Nieren- und Harnkrankheiten

Eine zu hohe Proteinzufuhr kann chronische Nierenerkrankungen hervorrufen. In der heutigen Ernährungsweise nehmen Menschen häufig zu viel Protein auf. Eine chronische Niereninsuffizienz kann auch durch Erkrankungen wie Diabetes, Artheriosklerose oder Hypertonie ausgelöst werden. Vegetarier und insbesondere Veganer weisen eine günstigere Proteinversorgung auf, da das pflanzliche Protein eine Niereninsuffizienz weniger vorantreibt. Außerdem erkranken sie weniger häufig an Diabetes, Artheriosklerose oder Hypertonie (Leitzmann und Keller 2010).

 
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Auch eine neue Studie, die im Clinical Journal of the American Society of Nephrology veröffentlicht wurde, zeigt, dass die vegetarische Kost für Nierenpatienten gesünder ist als seine Ernährung mit Fleisch. Vegetarier weisen einen niedrigeren Serum-Phosphor-Spiegel auf. Die Aufrechterhaltung eines normalen Serum-Phosphor-Spiegels ist jedoch wichtig für Nierenpatienten und eine erhöhter Phosphat Gehalt muss mit einer Dialyse behandelt werden (Moe SM, Zidehsarai MP, Chambers MA, et al. 2010).

Quellen:
Leitzmann und Keller (2010): Vegetarische Ernährung. Ulmer: Stuttgart, S.176
Moe SM, Zidehsarai MP, Chambers MA, et al. (2010): Vegetarian compared with meat dietary protein source and phosphorus homeostasis in chronic kidney disease. In: Clin J Am Soc Nephrol. 23. Dezember 2010. doi:10.2215/CJN.05040610

 

Harnsteine

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Harnsteine der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., Professor Thomas Knoll, warnt: „Harnsteine sind eine Volkskrankheit mit ansteigender Häufigkeit in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern“.

Immer mehr Menschen, darunter auch übergewichtige Kinder, leiden unter Harnsteinen. Zwar werden diese im Anfangsstadium oft nicht bemerkt, doch es kann zum Verklemmen der Harnsteine im Nierenbecken oder im Harnleiter kommen. Das löst bei den Betroffenen sehr große Schmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie), Blut im Urin (Makrohämaturie) sowie Übelkeit und Erbrechen aus.

Die Ursache für die Bildung von Harnsteinen liegt laut Professor Thomas Knoll an der ungesunden Ernährungsweise und den ungesunden Verhaltensgewohnheiten der Bevölkerung speziell in den Industrienationen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie nennt hierbei die fett- und eiweißreiche Ernährung, mangelnde Flüssigkeitsaufnahme und Bewegungsarmut als wesentliche Einflussfaktoren. Auch der Urologe Prof. Knoll klärt auf: „Viele Harnsteine sind rein ernährungsbedingt.“ Wenn Harnsäure den Urin übersättigt führt das zu Harnsteinen. Die Harnsäurebildung wiederum wird durch den übermäßigen Verzehr von fleisch- und salzreicher Kost begünstigt.

Wer sich vor Harnsäure- und damit Harnsteinbildung schützen will, sollte sich einer pflanzlich-basischen Ernährung zuwenden. Auch Prof. Knoll hält es für „sinnvoll, weniger Fleisch zu essen und pflanzliche Lebensmittel zu bevorzugen“. Weiterhin ist zu empfehlen Sport zu treiben, sich ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen und generell auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Diese Maßnahmen wirken sich präventiv aus.

 

LINK: Gesundes Ernährungsverhalten