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Sind Korallen Tiere? Die wichtigsten Infos über Korallenriffe

Korallen sind am Meeresboden festsitzende, wirbellose und koloniebildende Tiere, die zur Klasse der Blumentiere und zum Stamm der Nesseltiere gehören. Korallenriffe bringen für die Ozeane als wichtige Ökosysteme einen vielfältigen Nutzen. Sie sind die artenreichsten und produktivsten Meeresgebilde – und damit der optimale Lebensraum für zahlreiche Meerestier– und Pflanzenarten: Zwischen den Korallen suchen viele Meeresbewohner Nahrung und Schutz vor Feinden und starken Strömungen.

Inhaltsverzeichnis

Sind Korallen Tiere?

Korallen bestehen aus vielen einzelnen winzigen Tieren – den Polypen, die wie eine Miniaturversion einer Seegurke oder Seeanemone aussehen und fast nur aus einem Magen, einem Mund und Tentakeln bestehen. Mit bloßem Auge sind einzelne Polypen kaum zu erkennen. Viele Polypengruppen zusammen werden Kolonien genannt. Sie sind die Erbauer der Korallen. Bis heute sind mehr als 5.000 Korallenarten bekannt. [1]

Diese Organismen, die optisch auch an kleine, blühende Bäume erinnern, waren jahrhundertelang Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen: Sind Korallen Tiere, Pflanzen oder eine eigene Gattung? Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Korallen als Tiere anerkannt und dem Stamm der Nesseltiere zugeordnet, zu denen unter anderem auch Quallen und Seeanemonen zählen.

Korallen werden in verschiedene Gruppen unterteilt, zum Beispiel:

  • Weichkorallen
  • Steinkorallen [2]

Während einige Korallen wie Steinkorallen durch die Absonderung der einzelnen Polypen mit Kalziumcarbonat (CaCO3) ein Kalkskelett aufbauen und Riffe bilden, gibt es auch Weichkorallen, die schneller wachsen, dabei aber keine harten Skelette bilden. [2] Korallenriffe gehören zu den vielfältigsten und wertvollsten Ökosystemen der Erde. [3]

korallenriffe

Warum sind Korallen wichtig?

Korallenriffe sind für Menschen, Tiere und die Umwelt überlebenswichtig:

  • Korallenriffe schützen Küsten vor Stürmen und Erosion. [4]
  • Sie sind Lebensraum und gleichzeitig eine wichtige Nährstoffquelle für Meerestiere: Mindestens 25 Prozent aller Arten von Meerestieren leben in Korallenriffen. [3]
  • Korallenriffe sind wichtige Sauerstoffproduzenten – auch für uns Menschen – und werden daher auch oft als Unterwasser-Regenwald bezeichnet.

Was genau sind Korallenriffe?

Korallenriffe entstehen, wenn sich freischwimmende Larven an Felsen und anderen harten Oberflächen unter Wasser oder an den Ufern von Inseln und Kontinenten festsetzen und Kolonien bilden. Dort wachsen die Korallen und breiten sich aus. [5] Schon lange bevor Menschen auf der Erde lebten, siedelten sich kleine Korallenpolypen überwiegend an tropischen Küsten an. Durch ständige Kalkablagerung und die fortwährende Überwucherung von totem Skelettmaterial durch neue Korallenkolonien entstanden große Riffkomplexe.

Es gibt vier Arten von Riffen, die dabei entstehen: Saum-, Barriere- und Plattformriffe sowie Atolle. Die Form und das Aussehen von Korallenriffen wird mehr von Schwankungen des Meeresspiegels, Temperaturveränderungen, Kontinentalverschiebungen und Landabsenkungen beeinflusst als von den verschiedenen Korallenarten, die sie erbauen.

  • Saumriffe sind die häufigsten Korallenriffe, befinden sich in Küstennähe und können sich über Kilometer hinweg am Strand entlangziehen. Wie weit sie ins Meer reichen, hängt von der Wasserqualität und davon ab, wie steil der Meeresboden ist.
  • Barriereriffe bilden sich anders als Saumriffe meist mitten im offenen Meer. Die Ausmaße des Riffs hängen von Umweltbedingungen wie dem Wasserspiegel ab: Bei steigendem Wasserspiegel reagiert das Riff mit Wachstum, damit die Algen immer knapp unter der Wassergrenze sind und Zugang zu den Sonnenstrahlen haben.
  • Atolle entstehen vermutlich aus Saumriffen, deren Grundlage – also Inseln und Kontinente – immer weiter ins Meer absinken. Erst wenn sich die Insel vollständig unterhalb des Wasserspiegels befindet, hat sich ein Atoll gebildet – sonst wird das Gebilde als Fast-Atoll bezeichnet.
  • Plattformriffe ähneln in ihrer Form Atollen und entstehen dort, wo der Meeresboden relativ weit an die Wasseroberfläche heranreicht, sodass die Korallen ausreichend Sonne abbekommen. Teilweise erstrecken sie sich auf Flächen mit einem Durchmesser von bis zu 15 Kilometern. [6]
korallenriffe

Wo gibt es Korallenriffe?

