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Bedrohte Lebensräume: Klimakatastrophe zerstört Artenvielfalt

Die menschengemachte Klimakatastrophe bedroht einen Großteil aller weltweiten Lebensräume und gefährdet damit etwa jede zehnte Pflanzen- und Tierart. [1] Die Tierwirtschaft und in der Folge der Konsum von Fleisch, Milch und anderen tierischen Produkten gelten als Haupttreiber der anthropogenen Erderwärmung.

Inhaltsverzeichnis

Erderwärmung führt zum Verlust von Lebensräumen und Artenvielfalt

Die Zerstörung von Lebensräumen und die Bedrohung von Tier- und Pflanzenarten beruhen auf verschiedenen Ursachen. Dazu gehören unter anderem der Rückgang von bestäubenden Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen, der Eintrag von Schadstoffen in die Umwelt und die Erderwärmung. [1]

Die Landwirtschaft, dabei insbesondere die Tierwirtschaft, ist für bis zu 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. [2]  Damit gilt sie als einer der Hauptauslöser der menschengemachten Klimakrise und ist maßgeblich verantwortlich für den Verlust von Lebensräumen.

Was sind bedrohte Lebensräume?

Bedrohte Lebensräume sind Landschaften und Regionen, deren Existenz durch bestimmte Einflüsse gefährdet ist. Dieser Prozess wird begünstigt durch Temperaturänderungen, veränderte Niederschläge und extreme Wetterereignisse wie Dürren, Waldbrände und Flutkatastrophen – aber auch durch das bewusste Eingreifen des Menschen in diese Regionen, wie etwa durch Abholzung und Rodung von Wäldern.

bedrohte lebensräume

Oftmals handelt es sich bei diesen Lebensräumen um artenreiche und hoch spezialisierte Ökosysteme. Wenn sie vernichtet werden oder verschwinden, bedeutet das auch den Verlust von Pflanzen- und Tierarten. Während sich Rote Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im Naturschutz bewährt haben, gibt es seit 2017 auch eine offizielle Europäische Liste bedrohter Lebensräume. [3, 4] Allein in Europa sind mehr als ein Drittel aller Lebensräume gefährdet – darunter Moore, Wiesen, Gewässer und Küstenregionen. [5]

Welche Lebensräume sind bedroht?

Die katastrophalen Auswirkungen des Klimakrise zeigen sich nicht nur in fernen Regionen wie der Arktis oder in tropischen Wäldern, sondern auch hier in Deutschland und anderen Regionen Europas. Die Jahreszeiten verschieben sich: Die kalte, vegetationsfreie Zeit in den Wintermonaten wird immer kürzer, die Sommer werden vielerorts immer heißer. Diese Entwicklung führt dazu, dass einige Tierarten aus den betroffenen Regionen verschwinden, während sich andere hierzulande ausbreiten. [4]

Die Klimakatastrophe gefährdet die artenreichsten Lebensräume der Erde. Die dort vorkommenden Arten haben sich derart an die Bedingungen ihres ursprünglichen Lebensraumes angepasst, dass sie mit den sich wandelnden Veränderungen nicht zurechtkommen. Da viele Tier- und Pflanzenarten voneinander abhängig sind, bedeutet der Verlust einer Art auch den Rückgang einer anderen. Besonders groß ist Gefährdung bei verschiedenen Wiesentypen, Seen-, Fluss- und Küstenlebensräumen, doch auch Feuchtgebiete wie Moore sind bedroht. [5]

1. Korallenriffe und Ozeane

Durch die Erderwärmung erhöht sich auch die Temperatur der Weltmeere. Selbst wenn die globale Erwärmung bei 1,5 Grad gestoppt werden kann, werden bis Ende des Jahrhunderts vermutlich 70 Prozent aller Korallenriffe verschwinden – bei zwei Grad dürften es sogar 99 Prozent sein. Die Erwärmung der Ozeane ist damit der Hauptgrund für den Rückgang der wichtigen Korallenriffe und bedroht Millionen Tier- und Pflanzenarten in den Meeren. [6]

korallenriffe

2. Tropische Wälder

Mit 45 Prozent handelt es sich bei fast der Hälfte aller Wälder der Erde um tropische Wälder, die in ihrer Gesamtheit etwa 13 Prozent der weltweiten Landfläche bzw. 18 Millionen Quadratmeter bedecken. [7] Jedes Jahr werden große Flächen tropischer Regenwälder vernichtet, im Jahr 2017 waren es rund 6,13 Millionen Hektar. Auch wenn die Zerstörung in den Folgejahren weniger stark ausfiel, werden weiterhin große Flächen abgeholzt und gerodet. 2020 wurden weitere 4,21 Millionen Hektar vernichtet. [8]

Tropische Wälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. Ihre Tier- und Pflanzenarten sind uns nur zu einem Bruchteil bekannt, haben sich jedoch optimal an ihren Lebensraum angepasst und sind voneinander abhängig.

