Pelzverbot: In diesen Ländern und Städten ist Pelz verboten

Bislang ist Los Angeles die größte Stadt, die den Verkauf von neuen Pelzprodukten komplett verboten hat. Diesem Zeitgeist schließen sich weltweit immer mehr Städte und Länder an und schieben den verbliebenen Pelzfarmen damit einen Riegel vor. Vielen Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch Unternehmen und Regierungen ist mittlerweile klar, dass Pelze der Umwelt massiv schaden und Tiere gleichzeitig zu einem schrecklichen Leben und grausamen Tod verdammen.


Nachfolgend finden Sie eine Liste von Ländern und Städten, die einer pelzfreien Zukunft den Weg ebnen:
 

Belgien

Die flämische Regierung Belgiens verabschiedete 2018 einen Erlass gegen Pelzfarmen. Zuvor waren entsprechende Verbote bereits 2015 in der Wallonie und 2017 in Brüssel durchgesetzt worden. Diese historische Entscheidung bedeutet das Ende der letzten Pelzfarmen in Belgien – die verbliebenen 17 Betriebe werden bis 2023 schließen.

Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina wurde 2009 ein Gesetz gegen Pelzfarmen verabschiedet, das die Zucht von Tieren ihres Felles wegen ab Ende 2018 verbietet. Doch 2017 bestand auf einmal die Gefahr, dass sich dieser zeitliche Rahmen um weitere 10 Jahre verlängern könnte. Dank des durch Aktivist/-innen ausgeübten Drucks – dazu gehörte auch ein Schreiben von PETAs Ehrenvorsitzender Pamela Anderson – lehnten die Mitglieder der Völkerkammer die Verlängerung der Frist jedoch ab. Die Auslaufphase endete im Januar 2018, und das Pelzfarmverbot trat in Kraft.

Großbritannien

Großbritannien war im Jahr 2000 das erste Land, das Pelzfarmen nach einer großen Protestwelle gesetzlich verbot. Ursprünglich bezog sich das Verbot nur auf England und Wales, doch Schottland und Nordirland zogen 2002 nach.

Japan

Im Jahr 2006 verabschiedete Japan ein Gesetz zum Schutz vor invasiven Tierarten. Dieses schränkte auch die Zucht nicht-heimischer Arten wie des amerikanischen Nerzes, des Waschbären und der Nutria ein. Das Gesetz macht den Betrieb von Pelzfarmen im Grunde illegal, und somit schloss die letzte Pelzfarm des Landes 10 Jahre später.

Kroatien

Das kroatische Landwirtschaftsministerium folgte dem Wunsch der Bevölkerung seines Landes und von Tierrechtsorganisationen wie PETA: 2017 trat nach einer 10-jährigen Übergangsphase das lang ersehnte Pelzfarmverbot in Koratien in Kraft. Ex-Pelzträgerin Sharon Osbourne bedankte sich in einem Schreiben bei Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković für die konsequente Umsetzung.

Luxemburg

Luxemburg ist das jüngste Land mit einem Pelzfarmverbot. Das fortschrittliche Tierschutzgesetz des Landes wurde im Juni 2018 verabschiedet und verbietet Pelzfarmen ab Oktober 2018. Derzeit gibt es in Luxemburg keine Pelzfarmen, und diese Gesetzgebung sorgt dafür, dass das auch so bleibt.

Mazedonien

Mazedonien führte 2014 eine dreijährige Auslaufphase für Pelzfarmen ein – seit 2017 sind Pelzfarmen damit illegal.

Norwegen

In Norwegen wurde ein Pelzfarmverbot 2018 beschlossen – die Auslaufphase dauert noch bis zum Jahr 2025. Das Verbot wurde erlassen, nachdem zahlreiche Enthüllungsberichte gezeigt hatten, welch grauenvolle Bedingungen auf norwegischen Pelzfarmen herrschen. Aktuell gibt es in dem Land rund 300 Farmen, auf denen jährlich über 700.000 Nerze und 110.000 Füchse gezüchtet und getötet werden. (1) Das Verbot ist damit ein riesiger Erfolg für die Tiere.

Österreich

In Österreich wurde dank der starken Offensive von Tierschützern bereits 1998 die letzte Pelzfarm geschlossen. Im Januar 2005 trat schließlich das Bundestierschutzgesetz in Kraft, worin die Haltung von Tieren zur reinen Pelzgewinnung rechtlich verboten und damit sichergestellt wurde, dass in Österreich auch zukünftig keine Pelzfarmen mehr eröffnet werden.