Saumriffe mit einer starken Ausbreitung ins Meer kommen besonders oft im Roten Meer, in Südostasien, im Indischen Ozean und in der Karibik vor. Barriereriffe kommen im Gegensatz dazu viel seltener vor; das größte ist das Great Barrier Reef an der australischen Nordostküste, dort gibt es auch Plattformriffe. [6]

Warum sind Korallenriffe gefährdet?

Korallen ermöglichen die Artenvielfalt in den Weltmeeren, sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Ozeane als funktionierende Ökosysteme. Ein Rückgang von Korallen bzw. Korallenriffen bedeutet daher einen Rückgang der Artenvielfalt in den Ozeanen.

Die Korallenriffe sind durch zahlreiche globale und lokale Probleme wie Klimakatastrophe, sinkende Wasserqualität, Überfischung, Verschmutzung und die Ausbreitung von Städten in Küstengebiete einem unerbittlichen Druck ausgesetzt.

Das rücksichtslose Verhalten von Menschen hat unmittelbaren Einfluss auf den Rückgang der Korallenriffe:

  • Kommerzieller Fischfang: Die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2020 deuten darauf hin, dass Korallen häufiger als zuvor angenommen als sogenannter Beifang in den Netzen von Fischerbooten landen. [7]
Fischerboote
  • Korallenabbau: Wenn lebende Korallen aus den Ozeanen entfernt und woanders angesiedelt oder für andere Zwecke verwendet werden, wird der Vorgang als Korallenabbau bezeichnet. Korallen werden beispielsweise in Meeresaquarien umgesiedelt und zu Urlaubssouvenirs wie Schmuck oder Dekoration verarbeitet. Oft werden Korallen auch zu einem Material verarbeitet, das Kalkstein ähnelt, das zur Herstellung von Ziegeln, Straßenaufschüttungen oder Zement verwendet wird. [8]
korallen kette
  • Medizin: In Korallen lebende Pflanzen und Tiere werden teilweise für die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Krebs, Arthritis, menschlichen bakteriellen Infektionen, Alzheimer, Herzkrankheiten, Viren und anderen Krankheiten missbraucht. [9]
  • Verschmutzung der Ozeane: Die Verschmutzung vom Land aus ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung von Korallenriffen; so stammen in der Karibik etwa 80 Prozent der Meeresverschmutzung von Aktivitäten an Land. Die Ausbreitung der Bevölkerung in Küstengebiete führt vermehrt zu Abflüssen in die Meere, dabei gelangen oft große Mengen an Rückständen von Bauarbeiten, aus der Landrodung, hohe Nährstoffmengen aus landwirtschaftlichen Flächen und Abwasserabflüssen sowie Schadstoffe wie Erdölprodukte und Pestizide in die Ozeane und gefährden die Gesundheit der Korallenriffe: Giftstoffe und überschüssige Nährstoffe führen zu einer schlechten Wasserqualität, oft zu einem zu niedrigen Sauerstoffgehalt und einer Erhöhung des Nährstoffgehalts im Wasser. Diese Bedingungen begünstigen ein verstärktes Algenwachstum in den Riffen, wodurch die Korallen verdrängt und ganze Ökosysteme erheblich geschädigt werden. [10]
  • Klimakatastrophe: Durch die steigenden Wassertemperaturen – verursacht durch die Klimakrise – bleichen die Korallen aus und sterben ab, da viele Algen, die mit den Korallen zusammenleben, einen Stoff produzieren, der für die Korallen giftig ist. Die Korallen schützen sich vor diesem Gift, indem sie die Algen abstoßen. Zurück bleibt ihr weißes Skelett. Dieser Prozess wird Korallenbleiche genannt. Außerdem versauern die Meere, wenn der Kohlendioxidgehalt zu hoch ist. Dies führt dazu, dass Steinkorallen keine Kalkskelette mehr bilden.
  • Lärmverschmutzung der Meere: Freischwimmende Korallenlarven orientieren sich bei ihrer Suche nach einem neuen Lebensraum akustisch, indem sie den typischen Geräuschen der Korallenriffe folgen. Die zunehmende Lärmverschmutzung der Meere stellt somit eine zusätzliche Bedrohung für die ohnehin gefährdeten Korallen dar. [11]

Kann man Korallen essen?

