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Nach leiderfülltem Leben: Geretteter Elefant Gajraj in Indien gestorben

Der Elefant Gajraj verbrachte 51 Jahre seines Lebens in schmerzhafter und leiderfüllter Gefangenschaft in Indien, wo er als Touristenattraktion missbraucht wurde. 2017 befreiten ihn Mitarbeiter von PETA Indien und überführten ihn in die Auffangstation „Wildlife SOS“, wo er seine letzten Lebensjahre in Frieden verbringen konnte. Hier erhielt er die notwendige Pflege und Fürsorge, die er nach der langen Gefangenschaft benötigte. Jetzt ist Gajraj im Alter von 66 Jahren verstorben.

Erst Hochzeitsgeschenk, dann als Touristenattraktion missbraucht

Im Alter von nur 12 Jahren wurde Gajraj 1965 seiner Familie gewaltsam entrissen und über hunderte Kilometer quer durch Indien verschleppt. Nach dem illegalen Transport, der eineinhalb Monate dauerte, wurde der Elefant der Würdenträgerin Rani von Aundh als Hochzeitsgeschenk überreicht, nach der Hochzeit jedoch einem gewaltsamen und schmerzhaften Training unterzogen und als Touristenattraktion missbraucht. Wenn er nicht arbeiten musste, wurde er an allen vier Beinen angekettet und musste ganz allein an derselben Stelle ausharren. Nur gelegentliche Spaziergänge durch das Dorf unterbrachen sein tagtägliches Leid. Als Gajraj zu alt war, um Touristen zu unterhalten, überließen die Menschen ihn einfach seinem Schicksal und seinen Qualen.

Nach über 50 Jahren Vernachlässigung durch PETA-Kampagne gerettet

Mit einer Petition forderten mehr als 200.000 PETA-Unterstützer weltweit die Freilassung des traumatisierten Elefanten. Als die Mitarbeiter von PETA Indien Gajraj retteten, war sein Körper übersät von schmerzhaften Abszessen. Die Zehennägel an beiden Füßen waren gebrochen. Seine Stoßzähne waren abgetrennt worden, aufgrund von Bewegungsmangel und Trostlosigkeit wippte er apathisch mit dem Kopf – ein deutliches Zeichen für großes seelisches Leid. Im Juni 2017 konnte Gajraj schließlich in die Auffangstation „Wildlife SOS“ überführt werden. Nun hatte er endlich ein artgerechtes Zuhause gefunden, in dem Pfleger seine Wunden fachgerecht behandelten und seine Verpflegung gewährleisteten. Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert konnte Gajraj frei herumlaufen und nach Belieben baden. In der Gesellschaft anderer geretteter Elefanten verbachte Gajraj hier seinen Lebensabend.

Elefanten in Indien: jahrzehntelange Tierquälerei in Gefangenschaft

So wie Gajraj ergeht es zahlreichen Elefanten in Indien. Viele von ihnen sind über Jahrzehnte in Tempeln angekettet, müssen Touristen auf ihren Rücken tragen oder in Zirkussen auftreten. Immer wieder zeigt sich bei Besuchen vor Ort ein grausames Bild: infizierte Wunden, Krankheiten wie Tuberkulose sowie Gewaltanwendung. Einige der in Gefangenschaft lebenden Elefanten sind teilweise oder vollständig blind. Oftmals sind die Tiere über lange Zeiträume an allen vier Beinen angekettet und somit in ihrer Bewegungsfreiheit komplett eingeschränkt. Dabei stehen sie häufig auf Betonböden ohne Schutz vor der brütenden Hitze. Wasser und Nahrung sind meist nicht ausreichend vorhanden. Die schweren Ketten bereiten den Tieren große Schmerzen und führen oft zu Schürf- und Druckwunden, die sich entzünden. Besonders grausam: An manchen Ketten sind sogar extra Stacheln befestigt.

In der Wildnis legen Elefanten täglich weite Strecken zurück – doch angekettet und isoliert von Artgenossen leiden die intelligenten Tiere körperlich und seelisch, denn es fehlt ihnen an Bewegung und mentaler Stimulation. Deshalb werden viele Elefanten in Gefangenschaft depressiv; ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind am ständigen Hin- und Herschaukeln sowie Nicken des Kopfes erkennbar.

Ein weiteres trauriges Beispiel ist die Elefantendame Lakshmi. Auch sie war noch sehr jung, als sie in einem Tempel im indischen Puducherry angekettet wurde, wo sie 20 Jahre an derselben Stelle auf hartem Betonboden stehen musste. Lakshmi hatte an allen vier Füßen eine schmerzhafte Fußfäule entwickelt. Das ständige Reiben von Ketten und anderen harten Oberflächen verursachte außerdem wunde Stellen am ganzen Körper.

Elefanten gehören nicht in Gefangenschaft!

Lakshmi wurde von den Behörden vor kurzem an einen Standort außerhalb der Stadt verlegt. Doch das allein reicht nicht: Sie verdient ein ruhiges, gewaltloses und artgerechtes Leben – so wie alle anderen Elefanten. Deshalb fordert PETA Indien, dass die Verantwortlichen die Elefantendame an eine Auffangstation übergeben, in der sie angemessen medizinisch versorgt wird und gemeinsam mit Artgenossen ein Leben ohne Ketten führen kann. Wir von PETA setzen uns weltweit für das Ende der Gefangenschaft von Elefanten ein.

Was Sie tun können

Gajraj und Lakshmi sind keine Einzelfälle: Zahlreiche weitere Elefanten leiden in Indien in Gefangenschaft. Diese Tiere sind auf unsere Hilfe angewiesen.

  • Besuchen Sie niemals Zirkusse, Tempel und andere Attraktionen, in denen Elefanten als Touristenattraktion gehalten werden. Nutzen Sie zudem niemals Angebote wie Elefantenreiten.
  • Informieren Sie bitte auch Familie, Freunde und Bekannte über das Leid der Elefanten in Indien.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition gegen das Elefantenreiten in Indien.