Nur noch wenig Zeit: Tierversuche beenden
Der Zähler ist abgelaufen.

Blutiges Massentöten: Alle Infos zur Fuchsjagdwoche

Vom 13. bis zum 19. Dezember 2021 findet die von der Deutschen Jagdzeitung (DJZ) ausgerufene bundesweite „Fuchsjagdwoche“ statt. Das Ziel der Veranstaltung: Möglichst viele Tiere zu töten – als „Gewinn“ sollen Medaillen und Urkunden vergeben werden.[1] Damit handelt es sich um einen Wettbewerb, der auf das Töten von Tieren ausgerichtet ist. Die Fuchsjagdwoche verstößt damit nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern die teilnehmende Jägerschaft widerlegt auch das vorgeschobene Argument, die Jagd diene dem Artenschutz und nicht lediglich der Freude daran, andere Lebewesen zu erschießen.

Die Jagd ist Freude am Töten und kein Artenschutz – das zeigt die Fuchsjagdwoche

Der Aufruf der DJZ zur Jagd auf Füchse in dieser Form verstößt gegen das Tierschutzgesetz, da auch Fuchsrüden an der Aufzucht der Jungfüchse beteiligt sind und einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses haben. Wenn der Vater fehlt, erhöht sich das Sterberisiko bei den jungen Füchsen. Diese Rüden werden in den Fuchswochen jedoch vermehrt getötet. Wenn auch noch Mutter ums Leben kommt, verhungern die Fuchswelpen elendig im Bau. Somit verstößt die Veranstaltung gegen den Elterntierschutz, den das Bundesjagdgesetz § 22, Absatz 4, Jagd- und Schonzeiten, regelt:

„In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden.“ [2]

An der bundesweit ausgerufenen Fuchsjagd sollen sich, wenn es nach der DJZ geht, möglichst viele Reviere beteiligen und möglichst viele Füchse getötet werden. Als „Gewinne“ werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sowie Urkunden ausgelobt. Ein weiterer fragwürdiger Teil des Wettbewerbs ist die Auszeichnung des stärksten Fuchsschädels der Jagdsaison. [1] Dafür erhält  soll es dafür einen individuell gefertigten Fuchsmuff geben, „am besten mit eigens vom Gewinner erbeuteten Fuchsbälgen“, heißt in der Ankündigung der DJZ. [1]

Der Aufruf zum skrupellosen Töten möglichst vieler Füchse zeigt eindeutig, dass es Jäger:innen nicht um Artenschutz und den Erhalt der Natur geht, wie sie oftmals behaupten – sondern um die reine Freude an ihrem blutigen Hobby.

„Mit der in der Deutschen Jagdzeitung ausgerufenen bundesweiten Fuchsjagdwoche offenbart die Jägerschaft ihr wahres Gesicht. Renommierte Wildbiolog:innen und Studien belegen, dass die Fuchsjagd völlig unnötig ist. Bei der Fuchsjagd geht es um nichts weiter als ein blutiges Hobby. Die Lust am Töten dieser hochintelligenten Vertreter der Hunde verschafft den Jäger:innen offenbar einen besonderen Kick.“

Nadja Michler, PETA Deutschland

Wir von PETA Deutschland sehen die Politik in der Verantwortung, die Jagd und Aufrufe wie diesen der DJZ zum grausamen Töten von fühlenden Lebewesen zu verbieten: Denn es ist wissenschaftlich längst bewiesen, dass es keinen vernünftigen Grund zum Töten von Füchsen gibt. Da das Tierschutzgesetz jedoch einen vernünftigen Grund für das Töten eines Tieres erfordert, verstößt diese „Veranstaltung“ der DJZ mit Wettbewerbscharakter unserer Auffassung nach gegen das Tierschutzgesetz.

Die Jagd auf Füchse und andere Tiere ist grausam und unnötig

Allein in Deutschland töten Jäger:innen jedes Jahr etwa eine halbe Million Füchse. Jagdverbände schüren ungerechtfertigt Ängste vor dem Fuchs unter anderem als Überträger des Fuchsbandwurms, um die grausame Fuchsjagd zu rechtfertigen. Der Fuchsbandwurm zählt jedoch zu den seltensten Parasitosen Europas.

Dabei ist die Jagd auf Füchse so grausam wie unnötig, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für ihre massenhafte Bejagung. [3, 4] Zudem können Bestände mit der Jagd auf Füchse nicht reguliert oder reduziert werden, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Renommierten Expert:innen zufolge regulieren sich Wildtierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten von selbst. [5] Darüber hinaus sichern Füchse das Überleben von Beutearten, indem sie schwache und kranke Tiere erlegen und dadurch Krankheitsherde eliminiert werden.

Helfen Sie, die Fuchsjagd zu beenden: Unterschreiben Sie für ein bundesweites Verbot!

Bei der Hobbyjagd werden viele Füchse in Totschlagfallen regelrecht zerquetscht oder sterben aufgrund von Fehlschüssen einen langsamen, qualvollen Tod. Die wohl grausamste Jagdmethode ist die Baujagd, bei der Hunde in den Fuchsbau gehetzt werden, um Füchse vor die Flinten der Jäger:innen zu treiben.

Wir sprechen uns grundsätzlich gegen die Fuchsjagd aus. In Luxemburg ist sie aufgrund der Faktenlage bereits seit April 2015 verboten – ein solches Verbot ist in Deutschland überfällig.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die Bundesregierung, um zu erreichen, dass die Fuchsjagd auch in Deutschland verboten wird!

  • Quellen

    [1] Deutsche Jagdzeitung (2021): Bundesweite Fuchsjagdwoche, https://djz.de/bundesweite-fuchsjagdwoche/, (eingesehen am 09.12.2021)

    [2] Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Bundesjagdgesetz § 22 Jagd- und Schonzeiten, https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__22.html, (eingesehen am 10.12.2021)

    [3] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW (abgerufen am 15.05.2014).

    [4] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York.

    [5] Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK? Springer-Verlag 2005.