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Tierversuche in der Produktentwicklung

Obwohl Tierversuche für Kosmetika und Waschmittel in Deutschland laut Tierschutzgesetz verboten sind, müssen immer noch unzählige Tiere für Lippenstift und Hautcreme leiden und sterben. Die Firmen testen die Rohstoffe der Kosmetika einfach als „Chemikalien“ oder verlagern die Tierversuche ins Ausland. Die tiergetesteten Produkte werden dann auch bei uns vermarktet.

 

Draizetest
Die Kosmetik-Tierversuche ließen sich leicht vermeiden, indem auf altbewährte Stoffe, von denen es bereits Tausende gibt, zurückgegriffen würde. Doch der Industrie geht es darum, Modetrends zu folgen oder den Konsumenten mit vorgeblichen Neuheiten zu locken: Die neuen Sommerfarben der Lidschatten-Kollektion, das Shampoo mit der garantierten Anti-Schuppenformel oder das ultrafeste Haargel erhöhen den Absatz. Jeder dieser Stoffe und die daraus hergestellten Endprodukte werden in der Regel im Tierversuch getestet. Für das Profitstreben der Konzerne werden also immer neue Kosmetika und Körperpflegemittel auf den Markt geworfen; Produkte, die niemand braucht und die unzählige Tiere mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Als Grund für die Durchführung von Tierversuchen gibt die kosmetische Industrie die Verbrauchersicherheit an. Angeblich können nur Tierversuche die Unbedenklichkeit der Kosmetika garantieren und vor möglichen Schäden durch ein neues Produkt schützen. Doch hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Tierversuche niemals eine Gewähr dafür bieten, ein sicheres Produkt in den Händen zu halten. Tierversuche dienen nicht der Sicherheit des Verbrauchers – sie haben lediglich eine Alibifunktion.

Nach 13 Jahren harter Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit durch die Tierschutz- und Tierversuchsgegnerverbände verabschiedete die EU 2003 ein EU-weites Verbot von Tierversuchen für Kosmetika sowie ein Vermarktungsverbot tiergetesteter Produkte.
Diese sollten in Stufen 2009 und 2013 in Kraft treten. Allerdings gibt eine Gesetzeslücke die Möglichkeit, den letzten Termin noch weiter nach hinten zu verschieben, wenn bis dahin nicht genügend anerkannte tierversuchsfreie Testmethoden zur Verfügung stehen. Solange die Verbote noch nicht in Kraft sind, sollten Verbraucher auf garantiert nicht am Tier getestete Produkte zurückgreifen.

 

Beagle hinter Gittern
Ist die chemische Industrie gezwungen, zur Herstellung neuer Produkte Tierversuche zu machen?
Ob in Textilien, Lebensmitteln, Kunststoffen, Farben, Putzmitteln, Klebstoffen – Chemikalien sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Das Chemikaliengesetz schreibt für die Neuzulassung von Produkten eine Reihe von Tierversuchen vor. Verbraucher und Industriearbeiter sollen so vor schädlichen Auswirkungen der Stoffe geschützt werden. Doch Tierversuche bieten keinen Schutz vor giftigen Substanzen – im Gegenteil. Irreführende Tierversuchsergebnisse haben immer wieder dazu geführt, dass die Gefährlichkeit von Stoffen nicht oder zu spät erkannt wurde.

Ein Beispiel:
Jahrzehntelang wurden krebserregende Eigenschaften von Asbest verleugnet, weil Ratten den Stoff wesentlich besser tolerieren als der Mensch. In einer Studie wurde festgestellt, dass Menschen gegenüber Asbest 300-mal empfindlicher sind als Ratten. In einer anderen Untersuchung mussten Ratten eine 100fach höhere Konzentration Asbest als Asbestarbeiter einatmen, um Lungenkrebs zu bekommen und sogar eine 1000fach höhere, um Krebs des Bauch- und Brustfells zu entwickeln. Hamster sind gegenüber Asbest sogar noch unempfindlicher. Die krebsauslösende Wirkung von Asbest wurde schließlich durch Humanstudien, vor allem im Bereich der Arbeitsmedizin, aufgedeckt. Hätte man sich auf die Tierversuchsergebnisse verlassen, würden wohl heute noch Asbestplatten in unseren Schulen und Kindergärten unter der Decke hängen.


Werden auch für Hunde- und Katzenfutter Tierversuche durchgeführt?

Obwohl es schon unzählige Futtersorten für Haustiere gibt, kommen ständig neue Produkte auf den Markt. Spezielle Diäten für dicke, dünne, kleine, große, junge, alte Hunde und Katzen, ja selbst für die einzelnen Rassen. So werden bei den Verbrauchern Wünsche für Produkte geweckt, die im Grunde niemand braucht und die nicht den Tieren zugute kommen, sondern nur die Taschen der Futtermittelindustrie füllen. Das Gewinnstreben der Konzerne allein ist dabei noch nicht einmal der Hauptkritikpunkt. Viele Firmen testen neue Futtermittel auf Geschmackakzeptanz und Verträglichkeit an Versuchstieren [Link zu www.iamsgrausam.de] . Bei anderen Tieren werden die Organe geschädigt. Beispielsweise werden ihre Nieren chirurgisch oder mit Chemikalien zerstört, um Diätfuttermittel für Tiere mit Nierenproblemen zu testen. Der künstlich hervorgerufene Organschaden unterscheidet sich jedoch grundlegend von der natürlich entstandenen Erkrankung unserer Haustiere. Unter unnatürlichen Bedingungen gehalten, fristen sie ihr Dasein im Labor – als Stellvertreter für das geliebte Haustier. Aufgrund der unterschiedlichen äußeren Bedingungen hinsichtlich psychischer, sozialer, Ernährungs- und Umweltfaktoren lassen sich die experimental gewonnenen Ergebnisse zu Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Futtermittels nicht mit der nötigen Sicherheit auf andere Tiere übertragen.

Neben der Kritik an der Methode muss gerade in diesem Bereich auch die ethische Vertretbarkeit hinterfragt werden. Dürfen wir Tiere als Versuchsobjekte missbrauchen, nur weil sie das Pech hatten, für die Forschung geboren zu werden und nicht als Familienhund oder Schmusekatze?
Hier können Sie sich über Futtermittel, die nicht im Tierversuch getestet wurden, informieren.

 

Zum Weiterlesen

- Hier werden häufig gestellte Fragen beantwortet sowie die beliebtesten „Argumente“ der Tierversuchsbefürworter entkräftet.
- Hier erfährt man mehr über Alternativen zu Tierversuchen
- Und wer noch mehr wissen möchte: Das Buch „Was Sie schon immer über Tierversuche wissen wollten: Daten und Fakten“ bietet eine aktuelle und leicht verständliche Übersicht der Thematik.