Elefanten zum Tanzen gezwungen: Tierleid im Elefantenhof Platschow

Im Jahr 2020 breitete sich in den sozialen Medien ein neuer Trend aus: Die Jerusalema-Dance-Challenge. Während die Teilnahme an solchen Challenges für die meisten Teilnehmer Spaß bedeutet, missbrauchte der Elefantenhof Platschow seine Elefanten zu Unterhaltungszwecken für den Auftritt auf Facebook. [1]

Elefantenhof Platschow dressiert Elefanten für Aufmerksamkeit auf Social Media

Am 1. Januar 2020 veröffentlichte der stationäre Zirkusbetrieb auf seinem Facebook-Kanal ein Video, in dem zu sehen ist, wie die Elefanten der Zirkusdompteurs-Familie Frankello „Tanz“-Kunststücke vorführen müssen.

Das gepostete Video verdeutlicht erneut die Rücksichtslosigkeit der Zirkusbranche gegenüber den natürlichen Bedürfnissen von Tieren. In Zirkussen werden Elefanten für fragwürdige und tierschutzwidrige Kunststücke missbraucht, um Geld mit ihnen zu verdienen oder um auf Social Media Aufmerksamkeit und Likes zu bekommen. Doch was die Zuschauer als unterhaltsam wahrnehmen, bedeutet für die missbrauchten Tiere ein Leben voller Leid: Die Dressur von Elefanten und anderen Wildtieren basiert immer auf Gewalt und Zwang. Der Missbrauch der sensiblen Rüsseltiere zu Unterhaltungszwecken steht auch im krassen Widerspruch zu der positiven und friedlichen Message des Songs Jerusalema und der Dance-Challenge.

Dompteursfamilie Frankello fiel bereits mehrmals mit Misshandlungen auf

Der Elefantenhof Platschow ist ein stationärer Zirkus, in dem zehn Elefanten und zahlreiche weitere Tiere, darunter beispielsweise Seelöwen und Kamele, den zahlenden Besuchern vorgeführt werden. Regelmäßig werden die Tiere von den Dompteuren zu Veranstaltungen transportiert, auf denen sie auftreten sollen: Neben Zirkusvorstellungen werden die Tiere dort immer wieder auch für „Events“ wie Fußballspiele, Tauziehen oder Schlittenfahrten mit den Elefanten missbraucht. [2] Beim Elefantenreiten werden die sensiblen Rüsseltiere gezwungen, Besucher auf ihrem Rücken zu tragen – eine tierquälerische und gefährliche Attraktion, die im Ausland von Reiseveranstaltern zum Schutz von Mensch und Tier zunehmend aus dem Angebot gestrichen wird.

Die Dompteursfamilie um Sonni Frankello sorgte bereits mehrfach wegen Misshandlungen der Elefanten für Negativschlagzeilen: Anfang 2012 wurden die Tiere über 20 Stunden auf einem Transporter gehalten, nachdem schlechtes Wetter einen Auftritt in Norddeutschland verhinderte. Ein Jahr zuvor wurden Elefanten für eine Promotion-Tour in zehn Tagen in zehn Innenstädte transportiert. Im Jahr 2006 sollten die Tiere eigentlich im Rahmen eines Techno-Konzerts auftreten – dieser Auftritt wurde jedoch kurzfristig abgesagt, weil die Elefanten sonst einem extrem hohen Lärmpegel ausgesetzt worden wären.

Elefanten und andere Wildtiere sind nicht für unsere Unterhaltung da

Die Zurschaustellung von Elefanten und anderen Tieren im Zirkus ist unweigerlich mit Leid verbunden: Den Großteil ihres Lebens werden die Wildtiere eingesperrt. Unter Androhung von Gewalt werden sie zu Tricks gezwungen; bei der Dressur setzen Zirkusdompteure meist den spitzen, metallenen Elefantenhaken ein, um den Gehorsam der Tiere zu erzwingen. Fast alle Elefanten im Zirkus leiden unter teils starken Stereotypien – Anzeichen für ihre seelischen Qualen und das entbehrungsreiche Leben in Gefangenschaft.

„Die Dressur von Elefanten und anderen Wildtieren muss endlich verboten werden, nicht nur in reisenden Zirkusbetrieben – wie es der aktuelle Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu einer Verordnung zum Schutz von Tieren in Zirkusbetrieben vorsieht –, sonderngrundsätzlich und überall.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Was Sie tun können

Bitte besuchen Sie keine Zirkusse und Zoos oder andere Attraktionen, in denen Wildtiere wie Elefanten zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden. Informieren Sie auch Ihre Freunde und Bekannten darüber, wie sehr diese Tiere in Gefangenschaft leiden.