Serbien

2009 beschloss auch Serbien, Pelzfarmen zu verbieten, und gewährte den Farmern eine Auslaufzeit von 10 Jahren. Während dieser gesamten Zeitspanne wurde die serbische Regierung von der Pelzindustrie stark unter Druck gesetzt, das Verbot zu verzögern oder komplett zu kippen. Doch PETA Deutschland arbeitete mit lokalen Tierschutzorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass das Verbot voranschreitet. Im Januar 2019 trat das Gesetz trotz aller Bemühungen der Pelz-Lobby in Kraft. Um zu verhindern, dass Pelzfarmen unter dem Deckmantel der Lederproduktion weiterbetrieben werden, beinhaltet das Verbot zudem auch die Züchtung von Tieren zur reinen Ledergewinnung.

Slowenien

Slowenien verabschiedete 2013 ein fortschrittliches Tierschutzgesetz, das Pelzfarmen sowie die Jagd auf Tiere ihrer Felle wegen verbietet. Bestehenden Betrieben wurde eine dreijährige Auslaufzeit zugestanden.

Tschechien

Im Jahr 2017 verabschiedete Tschechien ein Tierschutzgesetz, das Pelzfarmen ab Januar 2019 verbietet. PETA Deutschland unterstützte die tschechische Organisation OBRAZ, die sich für das Verbot einsetzte, finanziell, mit Informationen sowie mit Expertengutachten. 

Neuseeland

2013 verabschiedete Neuseeland ein Verbot für den Import von Nerzen. Damit endete praktisch auch die Nerzzucht. Leider sind Pelzfarmen mit Frettchen noch immer zulässig.

São Paulo, Brasilien

São Paulo, die größte Stadt Brasiliens, verabschiedete 2015 ein historisches Gesetz, das den Import und Verkauf jeglicher Pelzprodukte verbietet. Ein Jahr zuvor hatten die Verantwortlichen der Stadt ein Gesetz zum Verbot von Pelzfarmen unterzeichnet.

USA, Berkeley, Kalifornien

Die kalifornische Stadt Berkeley verabschiedete 2017 eine Verordnung, die den Verkauf neuer Pelzprodukte verbietet. Zur Würdigung dieser Initiative erhielt der Stadtrat von PETA USA einen Compassionate City Award.

USA, Los Angeles

Im Februar 2019 trat Los Angeles in die Fußstapfen von Berkeley und wurde zur größten Stadt der Welt mit einem Verkaufsverbot für neue Pelzwaren. Die Abgeordneten des Stadtrats stimmten nach den unermüdlichen Aktionen, Petitionen, Ermittlungen und Promi-Kampagnen von PETA US fast einstimmig für die Tiere – nur ein Abgeordneter des 14-köpfigen Gremiums stimmte dagegen. Im Januar 2021 wird das Verbot in Kraft treten.

USA, San Francisco

Das Board of Supervisors von San Francisco beschloss schon im März 2018 ebenfalls einstimmig ein Pelzverkaufsverbot, nachdem wochenlange hitzige Debatten zwischen Tierrechtsaktivist/-innen und dem Einzelhandel vorausgegangen waren. PETA und ortsansässige Aktivist/-innen hatten sich vor diesem historischen Sieg für das Verbot stark gemacht, immer wieder an Treffen des Komitees teilgenommen und wenige Wochen zuvor eine Kundgebung vor dem Rathaus abgehalten.

USA, West Hollywood, Kalifornien

West Hollywood ebnete 2011 den zahlreichen Verkaufsverboten von Pelzwaren in US-Städten den Weg. Damals bewilligte der Stadtrat ein Verbot des Verkaufs neuer Jacken, Westen, Stolen und Stiefel aus Fell in Geschäften innerhalb der Stadtgrenzen. Zuvor war der Stadtrat mit Anrufen, Briefen und E-Mails von PETA-Unterstützer/-innen bombardiert worden, die auf eine Verabschiedung des Verbots drängten. PETA USA benannte West Hollywood danach zur mitfühlendsten US-Stadt des Jahres 2011.