Brennender Regenwald

3. Nördlicher Polarkreis

Die Region am nördlichen Polarkreis, die Arktis, erwärmt sich etwa doppelt so schnell als der Rest der Erde – das „ewige Eis“ um den Nordpol schmilzt. Damit ist der natürliche Lebensraum des Eisbären enorm gefährdet. Auch Tiere wie Robben, Walrosse, Rentiere, Polarfüchse und Schneehasen leben am Nordpol. [9]

bedrohte lebensraeume

4. Moore und andere Feuchtgebiete

Rund 75 Prozent der europäischen Moore werden als gefährdet eingestuft. [3] Als Hauptursachen gelten eine einseitige Landnutzung und der Klimawandel. [1] Während die Artenvielfalt in diesen Landschaften durch steigende Temperaturen und Dürrephasen bedroht ist, können Moore bei erhöhten Temperaturen auch Treibhausgase wie Kohlenstoff und Methan freigeben. Damit sind Moore nicht nur selbst durch die Klimakatastrophe bedroht, sondern befeuern diese mit steigenden Temperaturen sogar immer weiter. [10]

Wälder, Heide- und Buschland sowie spärlich bewachsene Lebensräume sind insgesamt weniger gefährdet. [5]

bedrohte lebensraume

Warum geht der Lebensraum von Tieren und Pflanzen verloren?

Die globale Erwärmung schreitet schneller voran, als sich viele Arten genetisch anpassen oder mit den Temperaturverschiebungen Richtung Norden wandern können. So bedroht die Klimakatastrophe vor allem Arten, die kälteresistent sind bzw. kühlere Temperaturen und feuchtere Klimata bevorzugen. Tier- und Pflanzenarten, die mit warmen und trockenen Bedingungen gut zurechtkommen, sind anderen Arten dabei überlegen. [1]

Arten mit sehr spezifischen Anforderungen an ihren Lebensraum, die dort lange unter konstanten Umweltbedingungen gelebt haben, sind durch die massiven klimatischen Veränderungen besonders gefährdet. So sind beispielsweise die Temperaturen in Europa in den vergangen Jahren so schnell gestiegen, dass sich Tagfalter und einige Vogelarten nicht schnell genug anpassen konnten. Gleichzeitig sind sie langsamer nach Norden gewandert, als es ihre Bedürfnisse an ihr Lebensumfeld erfordern würden. [1]

Insgesamt haben es Arten, die gut mit Kälte zurechtzukommen, bei steigenden Temperaturen schwerer und versuchen daher, nach Norden oder ins Gebirge auszuweichen. Im Gegensatz dazu profitieren unter anderem wärmeliebende Insekten von den veränderten Verhältnissen. Der Borkenkäfer beispielsweise bringt innerhalb eines Jahres mehrere Generationen hervor. Seine Larven ernähren sich von der für Bäume überlebenswichtigen Rinde, was dazu führt, dass immer mehr Bäume und somit auch Wälder sterben. [1]

Sollte die Temperatur auf der Erde um 4,5 Grad ansteigen, könnten bis zu 50 Prozent der Tier- und Pflanzenarten in den bedeutendsten Naturregionen der Welt verloren gehen. [4]

Welche Folgen hat die zunehmende Lebensraumzerstörung?

Die Erderwärmung hat massive Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Wissenschaftler:innen schätzen, dass in Deutschland bereits in den nächsten Jahrzehnten bis zu 30 Prozent der einheimischen Arten verloren gehen, weil sie sich nicht rechtzeitig an die neuen Umweltbedingungen anpassen können.

bedrohte lebensbedingungen

Das stellt für ein Viertel der Pflanzen- und Tierarten in Deutschland eine Gefährdung dar. Besonders betroffen sind Fisch- und Krebsarten, die im Kaltwasser leben. Aber auch jede zweite Amphibienart und zwei Drittel der Reptilienarten sind gefährdet, da sie auf feuchte Lebensräume angewiesen sind. [11]

Wie greift der Mensch in den Lebensraum der Tiere ein? // Warum sind Tiere bedroht?

Menschen greifen rücksichtlos in wichtige Ökosysteme ein, die für eine weltweit ausgeglichene Artenvielfalt verantwortlich sind.

  • Überfischung: Der industrielle Fischfang trägt zur Zerstörung von Korallenriffen und der Lebensgrundlagen anderer Tiere bei.
  • Rodung von Wiesen, Feldern und Wäldern: Für die Tierwirtschaft werden vor allem tropische Wälder abgeholzt und gerodet, um sie zum Anbau von Tiernahrung oder als Weideflächen zu verwenden.
  • Jagd: Die exzessive Bejagung von Wildtieren für Tierhandel und Fleischkonsum stellt einen massiven Eingriff in Ökosysteme dar, die sich ohne Zutun des Menschen selbst regulieren können.
  • Urbanisierung: Die Ausweitung der menschlichen Besiedlung in die natürlichen Lebensräume von wild lebenden Tieren zerstört Küstenregionen und tropische Wälder.

Wie kann die Artenvielfalt geschützt werden?

Die Tierwirtschaft gilt als einer der Haupttreiber der gegenwärtigen Klimakatastrophe – und damit als Gefahr für die tierische und pflanzliche Artenvielfalt. Wer dazu beitragen möchte, die menschengemachte Erderwärmung zumindest abzumildern, sollte sich für eine tier- und umweltfreundliche Lebensweise entscheiden.

Der Schritt zum veganen Leben kann erheblich zum Klimaschutz beitragen, denn der Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln verursacht deutlich weniger klimaschädliche Gase und verbraucht weniger Ressourcen als die Herstellung tierischer Produkte.

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