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Teletaktgeräte und Sprühhalsbänder – Tierquälerei für Anfänger

Stand September 2013
PETA Deutschland e.V. spricht sich entschieden gegen die Verwendung von Sprühhalsbändern aus, die zum tierschutzwidrigen Zubehör zählen.(1)

Sprühhalsbänder können Hunde ebenso wie Elektroreizgeräte (unsichtbare Elektrozäune oder Elektrohalsbänder) emotional belasten und zu psychischen Problemen führen. Elektrische Geräte können zudem Schmerzen bereiten und setzen Tiere potenziellen Verletzungen aus.

Der Einsatz von Elektroreizgeräten bei Hunden ist in Deutschland strikt verboten (2). Leider ist der Verkauf von Teletakthalsbändern und auch die Werbung in Zeitschriften noch immer möglich – obwohl die Geräte nicht verwendet werden dürfen. Auch Beckengurte als Elektroreizgeräte gibt es, die über die Genitalien gestreift werden, auch diese sind strikt untersagt.

Leider werden u.a. nach Ermittlungen von PETA Deutschland e.V. diese verbotenen und potentiell tierquälerischen Geräte in der Hundeausbildung offensichtlich alltäglich eingesetzt, insbesondere auch in Verbänden des Schäferhundverbandes, der Mitglied im VDH ist.

Wenn Sie Zeuge der Benutzung eines Elektrohalsbands werden, informieren Sie den Hundehalter bitte darüber, dass der Gebrauch dieser Geräte tierschutzwidrig und in Deutschland gesetzlich verboten ist. Sollten Elektrohalsbänder in einer Hundeschule zum Einsatz kommen, zeigen Sie die Verantwortlichen, die das Verbot kennen, bitte bei der Polizei oder dem Veterinäramt an.
Es reicht ausdrücklich nach der Rechtsprechung, dass das Gerät „am“ Hund ist, es ist nicht erforderlich, nachzuweisen, dass es auch in Funktion ist. Es ist unstreitig, dass es schonendere Mittel gibt, um Ausbildungsstandards zu erreichen. Es fehlt, auch dies ist unstreitig, an dem „vernünftigen Grund“ zum Einsatz solcher Geräte, wie in der diesbezüglichen Drucksache zum Verbotspassus in § 3 Nr. 11 des Tierschutzgesetzes ausdrücklich ausgeführt ist (BT-Drucks. 13/7015).

Psychische Belastung
Der Hund versteht bei einem Stromschlag nicht, warum ihm zu einem bestimmten Zeitpunkt Schmerz zugefügt wird. Neben diesem Schmerz durch das Teletaktgerät kann die Angst vor weiteren Stromstößen erhebliches Leiden für das Tier bedeuten. Kein Tier sollte unter dieser ständigen Bedrohung vor dem nächsten unerwarteten Schreck oder Schmerz leben müssen. Der psychische Druck kann zu einer tiefgreifenden Verunsicherung des Tieres führen – die möglicherweise unerwünschte Angstreaktionen fördert.
Die gleichen psychischen Folgen können auch sogenannte „Sprühhalsbänder“ auf ein Tier haben – denn dem „Schockeffekt“ wird der Hund ebenfalls ausgesetzt!

Gesundheitliche Gefährdung
Neben psychischer Belastung und Angst können bei den elektrischen Geräten auch technische Probleme auftreten. Darüber hinaus kann bereits der Stromstoß zu Hautverbrennungen und Hautnekrosen führen. Solche Verletzungen haben als erhebliche Schäden zu gelten und erfüllen damit möglicherweise den Straftatbestand der Tierquälerei, mit Sicherheit den Tatbestand der Ordnungswidrigkeit.

Setzen Sie auf tierfreundliche Trainingsmethoden
Echte Zäune und Trainingsmethoden, die auf eine positive Verstärkung setzen, sind effektiver und vor allem tierfreundlicher. Bitte lassen Sie Ihren Hund nicht grundlos leiden.


Informationen zu positiven Lernmethoden finden Sie in den Büchern des Animal Learn Verlages. Eine ausführliche Stellungnahme von Animal Learn gegen Sprühhalsbänder können Sie hier nachlesen.

Quellen:
(1) TVT. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Tierschutzwidriges Zubehör in der Hunde- und Katzenhaltung. Merkblatt Nr. 51 und Merkblatt Nr. 70.
(2) Urteil des BVerwG Leipzig vom 23.02.2006 und § 3 Nr. 11 Tierschutzgesetz. Eine ausführliche Auslegung findet sich im Kommentar zum Tierschutzgesetz Hirt/Maisack/Moritz, München 2007.