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Elefant des Circus Krone nach nur kurzem „Ruhestand“ gestorben

Im Alter von etwa 55 Jahren ist die Elefantendame Mala am 17. November 2020 gestorben. [1] Mala befand sich bereits seit einigen Tagen in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Erst im Frühjahr 2019 hatte Circus Krone sie in einen spanischen Tierpark gebracht, wo sie zusammen mit zwei Artgenossen ihren „Ruhestand“ verbringen sollte. [2] Trotz körperlicher Gebrechen und psychischem Leid, das sich in Verhaltensstörungen ausdrückte, wurde Mala gemeinsam mit weiteren Elefanten bei Circus Krone jahrelang auf Tourneen mitgeschleppt und belastenden Auftritten in der Manege ausgesetzt. 

„Mala wurde fast ihr gesamtes Leben lang zu Auftritten in der Manege gezwungen. Circus Krone muss endlich damit aufhören, Elefanten und weitere Tiere für ein längst überholtes Unterhaltungskonzept zu missbrauchen, und die Tierdressuren einstellen.“
Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Elefantendame Mala nach über 50 Jahren als Unterhaltungsobjekt gestorben

Wie so oft in der Zirkusbranche musste Elefantendame Mala fast bis zum letzten Atemzug in der Manege das Publikum unterhalten. Wie alle Elefanten in deutschen Zirkussen war auch Mala ein sogenannter Wildfang, der im Kindesalter gewaltsam von seiner Familie getrennt und einem Leben in Freiheit beraubt wurde. Bei Circus Krone werden die sensiblen Rüsseltiere während der Tournee tausende Kilometer auf Lkws durch Deutschland gekarrt, jede Nacht an zwei Beinen fixiert und mit dem Elefantenhaken – einem Stock mit einem spitzen Metallhaken – gequält, damit sie gehorchen. Erst im Frühjahr 2019, nach über 50 leidvollen Jahren im Zirkus, wurde die Asiatische Elefantin von Circus Krone nach Spanien gebracht, wo sie zusammen mit zwei anderen Elefantendamen endlich ihren „Ruhestand“ in einem Tierpark verbringen sollte. In den letzten Tagen verschlechterte sich Malas gesundheitlicher Zustand zunehmend: Bereits seit mehreren Tagen war Mala nicht mehr aufgestanden, Wasser und Nahrung hatte sie zunächst noch zu sich genommen.

Tiere im Circus Krone: ein Leben lang zu Unterhaltungszwecken missbraucht

Die Elefanten bei Circus Krone werden in der Regel bis zu ihrem Lebensende rücksichtslos zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet. So starben 2012 gleich zwei Elefanten kurz nacheinander: Obwohl Elefantenbulle Colonel Joe und Elefantin Sandrin laut Gutachten schon seit Jahren krank waren, wurden die beiden Tiere bis zuletzt zu Auftritten gezwungen, anstatt sie in ein stationäres Gehege zu übergeben. Eine weitere Elefantendame starb 2017 kurz nach dem Ende der Sommer-Tournee – vermutlich an Herzversagen. [3]

In den vergangenen Jahren stellten Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter bei dem Zirkus wiederholt gravierende Missstände in der Tierhaltung fest: Bereits 2008 bescheinigte ein Gutachten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW die mangelhafte Elefantenhaltung des Circus Krone. [3] Weitere Gutachten zeigten auf, dass die Elefanten durch Ankettung und mangelhaften Auslauf zu wenig Bewegung haben und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere fehlen. Alle Elefanten des Zirkusunternehmens leiden an teilweise gravierenden Stereotypien, die Ausdruck von seelischem Leid sind. [4, 5]

Auch Burma und Bara verdienen einen Lebensabend im „Ruhestand“

Wir von PETA Deutschland kritisieren, dass der Zirkus weiterhin an Tierdressuren festhält: Im Frühjahr 2019 wurden alle fünf Elefanten des Zirkusunternehmens im spanischen Tierpark „El Castillo de la Guardas“ untergebracht. In dem naturbelassenen Gehege hatten sich die Tiere gemeinsam eingewöhnt. Doch für das Winterprogramm 2019 wurden die betagten Elefantendamen Bara und Burma aus dem 2.400 Kilometer entfernten Tierpark von Circus Krone zurück nach München geholt, um sie dort erneut auftreten zu lassen. Während der Corona-Krise wurden die Elefantendamen Bara und Burma zwar wieder nach Spanien gebracht [1] – doch es ist zu befürchten, dass sie für Auftritte zurück nach Deutschland geholt werden, sobald Zirkusshows wieder möglich sind.

Bara und Burma Ende 2019 im Münchner Winterquartier des Circus Krone
Elefantenhaltung im Münchner Winterquartier
 Elefanten sind Wildtiere und gehören weder in Zirkusse noch in Zoos, sondern verdienen ein Leben in Freiheit. Wildtiere, die in der Unterhaltungsindustrie eingesetzt werden, leiden meist unter katastrophalen Haltungsbedingungen und einer brutalen Dressur. Wir fordern den Zirkus auf, auch Bara und Burma dauerhaft abzugeben, ihnen ihren Lebensabend in einem naturnahen, weitläufigen Gehege zuzugestehen und sämtliche weitere Tierdressuren einzustellen. 
 

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie keinen Zirkus, in dem Tiere zu Auftritten gezwungen werden.
  • Informieren Sie auch Ihre Freunde, Familie und Bekannten über das Leid von Tieren in Zirkusbetrieben und der Unterhaltungsindustrie.

[1] Süddeutsche Zeitung (2020): Circus Krone trauert um Elefantendame Mala, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-circus-krone-elefant-mala-tot-1.5118927,  (eingesehen am 18.11.2020)
[2] DONAUKURIER (2020): Circus Krone bangt um Elefantendame Mala, https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Tiere-OBERBAYERN-Zirkus-Bayern-Spanien-Circus-Krone-bangt-um-Elefantendame-Mala;art155371,4715213, (eingesehen am 18.11.2020)
[3] tz (2017): Herztod! Circus Krone trauert um Elefanten-Dame Delhi. Online abrufbar unter: https://www.tz.de/muenchen/stadt/ludwigsvorstadt-isarvorstadt-ort43328/herztod-circus-krone-trauert-um-elefanten-dame-delhi-9421698.html, (eingesehen am 18.11.2020)
[4] Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) (2008): Gutachten zur Tierhaltung im Circus Krone. Grundlage sind Kontrollen in der Zeit vom 27.09. - 08.10.2008 von insgesamt sechs Vertretern aus verschiedenen Veterinärämtern, der LANUV NRW, einer Fachtierärztin für Zoo-, Wild- und Gehegetiere sowie einem Fachmann der Fa. Interzoo.
[5] European Elephant Group (2011): Quantitative und qualitative Erhebung zur Situation der Elefanten in deutschen Zirkussen. Haltungsfachliches Gutachten auf Anforderung der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV).