Themen Wildtiere

Wildtiere in der Natur – respektvoller Umgang statt Töten und Verdrängen

Fuchs
Der Mensch dringt immer weiter in die Natur vor und zerstört dabei die Lebensräume der Tiere. Trotz ihrer schwindenden natürlichen Heimat müssen die Wildtiere weiter nach Nahrung, Wasser, einem geeigneten Unterschlupf und einem Ort suchen, an dem sie ihre Jungen großziehen können. Von einigen Menschen werden sie als vermeintliches „Ärgernis”, „Plage“ oder „Überpopulation“ wahrgenommen. So werden jedes Jahr Millionen Wildtiere getötet, weil der Mensch ihnen den Lebensraum genommen hat und sie nicht in seiner direkten Umgebung duldet. Füchse, Nil- und Kanadagänse, Kaninchen, Waschbären, Nutrias, Mäuse, Ratten, Wespen, Biber und Tauben: Sie alle gehören zu den Wildtierarten, die häufig der Intoleranz von uns Menschen oder der Hobbyjagd zum Opfer fallen.
 
Kanadagans
Dabei verlangen Wildtiere gar nicht viel – sie wollen einfach nur in Frieden leben. Doch in der Realität müssen sie nicht nur bei der Nahrungssuche ums Überleben kämpfen, sondern werden zudem von Jägern bedroht, die ihnen auflauern, um sie zu töten. Nicht nur Tiere, die sich fernab von Städten einen Rückzugsort suchen, sind bedroht – selbst innerhalb von Städten stellen sogenannte Stadtjäger den Tieren immer öfter nach. Jäger haben es unter anderem auf Füchse, Waschbären, Wildschweine, Rehe, Hirsche, Enten und Gänse abgesehen. Auch Menschen sind vor ihnen nicht sicher, denn immer wieder kommt es zu Jagdunfällen, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet werden.
 
Waschbär
Im Laufe ihrer Organisationsgeschichte hat sich PETA immer wieder für Wildtiere – und natürlich alle anderen missbrauchten Tiere – eingesetzt und konnte bahnbrechende Erfolge verzeichnen. Beispielsweise informieren wir Hauseigentümer und Unternehmen regelmäßig über Möglichkeiten, Mäuse, Ratten und andere Tiere auf tierfreundliche Art umzusiedeln. Wir konnten bereits unzählige Geschäfte davon überzeugen, tierfreundliche Maßnahmen anzuwenden, statt Tiere zu vergiften. Wir haben bewirkt, dass die grausame Verstümmlung von Rehkitzen durch Mähmaschinen rechtlich geahndet wird. Netze, in denen Vögel sich oftmals verfangen, und Klebepasten, die ihre Krallen verkleben und häufig zum Tod führen, haben wir entfernen lassen. Über unsere Kanäle erreichen wir zudem viele Millionen Menschen mit konkreten Tipps und Informationen für einen respektvollen Umgang mit Tieren in der Natur. 

Angeln

Wenn Fische schreien könnten, würde mit Sicherheit niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung, die der Erholung dient. Oder würden Sie es erholsam finden, wenn man Ihnen ein Stück Schokolade vor den Mund halten würde, um anschließend einen spitzen Haken durch Ihre Lippen zu bohren und Sie dann, mit Ihrem ganzen Körpergewicht an diesem Haken hängend, in ein Element zu ziehen, in dem Sie keine Luft mehr bekommen? Wenn man Ihnen anschließend ohne Betäubung den Bauch aufschlitzen würde, um Ihnen die Organe herauszureißen, oder Sie mit einem mehr oder weniger treffsicheren Schlag auf den Kopf betäuben würde, bevor man Sie „ausnimmt“? Oder wenn man Sie einfach ersticken lässt? Erholsam ist das mit Sicherheit nicht!
 

Jagd

Inmitten von Kulturlandschaften und eng bebauten Siedlungsbereichen, Straßen und landwirtschaftlichen Flächen wird der Lebensraum für unsere heimischen Wildtiere immer knapper. Dort, wo sie einst ihre Höhlen, Nester, Kinderstuben oder Rast- und Futtergebiete hatten, gibt es heute kaum noch Platz für sie. Tierarten, die versuchen, in Koexistenz mit dem Menschen zu überleben, werden vertrieben, gejagt oder zu sogenannten Schädlingen degradiert und vergiftet. Die einseitige Ausrichtung auf Monokulturen und Ertragsmaximierung führt dazu, dass Grundeigentümer, Land- und Forstwirte ein wirtschaftliches Interesse an der Dezimierung der Wildtierpopulationen haben. In einem natürlichen Wald gibt es jedoch keine „Schäden“ durch Wildtiere. Auch in Städten und Siedlungen, in die sich einige Wildtiere wie Füchse, Marder und Waschbären flüchten, werden sie oft auf grausame Weise getötet.

Jedes Jahr werden mehr als fünf Millionen Wildtiere sowie hunderttausende Katzen und Hunde von Jägern getötet. Die meisten davon werden nur zum Spaß oder aus angeblicher Tradition von Hobby- und Freizeitjägern als lebende Zielscheiben missbraucht. Bei der Jagd sterben viele Tiere nicht sofort: Sie werden angeschossen oder in Fallen schwer verletzt und flüchten mit heraushängenden Eingeweiden oder zerschossenen Knochen. Oft quälen sie sich tagelang, bis sie sterben. Die Jagd hat nichts mit Natur- und Artenschutz zu tun, sondern schädigt das Ökosystem auf drastische Weise. Jäger tragen zur Unterbindung der natürlichen Selektion bei, denn sie töten Beutegreifer wie Füchse oder Marder, die normalerweise als natürliche Gesundheitspolizei des Waldes schwache und kranke Tiere erbeuten. Hunderttausende Füchse werden jedes Jahr zum Spaß getötet, sodass Mäusepopulationen stark ansteigen und auf unseren Feldern tonnenweise mit Gift bekämpft werden – ein ökologischer Wahnsinn. Bei Treibjagden flüchten viele Tiere aus ihrem angestammten Revier, was zur Ausbreitung von Krankheiten beitragen kann. Jäger schrecken nicht einmal davor zurück, bedrohte Arten wie Feldhasen oder Rebhühner massenhaft zu töten, nur um die geschrumpften Populationen anschließend auf dreiste Weise den Füchsen anzulasten.
 
Wildschweine
Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit für die Jagd besteht, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch externe Faktoren wie Nahrungsverfügbarkeit, Witterung oder Krankheiten sowie interne Faktoren wie die Sozialstruktur der Wildtiere stattfindet. Jagdfreie Gebiete wie der Schweizer Kanton Genf, in dem die Hobbyjagd seit über 40 Jahren weitgehend verboten ist, sind wegweisende Beispiele, denn hier reguliert sich die Natur in erster Linie selbst. Das Ergebnis ist eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen.

Eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren ist nicht nur möglich, sondern auch in unserem eigenen Interesse notwendig.
 
 

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.