Niederlande

2015 wurde in den Niederlanden ein Verbot verabschiedet, das es untersagt, Nerze zur Fellgewinnung auf Farmen zu züchten. Mit diesem Verbot wird die Produktion von Nerzfell bis 2024 komplett auslaufen. Zuvor hatten tausende Unterstützer/-innen von PETA Nederland auf die Grausamkeiten der Pelzproduktion hingewiesen. Schon 1995 hatten die Niederlande als erstes Land weltweit zur Fellgewinnung genutzte Fuchsfarmen verboten, 1997 dann Chinchillafarmen.

Dänemark

Dänemark verabschiedete im Jahr 2007 ein Gesetz zur Verbesserung des Schutzes sogenannter Pelztiere – darunter auch mehrere Maßnahmen für auf Pelzfarmen gehaltene Füchse. 2009 verabschiedete das Land dann ein Verbot von Fuchsfarmen mit einer Auslauffrist für die meisten Betriebe bis 2017 und einer Frist bis 2023 für Farmen, auf denen das Haupteinkommen aus der Fuchshaltung gewonnen wird. Nerze werden vorerst auch weiterhin auf dänischen Pelzfarmen leiden.

Ungarn

1998 wurde in Ungarn ein Tierschutzgesetz eingeführt, das es verbietet Tiere aus Gründen und unter Umständen zu töten, die inakzeptabel oder nicht zu tolerieren sind. Es sollte noch bis 2011 dauern, bis dieses Gesetz auch Tiere auf Pelzfarmen einschloss. Leider wurden Chinchillas und Angorakaninchen davon ausgeklammert. Sie dürfen in Ungarn weiterhin ihres Felles wegen gezüchtet werden.

Deutschland

In Deutschland wurden 2017 strengere Regulierungen mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren beschlossen. Damit wird sich die Nerzzucht finanziell für die Farmer nicht mehr lohnen. Die letzte Pelzfarm des Landes befindet sich derzeit in Rahden, Nordrhein-Westfalen, und wird voraussichtlich bis Ende 2022 schließen. Seit der Gründung von PETA Deutschland im Jahr 1994 haben wir uns immer wieder für ein nationales Pelzfarmverbot stark gemacht. Wir verfassten Anti-Pelz-Petitionen, enthüllten Tierleid auf Pelzfarmen, demonstrierten und veröffentlichten Anzeigenkampagnen mit Prominenten. Leider scheiterte ein umfassendes Pelzfarmverbot an wirtschaftsnahen Politikern der Unionsfraktionen (SDU/CSU), die einen entsprechenden Gesetzesentwurf fast eineinhalb Jahre lang blockierten und schließlich so stark verwässerten, dass lediglich die strengeren Haltungsbedingungen umgesetzt werden konnten.  

Italien

Auch in Italien wurden 2008 strengere Gesetze zum Schutz von Füchsen und Chinchillas verordnet. Den Tieren muss nun ein Gehege mit festem Untergrund sowie Nester, Spielgegenstände und Wasser zum Schwimmen zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund dieser Vorgaben schloss die letzte Chinchillafarm Italiens im Jahr 2012. Nerze werden in Italien leider noch immer ihres Pelzes wegen getötet.

Schweden

Das 1995 verabschiedete schwedische Tierschutzgesetz verbietet es, Füchse in Käfige zu sperren. Die Tiere müssen die Möglichkeit haben, aktiv zu sein, zu graben und sich mit anderen Füchsen zu sozialisieren. Von da an waren Fuchsfarmen nicht mehr rentabel, und die letzten Betriebe schlossen ihre Tore.

Schweiz

In der Schweiz sind die Hürden für Pelzfarmer derzeit am höchsten. Die Gesetzgebung gestattet die Gefangenschaftshaltung von Wildtieren nur unter Bedingungen, die den Vorschriften für moderne Zoos gleichkommen. Damit wurden Pelzfarmen unprofitabel und machten im ganzen Land dicht.

Was Sie tun können

Wir kommen einer Welt ohne Pelzfarmen immer näher. Nicht nur Länder und Städte setzen der Grausamkeit ein Ende: Alleine im vergangenen Jahr haben sich über ein Dutzend Designer und Modehäuser wie Burberry, Gucci, Versace oder das Kaufhaus Breuninger dazu entschieden, Pelz zukünftig aus dem Sortiment zu streichen, nachdem PETA jahrelang dafür gekämpft hatte.

Bitte helfen Sie uns, auch Escada davon zu überzeugen, keinen Pelz mehr zu verkaufen: