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LPT-Labor: Alle Fakten, Hintergründe & mehr zum Skandal 2019

Nach dem Tierversuchsskandal im LPT-Labor in Mienenbüttel bei Hamburg, bei dem im Oktober 2019 erschreckende Bilder ans Licht der Öffentlichkeit kamen, wurde das Labor im Februar 2020 von den Behörden geschlossen. Doch bereits nach wenigen Monaten durften dort wieder Tierversuche durchgeführt werden – zuletzt unter neuem Namen.

Auch wenn das Labor bis spätestens Ende 2022 komplett geschlossen werden soll, [1] bleiben viele Fragen offen – beispielsweise wie es den verbliebenen Tieren ergeht.

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LPT-Labor in Hamburg: Alle Infos zum Tierversuchsskandal

Undercover-Aufnahmen von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International aus dem „Laboratory of Pharmacology and Toxicology“ im niedersächsischen Mienenbüttel zeigen grausame Versuche an Hunden, Katzen und Affen. Augenzeug:innen berichteten von Gewalt der Labormitarbeiter:innen gegenüber Tieren, Verhaltensstörungen und gefälschten Daten.

  • Oktober 2019: Offenlegung des Skandals

    Bei Undercover-Recherchen wurden grausame Vergiftungsversuche an Hunden, Katzen und Affen dokumentiert:

    • Auf den schockierenden Bildern ist beispielsweise zu sehen, wie Hunde in blutverschmierten Käfigen dahinvegetieren.
    • Videoaufnahmen zeigen, wie ein Mitarbeiter einen Affen absichtlich gegen eine harte Türkante schlägt.
    • Die Haltung in kleinen, sterilen Käfigen führt bei den Tieren zu auffälligen Verhaltensstörungen – so drehen sich Affen beispielsweise ständig im Kreis um die eigene Achse.

    Zudem erhärteten sich die Vorwürfe gegen das Labor auch über Tierquälerei hinaus: Der eingeschleuste Mitarbeiter sowie weitere ehemalige Angestellte berichten, dass Daten gefälscht wurden und beispielweise Tiere, die an einer Vergiftung starben, einfach heimlich ausgetauscht wurden. [1, 2]

     

  • Februar 2020: Behördliche Schließung

    Das Labor der Firma LPT in Hamburg-Neugraben, dem Hauptsitz des Unternehmens wird im Februar 2020 von den Behörden geschlossen.

  • August 2020: Tierversuche wieder erlaubt – ein politischer Skandal

    Anlässlich der anstehenden Bürgerschaftswahlen in Hamburg kontaktierten wir von PETA Deutschland Anfang des Jahres die wichtigsten Parteien und befragten sie zu ihrer Einstellung bezüglich wichtiger Tierschutzthemen – und damit natürlich auch zum Skandal im LPT. Die Resonanz war beinahe einstimmig: Die Hamburger SPD, CDU, die Grünen und die Linke antworteten auf die Frage

    „Wird sich Ihre Partei konkret dafür einsetzen, dass das Unternehmen unverzüglich und dauerhaft keine Tierversuche mehr durchführen darf?“

    mitJa“ – und sprachen sich somit eindeutig dafür aus, dass die Tierversuche am LPT endgültig beendet werden sollen. Das ist ein politischer Skandal, da die Parteien mit ihren Wahlaussagen gebrochen haben, denn das LPT durfte zwischenzeitlich wieder Tierversuche durchführen.

  • Februar 2021: „Ethischere“ Tierversuche unter neuem Namen

    Im Februar 2021 wurde das Versuchslabor der Firma in Hamburg-Neugraben umbenannt: Unter dem neuen Namen „Provivo Biosciences GmbH & Co. KG“ wurden fortan weiterhin Experimente durchgeführt – das heißt, es wurden weiterhin zahlreiche Tiere gequält und im Zuge von oder nach Versuchen getötet. Das Unternehmen behauptete auf seiner neuen Website, „ethischere Tierversuche“ durchführen zu wollen, doch Tierversuche sind moralisch niemals vertretbar.

  • Oktober 2021: Skandal-Firma soll 2022 geschlossen werden

    Im Oktober 2021 wurde bekannt gegeben, dass das frühere LPT-Labor, nun unter dem neuen Namen Provivo Biosciences, bis Januar 2022 alle Tierversuche einstellen will. [3] Wir haben uns daraufhin mit einem Anschreiben an die Geschäftsführung gewandt, um uns nach dem Verbleib der Tiere aus dem Labor zu erkundigen und Unterstützung bei der Vermittlung in ein sicheres Zuhause anzubieten.

    Als im Dezember 2021 medial bekannt wurde, dass Provivo Biosciences im Laufe des Jahres 2022 komplett liquidiert werden solle und keine weiteren Versuche an Kleintieren mehr geplant seien, haben wir dem Unternehmen nochmals geschrieben und uns nach den Tieren erkundigt – auch in diesem Fall blieb eine Antwort aus.

    Der Geschäftsführer hat öffentlich angegeben, dass die verbliebenen Tiere bis zum letzten Tag „anständig gepflegt und versorgt“ [1] würden. Nach der Auflösung von Provivo Biosciences solle ein neues Unternehmen solle an einem anderen Standort die Erforschung von tierversuchsfreien Zelltests weiterentwickeln. [1]

  • Mai 2022: Erste Verurteilung eines Verantwortlichen

    Rund zwei Jahre nach den schockierenden Enthüllungen über die Zustände im LPT-Labor wurde ein Strafbefehl gegen den ehemaligen Beschäftigten des Betriebs verhängt, der einen Affen gegen einen Türrahmen schlug und einem anderen mit einer Metallstange drohte und zum Zittern brachte. Da der Mann den Strafbefehl akzeptierte, sei keine Hauptverhandlung nötig gewesen.

    Es wurde bekannt, dass aus dem Labor ein Tierheim unter Führung eines Tierschutzvereins entstehen solle. [4, 5]

Weitere Verhandlungen gegen Verantwortliche und verbliebene Tiere: Wie geht es weiter?

Das Urteil eines Mitarbeiters, der in zwei Fällen nachweislich Affen quälte, wird vermutlich nicht die letzte Verurteilung gegen Verantwortliche des LPT bleiben: Auf Grundlage der Undercover-Aufnahmen ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft gegen weitere Verantwortliche des Unternehmens – doch ob und wann Anklage erhoben wird, ist derzeit unklar.[4]

Die aktuelle Entwicklung zeigt mehr denn je: Deutschland braucht ein Tierschutzministerium, damit solche tierquälerische Missstände rechtzeitig bemerkt und konsequent geahndet werden. Darüber hinaus braucht es einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Tierversuchen: Ergebnisse dieser Tests und Experimente sind nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar und bergen sogar Risiken – zudem gibt es bereits zahlreiche humanrelevante tierfreie Methoden.

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Symbolbild. Tierversuche sind ethisch niemals vertretbar. Wir brauchen tierfreie Methoden.

Helfen Sie, dieses Tierleid zu beenden!

Heutzutage gibt es bessere Methoden als Tierversuche. Helfen Sie, dass tierfreie Verfahren vermehrt in der Forschung zum Einsatz kommen und Tierversuche in der EU endlich beendet werden: Unterstützen Sie unseren Research Modernisation Deal und unterschreiben Sie unsere Petition, um das unvorstellbare Leid von Tieren in Versuchslaboren zu beenden