Pelzfarmen in Deutschland!

In Deutschland existiert nur noch eine einzige Nerzfarmen in Rahden, Nordrhein-Westfalen, die schon vor sechs Jahren systematisch gegen die damalige Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstoßen hat. Etwa  5.000 Nerze werden dort ihres Pelzes wegen gezüchtet. Die Wildtiere werden entgegen den staatlichen Vorgaben in viel zu kleinen Käfigen ohne festen Boden, Schwimm- oder Klettermöglichkeiten gefangen gehalten und am Ende des Jahres qualvoll vergast.

Neues Gesetz zu Pelzfarmen in Kraft

Am 1. September 2017 ist ein neues Gesetz zur Regulierung von Pelzfarmen in Deutschland in Kraft getreten. Die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung von größeren Käfigen, Schwimmbecken und Klettermöglichkeiten wurden vom Parlament in ein höherrangiges Gesetz mit Erlaubnisvorbehalt umgewandelt. Der Bundesrat hatte in seiner Entschließung zum Gesetzesentwurf wie PETA ein klares Pelzfarmverbot im Tierschutzgesetz durch die Bundesregierung gefordert. (1, 2, 3)

Kein generelles Pelzfarmverbot

Das Töten von Nerzen oder Füchsen in Deutschland wird somit nicht grundsätzlich verboten. Die Erlaubnis für Pelzfarmer ist bei Einhaltung der minimalen Haltungsvorgaben theoretisch möglich. Praktisch wird der Betrieb für Nerzzüchter jedoch wirtschaftlich unrentabel werden und zur Schließung der Farmen führen. Die verbliebene Nerzfarm in Deutschland erhält erneut eine viel zu lange vorläufige Betriebserlaubnis von fünf weiteren Jahren. Aus ethischer Sicht ein enttäuschendes Ergebnis, denn Tiere für Pelz zu töten, ist mit dem Tierschutz unvereinbar. PETA kämpft weiter für eine schnelle Schließung der allerletzten Pelzfarm in Rahden.

PETA-Kampagne nimmt Meilenstein

Dass das Gesetz überhaupt im Bundestag beschlossen wurde, ist unter anderen Recherchen von PETA über die tierquälerischen Haltungsbedingungen auf den Nerzfarmen zu verdanken. Wir hatten zudem über 36.000 Unterschriften an die Regierungsparteien im Bundestag übergeben, damit den Pelzfarmen gesetzlich Einhalt geboten wird. Wirtschaftsnahe Politiker der Unionsfraktionen hatten fast eineinhalb Jahre den Gesetzesentwurf blockiert und jetzt stark verwässert, während SPD, Grüne und Linke ebenfalls ein Pelzfarmverbot unterstützen.

Pelze von Nerzen, die zuvor qualvoll vergast und gehäutet wurden.

Was Sie tun können

Tragen und kaufen Sie bitte keinen Pelz, denn Füchse, Nerze oder Kaninchen werden in Deutschland, China oder Polen in winzige Käfige gesperrt. Pelzfarmer versuchen, die Tiere durch analen Elektroschock, Gas oder Genickbruch zu töten, doch häufig werden die Tiere lebendig gehäutet.

 
Quellen:
1) Gesetzes zur Änderung futtermittelrechtlicher und tierschutzrechtlicher Vorschriften vom 5. Juli 2017 https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s2147.pdf%27%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s2147.pdf%27%5D__1517228886547 
2) Deutscher Bundestag: 234. Sitzung vom 18. Mai 2017. Gesetzentwurf 18/12085. Beschlussempfehlung 18/12403 Buchstabe a und b: angenommen. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw20-de-tierschutzrechtliche-vorschriften/505060 (18.05.2017)
3) Deutscher Bundesrat: 958. Sitzung am 02. Juni 2017. Zum Beratungsvorgang 388/17. http://www.bundesrat.de/DE/plenum/plenum-kompakt/17/958/958-pk.html;jsessionid=0050101CCBBEAD2A3C5514C53E5AA166.2_cid365#top-1