DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

Frankreich führt Gesetz für mehr Tierschutz ein

Wichtige Fortschritte für die Tiere in Frankreich, die wir uns auch für Deutschland wünschen: Das neue Gesetz gegen Tierquälerei wurde im November 2021 von beiden Parlamentskammern verabschiedet. Es besiegelt das Ende von Wildtieren in Zirkussen und Delfinarien – leider mit Ausnahmen, die zu bekämpfen sind. Außerdem verbietet das Gesetz den Verkauf von Welpen und Kätzchen in Tierhandlungen ab 2024 und bewirkt die endgültige Schließung von Farmen, die Wildtiere für ihren Pelz gefangen halten und töten.

Diese Maßnahmen wurden von allen Tierschützer:innen und der Mehrheit der französischen Öffentlichkeit seit Jahrzehnten erwartet und sind das Ergebnis jahrelanger Kampagnenarbeit von PETA Frankreich und anderen Verbänden.

Pelz: Parlament verabschiedet sofortige Schließung von Pelzfarmen

Frankreich reiht sich endlich in die lange Liste der Länder ein, die künftig keinen Pelz mehr produzieren werden. Das neue Gesetz sieht nicht nur die sofortige Schließung der letzten Nerzfarm vor, sondern verbietet auch die Einrichtung neuer Pelzfarmen für Wildtiere. In einer Zeit, in der sich die meisten großen Designer:innen von diesem grausamen Material getrennt haben – darunter seit kurzem auch der berühmte französische Konzern Kering –, ist klar, dass die Produktion von Pelz in Frankreich und weltweit keinen Platz mehr hat.

Diese Ankündigung folgt auf jahrelange Kampagnen von PETA und ihren Partnerorganisationen gegen Pelz und steht im Einklang mit der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung, die sich gegen die grausamen Praktiken dieser Industrie ausspricht – laut einer Ifop-Umfrage verurteilen 91 Prozent der Franzos:innen den Pelzhandel. Fast 60.000 Menschen in Frankreich haben die Petition für das Ende dieser Tierquälerei unterzeichnet. Eine Maßnahme, die auch von Sophie Marceau, Hélène de Fougerolles, Marilou Berry und vielen anderen Prominenten gefordert wurde.

Auch wenn es bedauerlich ist, dass diese Entscheidung nicht die sogenannten Haustiere betrifft – wie z. B. Orylag-Kaninchen, die wegen ihres Fells gezüchtet und getötet werden, oder solche, die für Angora missbraucht werden –, so stellt sie doch einen historischen Durchbruch dar und wird den Rückgang des Handels, der bereits am Ende angekommen ist, weiter beschleunigen.

Nerz im Kaefig

Nutzung von Walen in Gefangenschaft in Meeresparks innerhalb von 5 Jahren verboten

Innerhalb von fünf Jahren wird die Haltung und Aufzucht von Orcas und Delfinen in Gefangenschaft sowie ihre Nutzung für die Zurschaustellung verboten – eine zu lange Frist und die Gesetzesformulierung beinhaltet Ausnahmen, die die Maßnahme ihrer Substanz berauben könnte. Zwei Einrichtungen (Planète Sauvage, Marineland) halten in Frankreich insgesamt 21 Delfine und vier Orcas. Leider wurde die Ankündigung der französischen Umweltministerin Barbara Pompili, ein Meeresschutzgebiet für die Delfine einzurichten, nicht in den endgültigen Text aufgenommen. Das bedeutet, dass einige Parks nach Ablauf der 5-Jahres-Frist weiterhin Tiere einsperren können, sofern sie eine Genehmigung des Ministeriums erhalten.

Kind vor Aquarium mit Delfin

Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkussen innerhalb von 7 Jahren

Die französische Regierung beschloss zudem endlich das schrittweise Ende der Ausbeutung von Wildtieren in Wanderzirkussen. Dies ist das Ergebnis eines langen Kampfes von PETA Frankreich und zahlreichen Tierschutzverbänden. Wildtier-Zirkusse, die in den meisten Nachbarländern (z. B. Belgien, Vereinigtes Königreich) bereits verboten sind, werden innerhalb von 7 Jahren auf dem gesamten französischen Staatsgebiet nicht mehr zugelassen sein. Die Neuanschaffung von Wildtieren und deren Vermehrung werden innerhalb von 2 Jahren verboten. Diese Maßnahme sollte eigentlich logischerweise sofort erfolgen, aber auch hier zeigt das Gesetz Schwächen. Diese lange Übergangsbestimmung wird nur dazu beitragen, dass es schwierig wird, alle diese Tiere in geeigneten Auffangstationen unterzubringen.

Dieses geplante Verbot entspricht den Erwartungen der französischen Bevölkerung, die sich zu 67 Prozent für ein Verbot von Zirkussen mit Wildtieren ausspricht. Immer mehr Gemeinden stellten sich gegen die Zirkusse und wollten diese nicht mehr beherbergen. Mehr als 40.000 mitfühlende Menschen hatten die von PETA Frankreich und Musiker David Hallyday überbrachte Petition gegen die Gefangenschaft von Wildtieren in Zirkussen unterzeichnet. Tausende Tierfreund:innen schickten Nachrichten an die Bürgermeister:innen Frankreichs. Darunter auch Schauspielerin Pamela Anderson: Sie bat Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris, darum, Einrichtungen, in denen Tiere ausgebeutet werden, zu verbieten.

Tiger im Zirkuskäfig

Der Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen wird 2024 verboten

Wie PETA Frankreich begrüßen auch wir von PETA Deutschland die Entscheidung, den Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen zu verbieten – eine Maßnahme, die von Tierschutzorganisationen seit Jahren gefordert wird. Auch einige Beschränkungen des Online-Verkaufs wurden in das Gesetz aufgenommen, ein guter erster Schritt, der jedoch in einer Zeit, in der die Tierheime in Frankreich unter der Zahl der ausgesetzten Tiere zusammenbrechen, nicht weit genug geht.

Der nächste Schritt sollte das völlige Verbot des Verkaufs, Tauschs und der Schenkung von Tieren im Internet sein, eine Praxis, die zu zahlreichen Missständen wie Misshandlung, Vernachlässigung und Aussetzung führt und zur Überpopulation von Tieren beiträgt, indem sie die „Produktion“ profitabel macht.

Ähnliche Maßnahmen in Deutschland längst überfällig

In Deutschland sind diese Maßnahmen ebenfalls längst überfällig. Wir hoffen, dass die guten Nachrichten aus dem Nachbarland den Druck auf die neue Bundesregierung erhöhen, zumindest längst überfällige Verbesserungen für die Tiere hierzulande zu beschließen.

So setzen Sie sich für mehr Tierschutz ein

Bitte besuchen Sie keine Delfinarien, Zirkusse und andere vermeintliche „Unterhaltungsangebote“ mit Tieren, denn diese bedeuteten immer Leid und Ausbeutung. Informieren Sie Ihre Freund:innen, Familie und Bekannten über das Leid der Tiere in der Unterhaltungsindustrie. Unterschreiben Sie unsere Petition, in der wir das Ende der Tierhaltung in Zirkussen fordern.