Neues Video: So schrecklich leiden Nerze auf Deutschlands letzter Pelzfarm

Youtube.com / Deutsches Tierschutzbüro

Update:

Erfolg: Nach jahrelangem Einsatz von PETA und anderen Tierschutzorganisationen gibt es nun auch auf Deutschlands letzter Pelzfarm im nordrhein-westfälischen Rahden keine Tiere mehr.



Originalartikel:

In Rahden, Nordrhein-Westfalen, steht die letzte Pelzfarm Deutschlands. Über 4.000 Nerze verharren dort in winzigen Käfigen. Das Deutsche Tierschutzbüro veröffentlichte nun neues Videomaterial, das zeigt, wie die Nerze noch immer in engen, dreckigen Gitterboxen leben müssen. Sie können sich in den Käfigen kaum bewegen und müssen ihre empfindlichen Pfoten dauerhaft auf drahtigen Stäben balancieren. In der Gefangenschaft können die Wildtiere ihr natürliches Verhalten, wie das Schwimmen oder die Futtersuche, nicht ausleben. Die Nerze stehen unter Dauerstress und zeigen deutliche Verhaltensstörungen – man sieht im Video, wie die Tiere vor Langeweile in ihren winzigen Käfigen hin- und herlaufen und vergeblich nach einem Ausweg suchen (1).
 

Warum gibt es in Deutschland noch immer eine Pelzfarm?

Generell ist die Zucht von Tieren für die Pelzproduktion in Deutschland noch immer legal – eine durch PETA unterstützte Gesetzesinitiative für ein generelles Verbot der sogenannten Pelztierhaltung wurde durch wirtschaftsnahe Politiker der Unionsfraktion verhindert. Seit dem 1. September 2017 besteht allerdings ein Gesetz zur Regulierung von Pelzfarmen in Deutschland, wodurch größere Käfige, Schwimmbecken und Klettermöglichkeiten für jeden Nerzfarmer verpflichtend werden. Die Vorgaben müssen bis Ende 2022 umgesetzt werden. Diese Gesetzesanforderungen werden es voraussichtlich auch der allerletzten Pelzfarm in Deutschland unmöglich machen, langfristig wirtschaftlich zu bleiben und zur Schließung der Nerzfarm in Rahden führen (2).

Tiere auf Pelzfarmen leiden auch im Sommer

Wenn draußen die Tage länger und das Wetter wärmer wird, denkt kaum mehr jemand an Pelzmäntel und aufgeplüschte Jacken mit Pelzkragen. Doch das Leid der Tiere geht weiter. Pelztragende Tiere, wie Nerze, leiden ganz besonders im Sommer. Durch die Haltung in den engen und befestigten Käfigen haben die Tiere keine Möglichkeit, sich vor den Witterungsverhältnissen zu schützen. Im Sommer bedeutet dies, dass die Nerze unglaublicher Hitze ausgesetzt sind und sich nicht vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen können. Nach einem kurzen und grauenvollen Leben werden die sensiblen Wildtiere auf Pelzfarmen qualvoll vergast, um ihnen das Fell vom Körper zu schneiden und an Modehändler zu verkaufen.

Was Sie tun können

Ob Pelzmantel oder Fellmütze – es gibt keine humane Art, Tiere zu töten. Nicht nur die Nerze auf der letzten deutschen Pelzfarm leiden für die Modewelt; auch Füchse, Kaninchen, Hunde und Katzen werden in China, Polen oder Skandinavien für ihre Felle getötet. Bitte tragen und kaufen Sie keinen Pelz und machen Sie auch Ihre Freunde und Bekannten auf das Leid der Tiere aufmerksam.

Quellen:
(1) Aufnahmen von Deutschlands letzter Pelzfarm https://www.tierschutzbuero.de/pelzfarm_rahden/
(2) Gesetz zur Änderung futtermittelrechtlicher und tierschutzrechtlicher Vorschriften vom 5. Juli 2017 https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s2147.pdf%27%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s2147.pdf%27%5D__1517228886547 

 

Unsere Autoren

Melanie Hellige

Melanie hat in Deutschland, England und der Schweiz in der Fashionbranche gearbeitet. Aus Tierliebe setzt sie sich heute als Fachreferentin für Bekleidung und Textil dafür ein, dass in der Zukunft keine Tiere mehr für die Modeindustrie ausgebeutet werden. Wie Karl einmal sagte: „You cannot fake chic but you can be chic and fake fur.“