Nein, Korallen sind nicht für den Verzehr geeignet. Es gibt jedoch Pilze, die als „Korallen“ bezeichnet werden und essbar sind. Pilze sind jedoch keine Tiere und leben auch nicht im Meer.

6 weitere faszinierende Fakten über Korallen

Korallen sind faszinierende Meerestiere, die sich, abgesehen vom Larvenstadium, nicht fortbewegen können und daher ihr gesamtes Leben an einer Stelle haften bleiben.

1. Es gibt Tausende Arten von Korallen

Korallen gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben; dabei kommen sie in fast allen Meeren der Erde vor – auch in Deutschland. Am bekanntesten sind Korallen, die in warmen Gewässern wie dem Indischen Ozean unmittelbar unter der Wasseroberfläche leben. [12]

korallenriff

2. Korallenriffe bieten Millionen Tierarten ein Zuhause

In Korallenriffen sind unzählige Tiere und Pflanzen beheimatet: In einem Riff können bis zu neun Millionen Arten leben. Viele Fischarten pflanzen sich ausschließlich im Riff fort – Korallenriffe sind daher für den Fortbestand dieser Arten überlebenswichtig. [13]

korallenriff

3. Korallen brauchen Sonnenlicht zum Wachsen

Um zu wachsen, benötigen Korallen Sonnenlicht. Sie gedeihen in seichten Gewässern – Korallenriffe, die tiefer als 14 Meter unter der Wasseroberfläche liegen, sind unwahrscheinlich. Korallen bevorzugen tropische Meere, weil dort das Wasser wärmer und sauberer ist. [14]

Was essen Korallen?

Zum Überleben benötigen Korallen Sauerstoff und Nährstoffe: Korallenpolypen strecken dafür ihre Tentakel aus und fangen im Wasser schwebendes Plankton. Weil das jedoch nicht reicht, um satt zu werden, sind Korallen auf die Hilfe von Algen angewiesen, die auf der Haut der Koralle sitzen. Die Algen gewinnen nämlich aus Sonnenlicht Energie (Photosynthese) und produzieren Sauerstoff und Zucker. Einen Großteil davon geben sie an ihre Gastwirte, die Korallen.

Alge und Koralle leben dabei symbiotisch: Die Algen erhalten als Gegenleistung von den Korallen Kohlendioxid und andere wichtige Nährstoffe. Für beide ein guter Tausch.

Die kleinen farbigen Algen sorgen dabei für die auffällige bunte Optik von Korallenriffen. [13]

4. Korallen stabilisieren den Meeresboden

Korallenriffe tragen dazu bei, dass der Meeresboden stabil ist und fördern damit das Wachstum von Meerespflanzen wie Seegras – denn je mehr Pflanzen auf dem Meeresboden angesiedelt sind, desto besser wird er zusammengehalten. Dadurch werden die Auswirkungen von Stürmen und Gezeiten gemildert und Erosionen an der Küste verhindert. [13]

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5. Korallen reinigen die Ozeane

Korallen bzw. Korallenriffe verbessern die Wasserqualität: Organismen wie Pflanzen und Tiere sind eine Art Filter, indem sie Schmutz einfangen und das umgebende Gewässer klären. In Gebieten mit stärkeren Strömungen profitieren Korallenriffe durch eine bessere Nährstoffversorgung – daher wachsen sie dort vermehrt. [13]

6. Korallenriffe produzieren Sauerstoff

Korallenriffe produzieren etwa die Hälfte des in der Erdatmosphäre vorhandenen Sauerstoffs. Es ist die symbiotische Beziehung zwischen Korallen und Algen, den Zooxanthellen, die dies ermöglicht. Die Korallen bieten den Algen einen Unterschlupf und versorgen sie mit Kohlendioxid, um den Prozess der Photosynthese durchzuführen. Es sind also die Algen, die in Symbiose mit den Korallen die Hälfte des Sauerstoffs der Erde produzieren.

Indem Sie vegan leben, tragen Sie dazu bei, die Korallenriffe zu schützen!

Die industrielle Tierhaltung und der kommerzielle Fischfang tragen dazu bei, dass die Umwelt zerstört, die Meere leer „gefischt“ und vermüllt werden – und führen nicht zuletzt zum Rückgang der wichtigen Korallenriffe.

Wenn Sie sich für eine tier- und umweltfreundliche Ernährungs- und Lebensweise entscheiden, tragen Sie dazu bei, das Leid unzähliger Tiere zu verhindern und die Weltmeere zu schützen.

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