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„Der einzig wahre Ivan“ – neuer Disney-Film über Tiere im Zirkus

Youtube / KinoCheck

Seit 11. September 2020 zeigt Disney+ exklusiv einen neuen Film mit wahrer Tierrechtsbotschaft – „Der einzig wahre Ivan“. Der Realfilm mit Computeranimationen erzählt die Geschichte des Gorillas Ivan, der seit seiner frühen Kindheit mit Menschen zusammenlebt und im Zirkus auftreten muss. Mit dem Elefantenbaby Ruby, das als neue Attraktion in den Zirkus kommt, kehren auch Ivans Erinnerungen an die einstige Freiheit zurück.

Dieser Beitrag beleuchtet die traurigen Hintergründe dieses Films und zeigt auf, warum Disney zusammen mit Regisseur Mike White eine besondere Rolle für Tierrechte einnimmt.

Ein Leben in Gefangenschaft

Für den neuen Disney-Film „Der einzig wahre Ivan“ griff Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Tierfreund Mike White auf das gleichnamige und preisgekrönte Buch von Katherine Applegate zurück – entstanden ist ein filmisches Werk, das Tierrechte propagiert.

„Der einzig wahre Ivan“ erzählt die Geschichte des Silberrückens Ivan – von seiner Gefangennahme, der tagtäglichen Ausbeutung bis hin zu seiner Befreiung. Ivan wird seit Jahren als Zirkusattraktion missbraucht, als eines Tages das in der Wildnis gefangene Elefantenkind Ruby zum Zirkus stößt. Ruby spricht den Silberrücken auf seine längst vergessene Vergangenheit an und weckt damit Kindheitserinnerungen. Ivan beginnt, das Leben in Gefangenschaft zu hinterfragen und für seine Freiheit zu kämpfen. Auf seinem Weg trifft er viele Tiere, die ihn begleiten.

Bereits im Trailer zeigt sich das grandiose Zusammenspiel von Realfilm und computeranimierten Bildern (CGI). Es ist nicht nötig, echte Tiere für unsere Unterhaltung zu missbrauchen, denn dank hochmoderner Technik ist es möglich, Tiere so zu animieren, und in Filme zu integrieren, dass es nicht mehr – weniger als jemals zuvor – notwendig ist, echte Tiere für unsere Unterhaltung zu missbrauchen.

Nach einer wahren Begebenheit

Vorbild für den Protagonisten des Films war der Westliche Flachlandgorilla Ivan, der 1962 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo geboren wurde. Ivan lebte in einer Gruppe von 8 bis 10 Gorillas, der er damals entrissen wurde. Zusammen mit einem Gorilla-Mädchen wurde er zum Verkauf angeboten und 1964 in die USA geliefert. Earl Leonard Irwin, Besitzer des B&I Circus Store, erwarb die beiden Tiere zusammen für 7.500 US-Dollar. Nachdem das Gorilla-Mädchen bereits kurz nach der Ankunft an einer Lungenentzündung starb, übernahm ein Tierpfleger des Stores namens Johnston die Pflege des unterernährten und geschwächten Gorilla-Jungen Ivan und sicherte so sein Überleben..

Ivan lebte drei Jahre lang bei der Familie Johnston und wurde in dieser Zeit stark vermenschlicht. Er schlief im Bett, fuhr auf dem Motorrad mit oder bediente sich am Kühlschrank. Als er im Alter von fünf Jahren zu wild und stark geworden war, um weiterhin mit den Johnstons zusammenzuleben, wurde er in einen speziell angefertigten Stahlkäfig im Einkaufszentrum gesperrt. Trotz eingebautem Fernseher, Warmwasser und einer Küche entsprach dieses Gefängnis in keiner Weise den natürlichen Bedürfnissen des Gorillas. Wie im Film malte auch der echte Ivan Bilder – die letztendlich dafür sorgten, dass seine Geschichte bekannt [1] und Ivan 1994 in den Zoo von Atlanta verlegt wurde, wo er 2012 starb. [2]

