es gibt eine tierfreundliche Option.
  • Ernähren Sie sich vegan. Mit dem Konsum von Fleisch, Milchprodukten, Eiern und anderen tierischen Produkten wird massives Tierleid unterstützt. Entscheiden Sie sich noch heute für eine vegane Lebensweise.
  • Entscheiden Sie sich für vegane Bekleidungsoptionen – mittlerweile gibt es zahlreiche innovative tierfreundliche Alternativen zu Wolle, Leder & Co.
  • Wenn Sie sich für eine tierfreundliche Lebensweise und gegen die Ausbeutung von Tieren entscheiden, sollten Sie keine Zoos und Zirkusse oder Veranstaltungen mit Tieren besuchen, sondern sich für tierfreundliche Alternativen entscheiden.

Erfahren Sie hier, was Sie außerdem gegen die Diskriminierung von Tieren tun können.