TIERVERSUCHE IN EUROPA BEENDEN. JETZT UNTERSCHREIBEN!

Petitionsübergabe: Niederländische Regierung muss Tierversuche stoppen

Update vom 10. Mai 2022

Vielen Dank, dass Sie sich den mehr als 68.000 Unterstützer:innen der internationalen PETA-Organisationen angeschlossen und die Petition gegen Tierversuche in den Niederlanden unterzeichnet haben.

Am 21. April hat die Schauspielerein Miryanna van Reeden vor einer parlamentarischen Debatte über Tierversuche eine PETA-Petition an Regierungsverteter:innen überreicht. 68.587 Personen unterzeichneten die Forderung an die niederländische Regierung, ihr Versprechen von 2016 zu erfüllen, Tierversuche auslaufen zu lassen und bis 2025 weltweit führend in tierversuchsfreien Methoden zu werden.

Zusammen mit einer Affenattrappe, welche stellvertretend für Hunderttausende von Tieren steht, die jährlich in niederländischen Laboren leiden, forderten van Reeden und PETA-Vertreter Henk Staghouwer den niederländischen Minister für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität auf, einen Plan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen zu entwickeln. 

Banner. Buergerinitiative gegen Tierversuche

Originaltext vom 31. März 2021

Niederlande brechen Versprechen: Kein Fortschritt beim Ausstieg aus Tierversuchen

Die niederländische Regierung nahm sich vor, ihr Land zum weltweiten Anführer für tierfreie Innovation zu machen. Doch aktuell scheitert sie in diesem Vorhaben, was hunderttausende Tiere das Leben kostet. Wir erklären Ihnen, worum es genau geht und was Sie auch von Deutschland aus tun können, um den Tieren auf der ganzen Welt zu helfen.

Was war das Ziel der Niederlande?

Welch großartige Nachricht, als der damalige Wirtschaftsminister Martijn van Dam im Jahr 2016 verkündete, er wolle Tierversuche auslaufen lassen. Sein Ziel war es, die Niederlande bis 2025 zum leuchtenden Beispiel für Innovation ohne den Einsatz von „Labortieren“ zu machen. Als Führer sollte das Land der Welt zeigen, dass es möglich ist, Tierversuche in bestimmten Nutzungsfeldern innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums auslaufen zu lassen. Die Öffentlichkeit sollte Zeuge davon werden, wie sich verschwenderische, unethische und archaische Experimente durch moderne, humanrelevante Wissenschaft und Medizin ersetzen lassen.

Poster Maus im Tierversuch

Wie sollte dieses Ziel erreicht werden?

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, erstellte das niederländische Nationalkomitee zum Schutz von zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzten Tieren (NCad) einen Bericht. Darin war zu lesen, im Bereich der behördlich verlangten Sicherheitstests könnten Tierversuche bis zum Jahr 2025 auslaufen. Was die Grundlagenforschung anbelangt, variierte der zeitliche Rahmen je nach Forschungsgebiet, und als Voraussetzung für die Umstellung wurden Prüfungen und strategische Pläne für jedes Gebiet gefordert. Für die angewandte und translationale Forschung betonte NCad, die Abkehr von Tierversuchen könne beschleunigt werden.

Um das niederländische Ziel zu erreichen, wurde im Juni 2018 ein „Übergangsprogramm für Innovation“ (TPI) auf den Weg gebracht. Es untersteht dem Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität und setzt sich zusammen aus Vertretern der Regierung, des akademischen Bereichs, der Industrie und Fördermittelvergabestellen sowie einer NGO.

Sind die Tierversuchszahlen zurückgegangen?

Seit Ausrufung des Ziels im Jahr 2016 stagniert die Reduzierung der Tierversuchszahlen. 2017 gingen die Zahlen sogar nach oben! Das Versprechen wurde also gebrochen.

Katze im Tierversuch
Maus im Tierversuch mit Verletzungen
Affe im Kaefig im Versuchslabor
Meerschweinchen im Tierversuch mit rasiertem Fell

Das Ziel hat sich verändert

Leider ging mit dem Start des TPI auch eine Änderung der Zielsetzung einher. Mittlerweile heißt es, die Niederlande sollen zum „Wegbereiter“ – nicht mehr „Anführer“ – für tierfreie Innovation werden. Davon, dass Tierversuche bis 2025 oder bis zu einem anderen konkreten Datum beendet werden sollen, ist nicht mehr die Rede.

