Was ist falsch an Pferdekutschen?

Pferde sind nicht dafür gemacht, Kutschen zu ziehen. Insbesondere für Touristengespanne müssen die Tiere oft stundenlang bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten, stinkenden und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder die schweren Kutschen ziehen. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt. Immer wieder brechen Tiere erschöpft vor den Kutschen zusammen.

Achtung Lebensgefahr durch Pferdekutschen


Hinzu kommt ein hohes Risiko für Mensch und Tier. Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland mehrere Dutzend Pferdekutschenunfälle. Pferde sind von ihrer Natur her Fluchttiere. Es ist geradezu absurd, sie im Straßenverkehr einzusetzen. Die mit Abstand häufigste Ursache der vielen Unfälle ist ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde im Straßenverkehr oder auf einem Wald- oder Feldweg. Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Während für Kraftfahrzeuge höchste Sicherheitsstandards gelten, dürfen Kutschen noch wie im Mittelalter über die hochmotorisierten Straßen traben.

Selbst bei trainierten Pferden können bereits geringe Störungen den Fluchtinstinkt auslösen. Nach einem schweren Pferdekutschenunfall 2015 in Troisdorf, bei dem 26 Menschen teils schwer verletzt wurden, ergab ein Sachverständigengutachten, dass „die Pferde ihrem Fluchtinstinkt gefolgt seien – und auch vom Kutschbock mit Leinen und Peitsche nicht mehr für menschliche Kommandos empfänglich gewesen wären“.

Schwerstarbeit für die Pferde


Viele der Pferde, die vor die Kutsche gespannt werden und im Straßenverkehr eingesetzt werden, sind „ausrangierte Trabrennpferde“. Deshalb halten die Pferdekutscher diese Pferde für besonders „straßentauglich".  Doch diese „Rassen“ sind in der Regel viel kleiner und leichter als traditionelle „Zugpferde“ und sie sind körperlich noch weniger dafür ausgerichtet, schwere Lasten zu ziehen. Selbst für gesunde Pferde ist das Ziehen einer Kutsche keine leichte Arbeit. Können die Pferde die schweren Lasten nicht länger ziehen, werden sie in der Regel an Schlachthöfe verkauft.

Schädliche Bedingungen

Der Rauch und die Abgase des Stadtverkehrs sind für die Pferde gesundheitsschädlich. Recherchen zeigen zudem, dass die Unterbringung der Tiere oft mangelhaft ist.

Viele Städte haben ein Herz für Pferde

In Metropolen wie Paris, London, Barcelona und Tel Aviv wurden kommerzielle Pferdekutschen verboten. In Berlin sind Pferdekutschen am Brandenburger Tor seit Anfang 2018 aus Gründen des Tierschutzes und der Sicherheit untersagt. Viele weitere Städte auf der Welt haben der Tierquälerei eine Absage erteilt.

Wie Pferde leben wollen


Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.