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Pelzfarmverbot in Deutschland!

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Bundestag stimmt für indirektes Verbot

Stand Mai 2017
In Deutschland existieren noch sechs Nerzfarmen, gegen die die Behörden bereits seit fünf Jahren wegen systematischer Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aktiv geworden sind.

Bundestag stimmt für Gesetzesentwurf

Die Große Koalition ihren Gesetzesentwurf zu Mindestanforderungen in der Pelztierhaltung im Bundestag zugestimmt. Die Anforderungen aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung von größeren Käfigen, Schwimmbecken und Klettermöglichkeiten sollen in ein höherrangiges Gesetz mit Erlaubnisvorbehalt umgewandelt werden. Im nächsten Schritt wird der Bundesrat über das geplante Gesetz beraten.

Kein generelles Verbot

Das Töten von Nerzen oder Füchsen in Deutschland wird somit nicht grundsätzlich verboten. Die Erlaubnis für Pelzfarmer ist bei Einhaltung der hohen Haltungsvorgaben theoretisch möglich. Praktisch wird der Betrieb für Nerzzüchter jedoch wirtschaftlich unrentabel werden und zur Schließung der Farmen führen. Die sechs verbliebenen Nerzfarmen in Deutschland sollen zudem eine viel zu lange vorläufige Betriebserlaubnis von fünf weiteren Jahren erhalten. Aus ethischer Sicht ein enttäuschendes Ergebnis, denn Tiere für Pelz zu töten, ist mit dem Tierschutz unvereinbar.

PETA-Kampagne nimmt Meilenstein

Das der Gesetzesentwurf überhaupt noch im Bundestag zur Abstimmung kam, ist unter anderen Recherchen von PETA über die tierquälerischen Haltungsbedingungen auf den Nerzfarmen zu verdanken. Wir hatten zudem über 36.000 Unterschriften an die Regierungsparteien im Bundestag übergeben, damit den Pelzfarmen gesetzlich Einhalt geboten wird. Wirtschaftsnahe Politiker der Unionsfraktionen hatten fast eineinhalb Jahre den Gesetzesentwurf blockiert und jetzt stark verwässert, während SPD, Grüne und Linke ebenfalls ein Pelzfarmverbot unterstützen. 

Pelze von Nerzen, die zuvor qualvoll vergast und gehäutet wurden.

Nerzfarmen in Deutschland

Auf deutschen Farmen werden pro Jahr immer noch schätzungsweise bis zu 50.000 Nerze ihres Pelzes wegen gezüchtet. Die Wildtiere werden entgegen den staatlichen Vorgaben in viel zu kleinen Käfigen ohne festen Boden, Schwimm- oder Klettermöglichkeiten gefangen gehalten und am Ende des Jahres qualvoll vergast. Um Zeit zu gewinnen und weitere Pelzprofite einzustreichen, klagen die Pelzfarmer vor den Verwaltungsgerichten. Ein Urteil in letzter Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht ist derzeit nicht in Sicht.

Was Sie tun können

Tragen und kaufen Sie bitte keinen Pelz, denn Füchse, Nerze oder Kaninchen werden in Deutschland, China oder Polen in winzige Käfige gesperrt. Pelzfarmer versuchen, die Tiere durch analen Elektroschock, Gas oder Genickbruch zu töten, doch häufig werden die Tiere lebendig gehäutet.
Quellen:
1) Deutscher Bundestag: 234. Sitzung vom 18. Mai 2017. Gesetzentwurf 18/12085. Beschlussempfehlung 18/12403 Buchstabe a und b: angenommen. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw20-de-tierschutzrechtliche-vorschriften/505060 (18.05.2017)