Speziesismus-Kampagne: Influencer:innen unterstützen PETA

Speziesismus ist die grundlegend falsche Annahme, der Mensch sei nicht-menschlichen Tieren überlegen und hätte daher das Recht, sie nach ihrem „Nutzen“ für sich einzuteilen. Dabei sprechen wir fühlenden Lebewesen ihre Bedürfnisse ab, weil uns unser Wohl wichtiger ist. Gemeinsam mit zwölf Influencer:innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen möchten wir von PETA Deutschland auf die systematische Ausbeutung und das damit verbundene milliardenfache Tierleid aufmerksam machen.

Speziesismus beenden – zwölf prominente Tierrechtler:innen unterstützen PETA-Kampagne

Damit die Gesellschaft Speziesismus als Problem anerkennt, muss die Thematik zunächst erstmal in die gesellschaftliche Diskussion rücken. Bei unserer Kampagne unterstützen uns Aljosha Muttardi, Anne Menden, Chris Washington, Jasmin Heider, Julian Zietlow, Maria Clara Groppler, Marie von den Benken, Dr. Mark Benecke, Niko Rittenau, Theo Carow, Tim Bengel und Victoria Müller, die sich mit ihrer Reichweite in den sozialen Medien für Tiere und ihre Rechte einsetzen.

Anne Menden fasst das grundlegende Problem so zusammen: „Tiere fühlen genauso Schmerz und Emotionen wie wir Menschen. Wenn wir ein Tier schlecht behandeln, dann leidet es – wir haben nicht das Recht dazu, das zu machen.“

Was bedeutet Speziesismus für die Influencer:innen?

Speziesismus ist die Diskriminierung und systematische Ausbeutung von Tieren. „Speziesismus ist für mich in einer Kategorie – wenn auch nicht gleichzusetzen – mit Rassismus, Sexismus und allem, was dazu gehört – nur in Bezug auf Tiere. Es geht darum, dass man das eine Sklave sein lässt und das andere als ‚Haustier‘ auf dem Schoß hat – und das ist skurril,“ meint Julian Zietlow.

Speziesismus Testimonial Banner
Speziesismus Testimonial Banner

Victoria Müller fasst das so zusammen: „Wir als Mensch definieren, welche Spezies schützenswert, liebenswert, lebenswert ist – und das ist eine rein willkürliche Zuordnung. Man nennt es ‚being a creator‘, wir begeben uns in eine gottähnliche Position, wo wir von oben auf die Welt herabschauen.“ Victoria weist darauf hin, dass auch wir Menschen Tiere sind – auch wenn das viele Menschen nicht wissen. Wir denken fälschlicherweise, dass wir anderen Lebewesen moralisch überlegen sind: „Wir sind in der Lage, unser Handeln zu reflektieren. Dennoch ist es so, dass viele Menschen von der Fähigkeit, moralisch zu handeln, nicht Gebrauch machen. Es ist unlogisch, zu sagen ‚Wir sind besser als andere Tiere, weil die nur instinktiv handeln‘. Auf der anderen Seite verhalten wir uns aber nicht besser, sondern beuten sie bewusst systematisch aus.“ Für Dr. Mark Benecke steht fest: „Menschen sind nicht anders als andere Lebewesen.“

Um die Ausbeutung von Tieren und das damit verbundene Leid moralisch zu rechtfertigen, sprechen wir vielen Tieren ihren Status als fühlende Lebewesen ab:

„Die Tatsache, dass wir ein Lebewesen auf die Welt bringen mit dem einzigen Zweck, es zu töten, um fünf Minuten Genuss zu haben, den wir auch komplett anderweitig bekommen können, ist für mich absolut absurd. Und was machen wir, um das zu rechtfertigen? Wir knallen die Vorsilbe ‚Nutz‘ vor das Wort ‚Tier‘ – und dann ist es irgendwie OK. Das ist für mich Speziesismus.“

Aljosha Muttardi

Niko Rittenau liefert ein ganz einfaches Beispiel für Speziesismus: „Speziesismus ist, wenn du deinen Hund streichelst, während du ein Schwein isst.“ Niko führt das Problem weiter aus: „Das eine ist ein Lebewesen, das Leid vermeiden möchte und schmerzempfindlich ist. Das andere war ein Lebewesen, das leidempfindlich ist und Schmerz vermeiden möchte.“

Speziesismus betrifft jedoch nicht nur unsere Ernährungsweise, sondern geht weit darüber hinaus:

Oft klassifizieren wir Tiere und sagen zum Beispiel, Hunde und Katzen sind ‚Haustiere‘, die man lieben kann und die Liebe zurückgeben. Dann gibt es gleichzeitig andere Tiere, wie zum Beispiel Elefanten, und die packt man in den Zoo oder Zirkus und die dienen zur Unterhaltung. Leute essen Schweine, Leute essen Hühner, aber am Ende des Tages sind die alle gleich. Tiere atmen, Tiere lieben, Tiere haben ein Gehirn, ein Herz, haben eine Lunge. Wir Menschen haben uns irgendwann dazu entschieden, sie zu ‚nutzen‘, damit sie uns etwas geben. Aber es sind nicht wirklich ‚Nutztiere‘ – wir haben dieses Wort erschaffen.“

Chris Washington

Was kann man gegen Speziesismus tun?

