Blog Tierische Mitbewohner

Mit dem Meerschweinchen beim Tierarzt: Die wichtigsten Tipps

Ähnlich wie viele Menschen sind auch viele Tiere keine Fans von Arztbesuchen. Trotzdem lässt es sich manchmal nicht verhindern, und auch unsere kleinsten tierischen Mitbewohner müssen ab und zu zum Tierarzt des Vertrauens.

Doch woran erkennen wir Stress bei Meerschweinchen?

Meerschweinchen zeigen nur mit kleinen Signalen an, wenn sie von Schmerzen geplagt sind oder Stress empfinden. Deswegen lohnt es sich, die netten Kleintiere genauestens zu beobachten.

Grundsätzlich sollte sich jeder Tierfreund vor der Aufnahme einer Meerschweinchengruppe solides Wissen aneignen, um das Normalverhalten der Tiere zu kennen. Nur so lässt sich feststellen, wenn die tierischen Freunde etwas plagt.

Die kleinen Nager verfügen über viele unterschiedliche Drohgebärden, wie zum Beispiel Zähneknirschen oder -klappern, Gähnen in Richtung des Gegners oder Sträuben des Fells. Vielen Meerschweinchenhaltern ist beispielsweise das „Schnauzeheben“ bekannt, was jedoch keine Aufforderung für Streicheleinheiten ist, sondern ebenso als eine Art Abwehrverhalten gilt.
 

Artgenossen sind unerlässlich

Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere, die immer ein Leben mit mindestens einem arteigenen Partner führen müssen. Wenn Meerschweinchen untereinander befreundet sind, können sehr tiefe Bindungen zwischen den Tieren entstehen. Besonders in stressigen Situationen, wie beispielsweise bei einem Tierarztbesuch, kann das Bindungsmeerschweinchen den Partner beruhigen und als wichtige emotionale Stütze dienen.

Wir Menschen können keinen tierischen Freund ersetzen

Sollte das Meerschweinchen aufgrund einer Erkrankung stationär beim Tierarzt aufgenommen werden, ist es unerlässlich, dass das Bindungsmeerschweinchen den tierischen Freund als unterstützender Partner begleitet.

Streicheln? Unerwünscht!

Anders als viele andere Kleintiere betreiben Meerschweinchen keine soziale Fellpflege. Sollten Halter dies dennoch beobachten, könnte es auf ein krankhaftes Verhalten hinweisen, und die Tiere sollten dringend untersucht werden. Auch das Streicheln durch menschliche Freunde empfinden die sensiblen Nager deshalb nicht als freundliche Geste, sondern als unangenehm. Viele Tiere versuchen das Streicheln daher mit dem „Heben der Schnauze“ oder einem „Zur Seite schieben“ der Hand abzuwehren. Auch Tierärzte und deren Angestellte sollten dies respektieren und das Streicheln zum Wohle der Tiere unterlassen.

Was Sie tun können

Tiere sollten niemals in Zoohandlungen, beim Züchter oder im Internet gekauft werden. Ein großer Teil der bundesweit im Handel angebotenen Tiere wird in Massenzuchten unter katastrophalen Zuständen „produziert“. Jeder Käufer läuft Gefahr, diese unhaltbaren Praktiken durch seinen Kauf zu unterstützen.

Noch immer fristen viele Meerschweinchen ein Leben ohne Artgenossen in kleinen Käfigen. Aus diesem Grund fordert PETA die dringende Einführung eines Heimtierschutzgesetzes.

In unseren Tierheimen sitzen viele freundliche Nager, die sich nichts mehr wünschen als ein schönes Zuhause. Jeder Tierfreund, der bereit ist, einen tierischen Mitbewohner aufzunehmen, sollte ein Tierheim besuchen und ein Tier adoptieren.

Unsere Autoren

Jana Hoger

Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Mit viel Liebe und Herzblut leitet sie stellvertretend das Projekt PETA HELPS ROMANIA in Rumänien. Jana hat selbst viele Jahre in einer Tierarztpraxis gearbeitet und studiert derzeit Tierpsychologie. Am liebsten ist sie ganz nah bei den Tieren und arbeitet auch im Rahmen der Kastrationskampagne so oft wie möglich vor Ort. Ihr Motto: Für jedes Lebewesen, das gerettet wird, bedeutet diese Rettung die ganze Welt.