Die Wahrheit über das Elefantenreiten im Asienurlaub

Elefanten sind faszinierende Tiere: Sie sind nicht nur ausgesprochen sozial und intelligent – eine Elefantenherde legt jeden Tag zehn bis 25 Kilometer zurück. Doch die größten Landtiere der Welt werden nicht nur hierzulande, sondern weltweit als Unterhaltungsobjekte in Zirkussen, Zoos und Tierparks eingesperrt und missbraucht.

In einigen Ländern müssen die cleveren Wildtiere außerdem als Touristenattraktionen herhalten. Viele Menschen, die solche Angebote nutzen, sind sich nicht bewusst, dass Elefanten in der Unterhaltungsbranche meist unter katastrophalen Lebensbedingungen leiden. Darüber hinaus müssen die Tiere in der Dressur unsägliche Qualen ertragen – unabhängig davon, ob sie Kunststücke erlernen oder als Transportmittel für Touristen missbraucht werden sollen.

Elefanten in der Tourismusbranche: skrupellos ihrer Familie und der Wildnis entrissen

Im November beginnt die Hauptsaison für Reisen nach Thailand, Indien und Nepal. Verschiedene Attraktionen wie Tiershows oder Elefantenreiten locken unzählige Touristen in diese Regionen. Doch für die Tiere sind solche Touristenattraktionen mit einem Leben voller Entbehrungen und Misshandlungen verbunden, denen sie hilflos ausgeliefert sind. Um den hohen Bedarf an Elefanten für die Tourismusbranche decken zu können, werden sogar frei in der Natur lebende Elefantenkinder ihren Familien entrissen.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach jungen und weiblichen Elefanten für die Tourismusindustrie fangen Wilderer vermehrt die letzten freilebenden Tiere aus Wäldern und Nationalparks in Südostasien; [1] ihre Familienmitglieder werden dabei oft rücksichtslos erschossen. [2] In Gefangenschaft pflanzen sich Elefanten aufgrund der katastrophalen Bedingungen kaum freiwillig fort. [3]
 

Elefantenreiten in Asien – ein Leben lang für die Unterhaltung von Touristen gequält

Anstatt gemeinsam mit ihrer Familie durch Wälder zu streifen, sind die intelligenten und hochsozialen Herdentiere in der Tourismusbranche ständigen Misshandlungen ausgesetzt. [3] Dr. Rakesh Chittora von PETA Indien beschreibt, was alle Elefanten, die für touristische Zwecke ausgebeutet werden, ertragen müssen:

Das „Training“ von Elefanten, die zum Transport von Touristen eingesetzt werden sollen, beginnt bereits in der frühen Kindheit der Tiere ab einem Alter von zweieinhalb bis drei Jahren. Um die Elefantenjungen zu dressieren und zum Gehorsam zu zwingen, setzen Tierhalter und Trainer, sogenannte Mahouts, den Elefantenhaken ein – einen Stock, an dessen Ende sich ein spitzer Metallhaken befindet. Mit diesem Werkzeug schlagen sie die Elefanten und stechen mit dem Haken in ihre empfindlichsten Körperstellen.

Person schlaegt Elefant mit Elefantenhaken

Die brutale Dressur soll die Tiere von Anfang an konditionieren und dazu führen, dass sie auch als ausgewachsene Elefanten weiterhin kontrolliert werden können. Für die Dressur werden die Elefantenkinder ihren Müttern entrissen. Damit sie ihre gegenseitigen Rufe nicht hören, werden die Mütter während der ersten Dressurmonate ihrer Kinder in weiter Entfernung angekettet – denn wenn Elefantenmütter ihre Kinder schreien hören, werden sie oft aggressiv und können Menschen gegenüber gefährlich werden.

Doch auch die Elefantenjungen verbringen das vier- bis sechsmonatige Training überwiegend in Ketten und sind mindestens an zwei, oft auch an allen vier Beinen fixiert. Nach der Trennung schreien Elefantenkinder bis zu zwei Wochen lang verzweifelt nach ihren Müttern, berichtet Dr. Rakesh Chittora von PETA Indien.

Das tägliche Training im indischen Karnataka dauert laut Dr. Chittora zwischen drei und vier Stunden, in denen die Elefanten Kommandos befolgen sollen. Abhängig davon, wie die Tiere mitarbeiten, werden sie entweder belohnt oder mit Stöcken und Haken brutal misshandelt. Sobald die Tiere die Kommandos zuverlässig ausführen, entlässt der Mahout sie aus ihren Ketten. Anschließend überprüfen Assistenten des Mahouts, ob die Elefanten erfolgreich gezähmt und trainiert wurden.

Wenn die Tiere die Trainer auf ihren Köpfen reiten lassen, gilt die Zähmung als abgeschlossen – lassen die Tiere das nicht zu, wird das grausame Training für ein bis zwei weitere Monate fortgesetzt. Danach werden die Elefantenkinder wieder mit ihrer Gruppe und ihren Müttern zusammengeführt. Bis die Elefantenmutter ein weiteres Junges erwartet, dürfen die beiden nun zusammenleben, danach widmet die Mutter den Großteil ihrer Fürsorge dem neuen Elefantenbaby. Oft kommt es aber auch vor, dass Muttertier und Junges sich nach Monaten der Dressur nicht mehr wiedererkennen.

Doch auch wenn die Elefanten schließlich erfolgreich gezähmt wurden, nehmen die Misshandlungen kein Ende: Der Mahout zeigt den Elefanten immer wieder, dass er Gewalt über das jeweilige Tier hat. Selbst nach der monatelangen Dressur schlägt der Elefantenführer den sensiblen Rüsseltieren mit dem Elefantenhaken auf ihre empfindlichsten Körperteile; sogar Gesicht und Augen der Tiere sind erst von schmerzhaften Wunden und anschließend oftmals ein Leben lang von Narben übersät.

Teilweise wird den Tieren auch eine mit spitzen Haken besetzte Metallkette um den Fuß gebunden, mit der der Mahout den Elefanten die Laufrichtung aufzwingt. Wenn die Elefanten nicht gebraucht werden, stehen sie in der Regel stundenlang angebunden an einer kurzen Kette – am Tag wie in der Nacht.

Als Unterhaltungsobjekte missbrauchte Elefanten: ein Leben in Gefangenschaft

Elefanten sind Wildtiere – keine Unterhaltungsobjekte – und leiden in Gefangenschaft. Jedoch werden diese sensiblen Tiere nicht nur für Elefantenritte gewaltsam „trainiert“, sondern auch für Auftritte in TV, Kino oder Zirkussen, teils sogar in Zoos. Die intelligenten Tiere gehören nicht eingesperrt und angekettet, sondern verdienen ein Leben in Freiheit. Wir von PETA Deutschland setzen uns für das weltweite Ende der Gefangenschaft von Elefanten ein.

Demonstrant mit Elefantenmaske und Schild

Was Sie tun können

  • Bitte nehmen Sie während Ihres Urlaubs auf keinen Fall an Aktivitäten teil, für die Wildtiere wie Elefanten zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden. Touristenattraktionen wie das Elefantenreiten, Tiershows, Delfinarien und Zoos sind immer mit Tierleid verbunden.
  • Wenn Ihnen vor Ort die Buchung einer derartigen Aktivität angeboten wird, teilen Sie dem Veranstalter höflich – aber unmissverständlich – mit, dass Sie aus Tierschutzgründen ablehnen.
  • Bitten Sie Reiseveranstalter und Reisebüros, Elefantenreiten aus Tierschutzgründen grundsätzlich nicht mehr anzubieten.