Das TPI möchte sich nun nur noch auf die Entwicklung tierfreier Methoden konzentrieren und nicht darauf hinwirken, dass weniger Tierversuche durchgeführt werden. Einen Zeitplan für den Umstieg gibt es nicht. Auffällig ist, dass die Anzahl der durchgeführten Tierversuche auch nicht als Maßstab zur Beurteilung des Erfolgs des Programms gesehen wird.

Die Experimente gehen also weiter und das bedeutet, dass Tiere unsagbar leiden, Steuergelder verschwendet werden und kranke Menschen verzweifelt auf Heilmethoden warten müssen.

Was spricht gegen Tierversuche?

Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren. Sie empfinden genau wie wir Schmerz und Angst. Ihr starker natürlicher Instinkt sagt ihnen, dass sie frei sein wollen und ihr Leben schützen müssen – genau wie das bei uns der Fall ist. Tiere möchten nicht in kleine Laborkäfige gesperrt werden.

Jedes Jahr werden in Europa über  9 Millionen Tiere  zu Versuchen oder anderen wissenschaftlichen Prozeduren missbraucht. Völlig legal vergiftet man sie, verweigert ihnen Nahrung, Wasser oder Schlaf, setzt sie starkem psychologischem Druck aus, infiziert sie mit Krankheiten, verursacht Hirnschäden, ruft Lähmungen hervor, löst Haut- oder Augenirritationen aus, verbrennt, vergast oder zwangsernährt sie, gibt ihnen Elektroschocks und tötet sie.

Banner. Buergerinitiative gegen Tierversuche

Tierversuche verzögern den wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt

Nicht einmal 10 Prozent aller grundlegenden biomedizinischen Entdeckungen, die anfangs vielversprechend erscheinen und in den meisten Fällen Tierversuche beinhalten, schaffen innerhalb von 20 Jahren den Schritt in die routinemäßige klinische Nutzung. Noch drastischer sind die Zahlen bei Medikamenten: Über 95 Prozent aller unter Nutzung von Tierversuchen neu entwickelten Medikamente erweisen sich als untauglich für den Menschen. [1] Hier nur einige Beispiele:

  • Alzheimer: 99,6 Prozent Durchfallquote [2]
  • Krebs: 96,6 Prozent Durchfallquote [3]
  • HIV-/AIDS-Impfstoff: 100 Prozent Durchfallquote [4, 5]
  • Schlaganfall: 100 Prozent Durchfallquote (basierend auf 1.000 neuen, an Tieren getesteten Wirkstoffen, die 100 klinische Studien durchliefen) [6]

Es liegt klar auf der Hand: Wir müssen – zum Wohle von Mensch und Tier – abrücken von der Forschung mit Tieren, die offenbar viel zu häufig versagt.

Helfen Sie, Tierversuche zu beenden

  • Kaufen Sie nur tierversuchsfreie Produkte. Unserer Liste tierversuchsfreier Kosmetik bietet Ihnen einen Überblick.
  • Unterschreiben Sie die Europäische Bürgerinitiative für eine tierversuchsfreie EU. Helfen Sie uns, tierfreie Methoden zu fördern und Tierversuche schließlich endgültig zu verbieten.
  • Quellen

    [1] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS). About NCATS. https://ncats.nih.gov/about. Aktualisiert: 12.02.2021. Aufgerufen: 20.03.2021.

    [2] Pistollato F, Ohayon EL, Lam A, et al. Alzheimer disease research in the 21st century: Past and current failures, new perspectives and funding opportunities. Oncotarget. 2016;7(26):38999-39016.

    [3] Wong CH, Siah KW, Lo AW. Estimation of clinical trial success rates and related parameters. Biostatistics. 2018;kxx069

    [4] Bailey J. An assessment of the role of chimpanzees in AIDS vaccine research. Altern Lab Anim. 2008;36(4):381-428.

    [5] Sheets RL, Zhou T, Knezevic I. Review of efficacy trials of HIV-1/AIDS vaccines and regulatory lessons learned: A review from a regulatory perspective. Biologicals. 2016;44(2):73-89.

    [6] Roth S, Liesz A. Stroke research at the crossroads – where are we heading? Swiss Med Wkly. 2016;146:w14329.