6 Fakten über die grausame Fallenjagd

Fuchs Falle

1. Jägeraussage: In Deutschland sind nur Lebendfallen erlaubt.

Stimmt nicht! In Deutschland sind sogenannte Totschlagfallen (auch Totfangfallen oder Fangeisen genannt) und Lebendfallen erlaubt.

Totschlagfallen sollen theoretisch zwar sofort töten, tun dies aber häufig nicht. Viele Tiere sterben in diesen Fallen einen langsamen und qualvollen Tod. Totschlagfallen müssen in sogenannten Fangbunkern, -gärten oder -kisten aufgestellt werden, damit gewährleistet wird, dass Menschen nicht hineintreten und nur bestimmte Tierarten hineinpassen. Das Leid der Tiere bleibt daher im Verborgenen.

Eine repräsentative forsa-Umfrage im August 2018 ergab, dass die große Mehrheit der Bundesbürger die Jagd mit den grausamen Totschlagfallen ablehnt. Nur etwa ein Fünftel, 19 Prozent der Bundesbürger, ist mit dem Einsatz dieser Fallen, auch Totfangfallen oder Fangeisen genannt, einverstanden. 70 Prozent sind für ein Verbot.
 
Auch in den netter klingenden Lebendfallen wartet auf die meisten Tiere am Ende der Tod. Bei Lebendfallen handelt es sich zumeist um Holz- oder Drahtkästen, in die ein Tier mittels Köder oder künstlichen Duftstoffen gelockt wird. Bei der Fuchsjagd werden häufig auch Betonrohrfallen eingesetzt.

Die Fallenstellerei ist in Deutschland eine gängige Jagdmethode der Jägerschaft, die in den meisten Bundesländern nicht einmal das Erlangen spezieller Kenntnisse voraussetzt.

2. Jägeraussage: Der Fang in einer Lebendfalle bedeutet für Wildtiere keinen Stress.

Eberswalder Jungfuchsfalle (Lebendfalle)
Fuchswelpen in der „Eberswalder Jungfuchsfalle“, einer Lebendfalle, die Jäger einsetzen, um junge Füchse aus dem Bau zu fangen
© by Jo Kurz
Stimmt nicht! Die Tiere werden in Lebendfallen gefangen und anschließend mit einem Kopfschuss hingerichtet. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz stehen die gefangenen Wildtiere unter hohem Stress, was erhebliches Leiden verursacht. Ein Wildtier gerät in höchste Panik, wenn sich die Falle schließt, und zieht sich bei verzweifelten Fluchtversuchen oftmals schwere Verletzungen zu, bis hin zum Tod durch Kreislaufversagen. Zwar müssen die Fallen laut Gesetz täglich ein- bis zwei Mal kontrolliert werden; Verstöße gegen diese Kontrollpflicht bleiben jedoch in der Regel unentdeckt.
 
Betonrohrfalle (Lebendfalle)
Betonrohrfalle (Lebendfalle)

3. Jägeraussage: Fallen stehen nur irgendwo im tiefen Wald.

Ein Waschbär, der verzweifelt versucht, seinem Gefängnis zu entkommen. Lebendfalle in einem Garten.
Stimmt nicht! Fallen können überall stehen. Gerne werden sie in der Nähe von Hochsitzen oder ganz normalen Wegen aufgestellt, von wo aus sie leichter kontrolliert werden können. Auch Gärten, Schrebergärten, Langholzstapel, Feldgehölz, Betonröhren im Wald (beispielsweise unter Wegen), Feldscheunen, Strohhaufen, Reisighaufen und Zäune sind beliebte Fallenstellplätze. Die Falle wird mit Reisig, Bodenstreu etc. abgedeckt und so vor den Blicken der Spaziergänger verborgen.

4. Jägeraussage: Fallen fangen nur selektiv bestimmte Wildtierarten.

Katze Totschlagfalle
Auch Katzen werden mittels Lockstoffen bewusst in Totschlagfallen gelockt.
Stimmt nicht! Selbstverständlich können Tiere, die eine ähnliche Größe wie z. B. Füchse haben, in die tödliche Falle geraten. Zudem gibt es spezielle Lockstoffe, welche die Tiere ganz bewusst anlocken. Katzen werden oft mit Baldrian oder anderen Katzenlockstoffen angelockt, worauf auch die streng geschützte Wildkatze reagiert. Der geschützte Baummarder, der nur in Ausnahmefällen gejagt werden darf, kann in Fallen für andere Marderarten geraten. In Hessen war das geschützte Hermelin in der Jagdstrecke 2016/2017 in der Fallenfangstatistik aufgeführt. Willkür und Unkontrollierbarkeit der Fallenjagd liegen somit auf der Hand.

5. Jägeraussage: Die Fallenjagd auf den Fuchs ist erforderlich, da er den Menschen durch die Übertragung von Tollwut und Fuchsbandwurm gefährdet.

Stimmt nicht! Der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Selbst das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden oder bei einem Jagdunfall zu Schaden zu kommen, ist höher. Zudem gilt Deutschland seit über 10 Jahren offiziell frei von terrestrischer Tollwut. Eine in Frankreich über vier Jahre durchgeführte Studie belegt, dass Füchse sogar das Risiko einer Borreliose-Erkrankung minimieren.
 

Jäger sehen den Fuchs als Beutekonkurrenten und lebende Zielscheibe an. Daher sorgen sie bewusst dafür, sein schlechtes Image als Krankheitsüberträger und Nesträuber aufrecht zu erhalten. Als Gesundheitspolizei sind Füchse jedoch ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren. Ein Verbot der Fuchsjagd ist längst überfällig.

6. Jägeraussage: Die Fallenjagd ist notwendig, um Beutegreifer zu fangen, da diese die Bodenbrüter-, Feldhamster- und Feldhasenbestände gefährden.

Stimmt nicht! Den Jägern zufolge gefährden Füchse und Marder angeblich den Bestand bodenbrütender Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche sowie von Junghasen und Feldhamstern. Füchse ernähren sich jedoch in erster Linie von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten, wie beispielsweise des Feldhasen, sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot durch die industrielle Landwirtschaft zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger selbst jedes Jahr in Deutschland mehr als 200.000 Feldhasen und sogar hunderte Rebhühner töten. Im Nationalpark Bayerischer Wald konnten die Wissenschaftler darüber hinaus nachweisen, dass der Rotfuchs die erfolgreich wieder angesiedelte Auerhuhnpopulation nicht gefährdet. [1]

Was Sie tun können:

  • Wenden Sie sich an den Landtagsabgeordneten bzw. die Landtagsabgeordnete Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn/sie höflich, sich auf Landesebene für ein Ende der Fallenjagd einzusetzen.     
  • Viele Politiker sind selbst Jäger. Orientieren Sie sich an unseren Wahlprüfsteinen, welche Partei sich für ein Verbot der grausamen Fallenjagd einsetzt.
  • Informieren Sie auch Freunde, Familie und Bekannte über das Thema Jagd.


Quellen:
[1] Stürzer, S. & Schnaitl, M. (2009): Rotfuchs und Dachs – Raumnutzungsverhalten und Habitatwahl. Wissenschaftliche Schriftreihe Heft 18, Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. S. 17.