Warum jeder Tierfreund den Disney-Film sehen sollte

„Der einzig wahre Ivan“ kritisiert die Ausbeutung von Tieren – zum Beispiel das Konzept von Zoos und Zirkussen, in denen Tiere gefangen gehalten werden. Wildtiere gehören in ihren natürlichen Lebensraum oder, falls nicht anders möglich, in weitläufige Auffangstationen. Auf keinen Fall sollten sie in kleinen Käfigen gehalten werden, aus denen sie nur heraus dürfen, um Menschen zu belustigen. Der neue Disney-Film thematisiert all diese Aspekte und stellt Tiere als Individuen mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen dar. Dank seiner anschaulichen und berührenden Erzählung und der tierfreundlichen Realisierung des Filmprojekts hat dieser neue Disney-Film größtmögliche Aufmerksamkeit verdient.

„Es ist eine Geschichte, die von Befreiung handelt – und die kann man nicht erzählen, indem man echte Tiere ausbeutet. CGI ist die einzig humane Art, um Tiere darzustellen. Schon ein einziger Blick in Ivans Gesicht beweist, dass diese Technik absolute lebensechte Tiere hervorbringt.“

Drehbuchautor Mike White
Mike White bringt es auf den Punkt: Tiere sind nicht dazu da, uns zu unterhalten. Und genau aus diesem Grund gehören echte Tiere nicht vor die Kamera. Ob Kaninchen, Hunde, Robben, Gorillas und Elefanten: Sämtliche Tiere im neuen Disney-Film sind mithilfe der bahnbrechenden CGI-Technik entstanden. Nach der Realverfilmung „Dumbo“ zeigt Disney mit „Der einzig wahre Ivan“ erneut, dass sich mit hochmoderner Technologie lebensechte Tiere erzeugen lassen.

Leider werden in der Film- und Fernsehindustrie auch heute noch unzählige echte Tiere eingesetzt. Sie werden in Trainingseinrichtungen in winzigen, dreckigen Käfigen gehalten und leiden unter Bewegungsmangel und fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten. Viele Tiere, die in der Unterhaltungsindustrie verwendet werden, wurden ihren Müttern in der Wildnis als Babys entrissen. Mit seiner berührenden Geschichte beleuchtet „Der einzig wahre Ivan“ all diese Aspekte und regt den Zuschauer dazu an, sich Gedanken über das Leid der Tiere zu machen, die zur menschlichen Unterhaltung in Zoos und Zirkussen ausgebeutet werden.

PETAs „Free the Animal”-Preis für Disney

Für den neuen Film mit der tierfreundlichen CGI-Technologie hat PETA USA nun den „Free the Animals“-Preis an Disney verliehen, denn „Der einzig wahre Ivan“ erzählt eine wahre Tierrechtsgeschichte von Ausbeutung und Befreiung. Der Award soll Disney und anderen Studios ins Bewusstsein rufen, dass CGI die einzige tierfreundliche Möglichkeit ist, um Tiergeschichten auf die Leinwand zu bringen.  

Die Geschichte von Ivan erinnert auch an das Schicksal von Schimpanse Robby, dem letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus, der seit Jahrzehnten ohne Artgenossen eingesperrt ist. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition.
  

Was Sie tun können

  • Unterstützen Sie nur Filme und Serien, die nicht auf echte Wildtiere, sondern auf CGI setzen.
  • Auch heute noch werden Tiere unter schrecklichen Bedingungen zur menschlichen Unterhaltung eingesperrt – zum Beispiel im Pata Zoo in einem Einkaufszentrum im thailändischen Bangkok. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition, und fordern Sie die Abgabe der Tiere an eine Auffangstation.
  • Wenn Sie Tierquälerei beobachten sollten, melden Sie uns diese Missstände gerne über unser Whistleblower-Formular.