Speziesistisches Denken ist ein über Jahrhunderte hinweg entstandenes gesellschaftliches Problem, das sich tief in unserem Denken, Handeln und Sprechen verankert hat. In der heutigen Zeit sind wir nicht auf tierische Produkte angewiesen, um zu überleben. „Wir wachsen in dem Glauben auf, dass tierische Produkte notwendig sind. Tierische Produkte haben kein Monopol auf irgendeinen für uns überlebenswichtigen Nährstoff“, erklärt Niko.

Bewusstsein schaffen und der Speziesismus-Kritik eine Plattform bieten

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere in den verschiedenen Industrien wegen uns Menschen leiden. Chris erzählt, dass er sich lange keine Gedanken darüber gemacht hat, wie es den Tieren in der Ernährungsindustrie geht: „Eigentlich war ich schon immer eine tierliebe Person, und hätte ich das von Anfang an gewusst, wie Tiere behandelt werden, und was man da eigentlich tut, dass man Tiere isst, die man eigentlich liebt, dann hätte ich das wahrscheinlich auch nie getan – aber mir war es überhaupt nicht bewusst.“ Tim Bengel ist der Meinung, dass wir auf das Wohl aller fühlenden Lebewesen achten müssen: „Ich finde, wir sollten alle Spezies nur danach beurteilen, ob sie Leid empfinden und fühlen können.“

  • Dem Problem einen Namen geben: Damit Speziesismus überhaupt als Problem anerkannt wird, muss der Speziesismus-Begriff zunächst in der Gesellschaft ankommen: „Ich denke, es ist unheimlich wichtig, dass der Begriff Speziesismus publik wird, damit der Mensch einen Schritt nach vorne geht“, findet Julian.

„Ich finde es wichtig, dass der Begriff Speziesismus jetzt bekannter gemacht wird. Denn nur wenn Missstände einen Begriff bekommen, kann man auch was dagegen tun.“

Marie von den Benken
  • Speziesismus sichtbar machen: Heute können über Social Media große Reichweiten erzielt werden. Wenn die Diskriminierung und Ausbeutung von Tieren in den sozialen Medien thematisiert werden, haben Millionen Menschen Zugang zu den Informationen.

„Ich glaube, das Thema Speziesismus wird zwangsläufig immer präsenter werden. Das liegt vor allem daran, dass wir soziale Medien haben. Die helfen uns gerade enorm, Bewusstsein für das Thema zu schaffen, mehr Sichtbarkeit für das Thema zu schaffen.“

Aljosha Muttardi

Aktiv werden – Reichweite nutzen, Menschen inspirieren und handeln

Wer sich gegen Speziesismus engagieren möchte, kann sein Umfeld über das Thema aufklären und auf ganz unterschiedliche Weisen aktiv werden:

„Ich würde gerne in einer Welt ohne Diskriminierung leben – und dazu zählen nun mal auch Tiere. Meiner Meinung nach wird sich noch sehr viel tun in den nächsten zehn Jahren bezogen auf Speziesismus, auf Tierrechte, auf Veganismus. Weil wir sowas wie Social Media-Plattformen haben, wo Leute aktiv etwas gegen diese Ungerechtigkeit tun können.“

Chris Washington

Aljosha ist der Meinung, dass Aktivismus heute viele Formen haben kann: „Wir sollten uns ein bisschen davon lösen, dass Aktivismus eine bestimmte Form zu sein hat und stattdessen einfach was machen. Geht auf die Straße, macht ein Cube of Truth, kocht für eure Freunde und Freundinnen – es kann alles sein. Wichtig ist, seine Stimme in irgendeiner Form zu nutzen.“ Auch Jasmin Heider findet, dass Engagement gegen Speziesismus auf viele verschiedene Arten möglich ist: „Man kann richtig für Tierrechte kämpfen, aktiv auf der Straße oder sich im Internet für Tierrechte einsetzen, um speziesistische Denkweisen aus der Gesellschaft herauszubekommen.“ Sie nutzt Instagram zum Beispiel, um Menschen zu inspirieren, mit veganer Ernährung anzufangen. Auch Theo Carow nutzt seine Reichweite in den sozialen Medien: „Es ist meine Aufgabe, die Informationen zu teilen, was Vegansein ist, wie es funktioniert und dass es so schrecklich einfach ist, sich vegan zu ernähren.“

„Wenn man etwas gegen Speziesismus tun möchte, dann geht das mit einem sehr einfachen Schritt: Einfach mal etwas Veganes kochen. Mit unserem Konsum fängt es an, so kann jeder was tun.“

Chris Washington

So können Sie helfen, Speziesismus zu beenden

In der Ernährungsindustrie werden zahlenmäßig die meisten Tiere ausgebeutet. Wenn Sie dazu beitragen möchten, die systematische Unterdrückung und Ausbeutung von Tieren zu beenden, sollten Sie sich für eine vegane Ernährungsweise entscheiden. Eine pflanzliche Ernährung ist lecker, gesund, gut für die Umwelt und trägt dazu bei, das Leid in der industriellen Tierhaltung zu beenden.

Unser Veganstart-Programm versorgt Sie 30 Tage lang kostenlos und unverbindlich mit hilfreichen Tipps und leckeren Rezepten – so fällt der Einstieg in die vegane Lebensweise ganz leicht.

Klären Sie Ihr Umfeld über Speziesismus auf und zeigen Sie, wie einfach eine respektvolle, tierfreundliche Lebensweise ist.