DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

UN-Ausschuss: Auswirkungen getöteter Tiere auf Kinder

Die Verbindung zwischen Kinderrechten und Tierrechten: Lässt sich so die Welt verändern?

In Sachen Tierschutz könnte uns ein historischer Wandel bevorstehen.

Gastbeitrag in Kooperation mit PETA Deutschland | Gewaltvolle Traditionen und Praktiken, die den Missbrauch und die Tötung von Tieren umfassen, stehen seit vielen Jahren in der Kritik. Doch diese grausamen Praktiken zu ändern, hat sich als äußerst schwierig erwiesen.

Im Mai 2021 veröffentlichte die wichtigste Einrichtung in Sachen Kinderschutz der Welt, der UN-Ausschuss für Kinderrechte, eine Empfehlung an die tunesische Regierung. Es ging darin um die Auswirkungen, die das Erschießen heimatlose Tiere auf ein Kind haben kann. Der Ausschuss forderte in dem Dokument die „Eliminierung gesellschaftlicher Gewalt an Tieren“. Es folgte eine Universitätsstudie, die zeigte, dass sich das Empathievermögen bei Kindern, die Gewalt an Tieren miterleben, teils rückbildet und die Kinder Gewalt mit der Zeit gar als normal ansehen können.

Die Verbindung zwischen diesen beiden Thematiken wird bereits seit über 40 Jahren untersucht – allerdings fast ausschließlich in den USA. Nun widmen sich die Vereinten Nationen der Verbindung auch in Ländern, in denen Tiermissbrauch ein noch viel größeres Thema ist. Der Ausschuss hat für jedes Land Empfehlungen dazu ausgegeben, wie Kinder, die entweder an Stierkämpfen teilnahmen oder diese besuchten, vor den schädlichen Auswirkungen solcher Gewaltbeiwohnung geschützt werden können.

heimatloser abgemagerter hund

Fassen wir einmal zusammen: Die in diesem Bereich einflussreichste Institution der Welt fordert, Kinder keinen Tiermissbrauch erleben zu lassen. Das bedeutet, dass Tiere geschützt werden müssen, wenn wir Kinder schützen wollen.

Der Ausschuss ist grundsätzlich um Kinder besorgt, die Gewalt gegen Tiere mitansehen müssen – und zwar unterschiedliche Tierarten betreffend. Es kommt also nicht auf eine bestimmte Tierart an, sondern auf die Taten als solche. Die Forschung hat immer wieder gezeigt, dass Kinder Mitgefühl mit allen Arten von Tieren besitzen. Das wiederum heißt, dass man Kindern schaden kann, indem man sie mitansehen lässt, wie einem Lebewesen – egal welchem – Gewalt zugefügt wird.

Wo lassen sich diese UN-Empfehlungen nun umsetzen? Zum einen in Ländern, in denen die Regierung Populationen obdachloser Tiere durch deren Tötung zu bekämpfen versucht. Oder überall dort, wo man Kinder mit zu Tieropferfesten nimmt, wie auf das Gadhimai-Fest in Nepal. Bei solchen Veranstaltungen werden Tiere direkt vor den Augen von Kindern geschlachtet. Oder auf den Faröer Inseln, wo Delfine und Wale massenhaft in aller Öffentlichkeit abgeschlachtet werden – alles im Namen der Tradition.  

Jegliche Form des gewaltsamen Tiermissbrauchs kann einem Kind, das diesem beiwohnt, schaden. Kinder lernen solche Gewalt als normal einzustufen, sie tragen sie mit in ihr Leben als Erwachsene und üben mitunter sogar selbst Gewalt an anderen Menschen aus. Schaut man sich die Biografie von Serienmördern an, stößt man fast unweigerlich auf Tiermissbrauch. Der Täter, der kürzlich an einer Schule im texanischen Uvalde um sich schoss, quälte Tiere, bevor er 19 Schulkinder ins Visier nahm.

Doch die großen internationalen Organisationen wie die UN reagieren nur langsam. Genauso verhält es sich mit dem UN-Kinderrechtsausschuss. Der Ausschuss soll Empfehlungen an bestimmte Länder ausgeben, obwohl die Thematik doch die ganze Welt betrifft. Jedes Land der Welt – bis auf die USA – hat die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Ein bestimmtes Land bezüglich der Auswirkungen von Gewalt auf Kinder zu mahnen, wo doch Kinder auf der ganzen Welt die gleiche Gewalt zu sehen bekommen ist, als würde man Gewehrkugeln in einem Land für gefährlich erklären, im anderen nicht. Tiermissbrauch findet in den unterschiedlichsten Formen statt, in verschiedenen Gesellschaften und Kulturen. Doch er hat eines gemein: seine Wirkung auf Kinder.

Diese Erkenntnis kann die Zukunft verändern!

Die Erkenntnis, dass wir Kinder schützen, indem wir Tiere schützen, ist bahnbrechend. Beinahe alle Länder der Erde akzeptieren die Rechte von Kindern. Wenn sich dieser Gedanke nun verbreitet, kann sich tatsächlich etwas ändern. Denn es wird uns die Chance geben, immer wieder auf die Tatsache hinzuweisen, dass eine UN-Konvention täglich aufs Neue verletzt wird. Und das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Die European Link Coalition, PETA Deutschland und andere Organisationen arbeiten eng zusammen, um diese einmalige Gelegenheit zu nutzen.

Text verfasst von: Malcolm Plant BSc, BA (Hons), MSc, Dip Psych. MBPsS, CEO der European Link Coalition, in Kooperation mit PETA Deutschland

Weitere Informationen

Videos

Das Video erläutert, wie Tiermissbrauch Gewalt für Kinder normalisieren kann.

Weckt Interesse, informiert und lädt zur Teilhabe ein (in verschiedenen Sprachen verfügbar)

Präsentationen

Protecting Children From Effects of Societal Violence Against Animals

Website

European Link Coalition

Umfangreiche Details, u. a. über den Zusammenhang zwischen der UN-Konvention und der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, der sich alle UN-Mitgliedstaaten angeschlossen haben.