Tiertransporte bei Hitze: Viele Tiere sterben schon während der Fahrt

Schwein Tierntransport Hitze

Viele Menschen freuen sich über die heißen Temperaturen in den Sommermonaten. Für die Tiere, die quer durch Deutschland oder über die Landesgrenzen hinaus transportiert werden, um möglichst billig gemästet oder geschlachtet zu werden, bedeuten Temperaturen über 25 Grad jedoch meist noch größeres Leid während der Fahrten.

Transporte trotz Transportverbot?

Würden die rechtlichen Vorgaben der Tierschutztransportverordnung [1] eingehalten, dann dürften bei 30 Grad oder mehr auf der Ladefläche keine Tiertransporte mehr rollen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Transportunternehmen beantragen trotz Rekordhitze weiterhin Transporte, die oftmals weit über acht Stunden dauern. Viele Veterinäre genehmigen diese Qualfahrten auch noch.

Tiertransport Huehner
Oftmals brechen Beine und Flügel bei Hühnertransporten – kommt noch eine unerträgliche Hitze dazu, sterben meist noch mehr Tiere bei den Fahrten
Auf den Transportfahrzeugen, die meist über keine Klimaanlagen verfügen, kann es so zu Temperaturen bis zu 50 Grad oder mehr kommen.

Höllenfahrten auf deutschen Straßen

Für Rinder, Schweine und Hühner bedeutet dies eine enorme Belastung des Kreislaufes, die bis zum Tod führen kann. Vor allem, weil Schweine und Hühner, wie Hunde, nicht schwitzen können und ihre Temperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren müssen. Bei vollbelegten Transportern gelangen zudem nicht alle Tiere an die Tränken. Verschlimmernd kann hinzukommen, dass die Tränken bei enormer Hitze nicht genügend Wasser fassen und lange vor der Ankunft leer sind.

Export Rinder
Diese Tierkinder sollten noch bei ihren Müttern sein – stattdessen werden sie durch ganz Deutschland transportiert – oftmals bei Temperaturen über 30 Grad.
Während der vorgeschriebenen Lenkpausen haben die Fahrer zudem nicht immer die Möglichkeit, (oder den Willen) die Anhänger im Schatten zu parken – eine oftmals tödlich endende Tortur für die sensiblen Lebewesen!

Was Sie tun können

Ihre Nachfrage bestimmt das Angebot! Entscheiden Sie sich für pflanzliche Lebensmittel, damit fühlende Lebewesen nicht wie bloße Ware behandelt werden. Hilfe beim Umstieg zu einer veganen Lebensweise geben wir gerne mit unserem Veganstart-Programm.

Sollte Ihnen bei heißen Temperaturen ein Tiertransporter auffallen, dann scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu rufen und eine Kontrolle zu verlangen. Machen Sie zudem aussagekräftige Bilder und lassen Sie diese anschließend dem zuständigen Veterinäramt oder uns per Whistleblower-Formular zukommen. (Standort und Kennzeichen nicht vergessen!)



Quelle:
[1] Amtsblatt der Europäischen Union: „VERORDNUNG (EG) Nr. 1/2005 DES RATES über den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen sowie zur Änderung der Richtlinien 64/432/EWG und 93/119/EG und der Verordnung (EG) Nr. 1255/97“. Stand: 22.12.20104. Unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32005R0001&from=DE (abgerufen am: 23.07.2019)

 

Unsere Autoren

Lisa Kainz

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.