Elefantenbaby im Zoo Wuppertal geboren – wird Tsavo unterworfen?

Elefantenbaby Tsavo im Zoo WuppertalInstagram / dergruenezoowuppertal

Im Zoo Wuppertal wurde erneut ein Elefantenbaby geboren – am 6. März 2020 brachte Elefantenkuh Sweni den kleinen Tsavo auf die Welt. [1] Der Elefantenbulle wurde nach einem afrikanischen Nationalpark benannt, in dem die größte Elefantenpopulation Kenias lebt. Doch die Freiheit seiner Artgenossen in Afrika wird Tsavo niemals erleben dürfen. Stattdessen erwarten ihn im Zoo Wuppertal ein tristes Leben in Gefangenschaft, Schläge und Unterdrückung.

Wieso werden die Elefanten im Zoo Wuppertal immer noch geschlagen?

Um mehr Einnahmen zu generieren, benutzt der Zoo Wuppertal die Afrikanischen Elefanten als lebendige Kulisse für Fotos mit Zoobesuchern und zwingt die Tiere, bei Hochzeiten und anderen Events mitzumachen. Bei der Haltung im „Direkten Kontakt“ stechen und schlagen die Elefantenwärter die Tiere mit Elefantenhaken in ihre empfindlichen Hautstellen, um sie gefügig zu machen. Bereits im Kindesalter werden die Elefanten auf diese Weise unterworfen, sodass sie von klein auf den Haken mit Schmerzen verbinden und aus Angst gehorchen.


Nachdem wir von PETA uns beharrlich für die Elefanten im Zoo Wuppertal eingesetzt haben, verkündete der Zoodirektor Arne Lawrenz im Januar 2019, dass künftig keine Elefantenhaken mehr eingesetzt und auf den „Geschützten Kontakt“ umgestiegen werden soll. [2] Dies bedeutet, dass Mensch und Tier immer durch eine Absperrung voneinander getrennt sind und die Elefanten nicht gewaltsam unterdrückt werden. Wann die Haltung der Elefanten im Zoo Wuppertal umgestellt werden soll, wurde jedoch nicht gesagt.

Welches Schicksal erwartet den kleinen Tsavo?

Es ist ungewiss, wie lange der frisch geborene Tsavo im „Direkten Kontakt“ im Zoo Wuppertal aufwachsen wird und ob auch er mit dem Elefantenhaken gefügig gemacht wird wie beispielsweise das Elefantenkind Tuffi. Auch erwartet bereits die nächste Elefantendame im Wuppertaler Zoo Nachwuchs. Tika wurde künstlich befruchtet, damit auch sie ein weiteres „niedliches“ Elefantenbaby zur Welt bringt, das möglichst viele Besucher anlockt. Erwarten auch dieses ungeborene Tierkind Schläge mit dem Elefantenhaken? Oder wird es wie bereits Tsavos Geschwister von seiner Familie getrennt und an andere Zoos weitergereicht? [1]

Wir fordern ein sofortiges Ende der Gewalt

Wir fordern den Zoo Wuppertal auf, die angekündigte Umstellung auf den „Geschützten Kontakt“ endlich umzusetzen und die Elefantenhaken schnellstmöglich abzuschaffen. Es gibt keine Möglichkeit, Elefanten in Gefangenschaft artgerecht zu halten, aber der „Geschützte Kontakt“ verhindert zumindest die unmittelbare Gewaltanwendung. 2019 hat auch der europäische Zoo-Dachverband EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) endlich reagiert und seinen Mitgliedern den Umstieg zum „Geschützten Kontakt“ bis 2030 auferlegt.

Darüber hinaus fordern wir einen sofortigen Zuchtstopp der Afrikanischen Elefanten im Zoo. Denn die Zucht im Zoo hat nichts mit Artenschutz zu tun. Die Tiere werden nicht ausgewildert, sondern verbringen ihr ganzes Leben in den Gehegen der Zoos, wo sie seelisch und körperlich krank werden, von ihren Familien getrennt werden und niemals den Platz haben werden, den sie eigentlich zum Umherstreifen bräuchten.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie niemals einen Zoo oder Tierpark.
  • Klären Sie Familie, Freunde und Bekannte über die Elefantenhaltung im Zoo auf und bitten Sie diese, ebenfalls keine Zoos zu besuchen.
  • Helfen Sie uns, die Misshandlung von Elefanten in europäischen Zoos schnellstmöglich zu beenden, und unterschreiben Sie unsere Petition an den Zoo-Dachverband EAZA.



[1] WDR (07.03.2020): Elefantenbaby im Wuppertaler Zoo geboren; online: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/wuppertal-elefantenbaby-tsavo-geboren-100.html (zuletzt abgerufen am 10.03.2020)
[2] WDR (22.01.2019): Der Haken an der Elefantenhaltung; online: https://kinder.wdr.de/radio/kiraka/nachrichten/klicker/elefantenhaltung-102.html (zuletzt abgerufen am 10.03.2020)

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.