Pferde mit Schaufel geprügelt: Pferdezüchter jetzt verurteilt

Update vom 1. Februar 2024

Pferde mit Schaufel geprügelt: Pferdezüchter jetzt verurteilt

Der ehemalige Turnierreiter und Jäger Rudolf R. aus Oelde wurde vom Amtsgericht Beckum zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde ihm ein Tierhalteverbot über die Dauer von drei Jahren auferlegt. Wir von PETA Deutschland hatten im Februar 2023 Strafanzeige gegen den Mann erstattet, nachdem Videomaterial zeigte, wie der Täter Pferde mit einer Schaufel schlug und mit einer Mistgabel quälte. Daraufhin nahm das Veterinäramt die Pferde fort und die Polizei beschlagnahmte mehrere Jagdwaffen.

Wir begrüßen die Haftstrafe für den Tierquäler, auch wenn diese nur auf Bewährung ausgesetzt ist, kritisieren aber das lediglich über drei Jahre verhängte Tierhalteverbot.

Die Misshandlungen waren keine Einzelfälle und gehörten zur Routine von Rudolf R. Es ist inakzeptabel, dass er nach drei Jahren wieder Pferde und andere Tiere halten darf“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der Pferdehof, auf dem die Misshandlungen stattfanden, gehört offenbar einem Familienmitglied. Die Behörden müssen dafür sorgen, dass dieser kaltblütige Tierquäler nie mehr in die Nähe von Pferden oder anderen Tieren gelangt. Auch die Waffenbesitzkarte für die Jagdausübung darf er niemals zurückbekommen.“

Peter Höffken, PETA Deutschland

Originalartikel vom 7. Februar

Anfang Februar 2023 wurden schockierende Videoaufnahmen von einem Reiterhof in Oelde veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie der Pferdezüchter Rudolf R. mehrere Pferde verprügelt. [1] Der ehemalige Turnierreiter schlägt und sticht mit einer Schaufel und Mistgabel mehrfach auf die angebundenen und damit völlig hilflosen Tiere ein. Wir von PETA Deutschland haben Anzeige gegen den Tierquäler erstattet.

Heftige Schläge auf Kopf, Rücken und Bauch

Die Aufnahmen zeigen, wie Rudolf R. in seinem Stall in Oelde einem kurz angebundenen Pferd immer wieder mit einer Schaufel auf den Kopf, den Rücken und in den Bauch schlägt. In einer Szene ist zu sehen, wie er ein Pferd mit einer Mistgabel misshandelt.

Das heimlich aufgenommene Bildmaterial stammt laut Medienberichten von einer Reitlehrerin des Hofes, die Verhaltensauffälligkeiten bei den Pferden beobachtete und ihrem Verdacht nachgehen wollte. [2]

Veterinäramt beschlagnahmt sofort alle Pferde

Nachdem die Reitlehrerin das Veterinäramt über den Fall informierte, wurden sofort alle 15 Pferde von Rudolf R. sowie mehrere Jagdwaffen des Hobbyjägers beschlagnahmt. Es wurde zudem Strafanzeige gegen den Tierquäler erstattet.

Auch wir von PETA Deutschland haben den Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft Münster angezeigt und fordern von den Behörden auch eine Aufklärung darüber, ob die grausamen Misshandlungen einen Teil der „Ausbildung“ der Pferde für den Turniersport darstellten.

„Es ist erschreckend, mit welcher Kaltblütigkeit Rudolf R. die Pferde quält. Wir erwarten von den Strafverfolgungsbehörden eine lückenlose Aufklärung und harte Strafen. Da der Pferdehof offenbar einem Familienmitglied gehört, müssen die Behörden dafür Sorge tragen, dass der Tierquäler dort nie mehr in die Nähe von Pferden oder anderen Tieren gelangt. Auch die Waffenbesitzkarte für die Jagdausübung darf er niemals zurückbekommen.“

Peter Höffken, PETA Deutschland

Tierquäler Rudolf R. war schon früher auffällig

Rudolf R. hat bis vor etwa zehn Jahren an zahlreichen Dressurprüfungen teilgenommen und war auch im Vielseitigkeitsreiten aktiv. Da er schon zu damaligen Zeiten von Sportverbänden für seinen missbräuchlichen Umgang mit Pferden gerügt und offenbar auch mit einer zeitweiligen Turniersperre belegt wurde, liegt der Verdacht nahe, dass er Tiere in seiner Obhut seit geraumer Zeit misshandelte.

Auch berichtete die Reitlehrerin, dass sie bereits in der Vergangenheit vor dem Hof in Oelde gewarnt wurde. [2] Sie meldete auch schon mehrfach verletzte und durstende Pferde an das Veterinäramt, welches jedoch wegen fehlender Beweise nicht tätig wurde.

„Dass Rudolf R. Hobbyjäger und früher Vielseitigkeits- und Dressurreiter war, passt ins Bild – bei diesen Freizeitbeschäftigungen ist kein Platz für Mitgefühl mit Tieren.“

Peter Höffken, PETA Deutschland

Tierschutzwidrige „Hobbys“: Pferdesport und Jagd

Sowohl die Hobbyjagd als auch der Turniersport sind mit dem Tierschutz nicht zu vereinbaren. Viele Menschen, die in ihrer Freizeit Tier töten oder Pferde als Sportgeräte missbrauchen, haben nur wenig Empathie für andere Lebewesen und stumpfen immer mehr ab. Sowohl bei der Jagd als auch im Pferdesport kommt es immer wieder zu massiven Tierquälereien und schweren Misshandlungen von Tieren. Es wird Zeit, dass Tiere nicht mehr zur eigenen Unterhaltung gequält und getötet, sondern mit Respekt und Achtung behandelt werden.

Was Sie gegen Tierquälerei tun können

Wenn Sie selbst Tierquälerei mitbekommen, werden Sie aktiv und helfen Sie den Tieren! Machen Sie Aufnahmen von den Vorfällen und melden Sie sich umgehen beim zuständigen Veterinäramt oder bei uns. Gemeinsam können wir Tiere vor weiteren Misshandlungen schützen.