Lassen sich Cholesterinwerte mit veganer Ernährung senken?

Eine vegane Ernährung verleiht uns Gewissheit, dass wir Tieren bewusst keinen Schaden zufügen. Nebenbei kann sie aber auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen – wie etwa gute Cholesterinwerte. Das bestätigte die größte Ernährungsgesellschaft, die US-amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics (AND) in ihrem Positionspapier 2016 mit der Aussage: Eine hohe Aufnahme von Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Nüssen und Samen, wie sie charakteristisch für eine ausgewogene, vegane Ernährung ist, begünstigt niedrige Gesamt- und niedrigere LDL-Cholesterinwerte. [1]

Mit hohen Cholesterinwerten steigt das Gesundheitsrisiko, an Folgebeschwerden zu erkranken. Indem wir uns vollwertig vegan ernähren, können wir einer Verstopfung der Blutgefäße durch Cholesterin – und damit Herzkrankheiten sowie Diabetes – vorbeugen.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin gehört zu den Fetten und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zellwände. Außerdem dient es als Baustein bei der Produktion von Gallensäure und z. B. Sexualhormonen. Wir müssen Cholesterin jedoch nicht mit der Nahrung zu uns nehmen, denn unser Körper kann davon ausreichend selbst herstellen. Nahrungscholesterin ist praktisch nur in tierischen Produkten enthalten. Durch den häufigen Verzehr von tierischen Produkten steigt der Cholesterinspiegel im Blut und damit das Risiko für verschiedene Krankheiten. Eine vegane Ernährung hingegen kann erhöhte Cholesterinwerte senken. [2]

Wann wird Cholesterin zum Problem?

Wie alle Fette ist auch Cholesterin nicht wasserlöslich und muss deswegen zum Transport im Blut „verpackt“ werden. Diese Päckchen werden je nach Aufbau und ihrer „Reiseroute“ als LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) und HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) bezeichnet. Vom LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin sollte man nicht zu viel im Blut haben. Die Folge zu hoher (LDL-)Cholesterinwerte können nämlich Ablagerungen in den Gefäßen und daraus resultierende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sein – Todesursache für rund 330.000 Menschen im Jahr in Deutschland. [3]

Blutdruckmesser

Glücklicherweise müssen hohe Cholesterinwerte nicht tödlich enden. Neben Medikamenten (in bestimmten Fällen) stellt vor allem eine Ernährungsumstellung eine effektive Möglichkeit dar, die Werte positiv zu beeinflussen. Am besten ist es jedoch, man lässt es erst gar nicht so weit kommen.

Cholesterin bei veganer Ernährung

Laut der Oxford Vegetarian Study (OVS) weisen Veganer im Schnitt wesentlich geringere Blutkonzentrationen an LDL- und Gesamtcholesterin auf. [4] Folgende Werte wurden in der Studie ermittelt.

  • Fleischesser – Gesamt: 205 mg/dl LDL: 124 mg/dl
  • Vegetarier – Gesamt: 189 mg/dl LDL: 104 mg/dl
  • Veganer – Gesamt: 166 mg/dl LDL: 89 mg/dl

Andere Untersuchungen kommen zu ähnlich großen Unterschieden. [5] Das liegt einerseits daran, dass pflanzliche Lebensmittel so gut wie kein Cholesterin enthalten. Andererseits kann eine vegane Ernährung aber auch dazu beitragen, einen erhöhten Cholesterinspiegel wieder zu senken.

Ballaststoffe helfen, erhöhte Cholesterinwerte zu senken

Unser Körper versucht, die Ausscheidung von Cholesterin durch das Kreislaufsystem gering zu halten, selbst wenn davon schon zu viel im Blut enthalten ist. Ballaststoffe helfen dabei, Cholesterin auszuscheiden, indem sie Gallensäuren binden. [6] Ballaststoffe sind in einer ausgewogenen veganen Ernährung  reichlich vorhanden. Veganer nehmen in der Regel weit mehr davon zu sich als die Allgemeinbevölkerung. Vegane Kinder essen laut einer Studie der DGE beispielsweise doppelt so viele Ballaststoffe wie mischköstlich ernährte Kinder. [7]

Eine vegane Ernährung hilft jedoch nicht nur präventiv. Interventionsstudien (also Studien, bei denen die Teilnehmer ihr Verhalten ändern) konnten aufzeigen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Cholesterinwerte nachträglich senken kann. [8] Die LDL-Konzentration verringerte sich bei einer vegetarischen Ernährung um rund 10-15 Prozent und bei veganer Ernährung sogar um 15 bis 25 Prozent.

Auch die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) weist darauf hin, dass Menschen mit hohen LDL-Cholesterinwerten den Verzehr von tierischen Lebensmitteln reduzieren sollten. So würde die Aufnahme von Fett, gesättigten Fettsäuren und Cholesterin gesenkt werden. [9]

Was Sie tun können

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