Update vom 11. März 2026
Erfolg: „Jagdhunde“-Züchterin nach PETA-Strafanzeige verurteilt
Im Oktober 2022 erhielten wir von PETA Deutschland ein Video, das dokumentiert, wie eine Züchterin von „Jagdhunden“ aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark fünf Welpen eine lebende Wachtel zum Töten vorsetzt. Daraufhin haben wir im selben Monat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam gegen die Verantwortliche gestellt. Mit Erfolg: Im März 2026 hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Person wegen des Verstoßes gegen § 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes mittels Strafbefehls rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen verurteilt worden ist.
Wir freuen uns über die erfolgreiche Strafanzeige, haben uns aber zusätzlich an das Kreisveterinäramt in Brandenburg an der Havel gewandt und ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot sowie den Entzug von Zucht- und etwaigen Jagdgenehmigungen für die Täterin gefordert. Nur so lässt sich sicherstellen, dass künftig keine weiteren Tiere durch die Täterin gefährdet werden.
„50 Tagessätze für solch eine Grausamkeit werden diese Person kaum davon abhalten, erneut einem Tier Leid zuzufügen. Das Video ist zwar schockierend, aber leider nicht überraschend – bei der Ausbildung von ‚Jagdhunden‘ ist Tierquälerei an der Tagesordnung. An die Öffentlichkeit geraten diese Vergehen aber nur selten. Leider scheint die Frau unbehelligt weiterhin Hunde für die Jagd zu züchten. Das Veterinäramt muss dieser Person endlich Einhalt gebieten.“
Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland
Originaltext
Im Oktober 2022 erreichte uns bei PETA Deutschland ein grausiges Video: Die Aufnahmen zeigen eine Frau, die eine lebende Wachtel mehreren Hundewelpen in einem Zwinger zuwirft. Der hilflose Vogel wird von den Welpen zerrissen. Wir haben Strafanzeige gegen die Täterin erstattet.
Tierquälerisches „Training“ für die Jagd: Hilflose Wachtel von Hunden zerrissen
Während die Frau die völlig wehrlose Wachtel den Hunden zuwirft, kommentiert sie:
„Heute haben wir hier ein paar mörderische Absichten.“
Nach anfänglicher Verunsicherung reißen und rupfen die Welpen über längere Zeit an dem Vogel, der unter großen Schmerzen leiden muss.
Bei der Frau handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Züchterin für sogenannte Jagdhunde. Die Weimaraner sollen darauf trainiert werden, lebende Tiere zu attackieren. Den Hunden lebendige Tiere vorzuwerfen, scheint für sie Standard zu sein, da die Frau in dem Video angibt, den Welpen bereits früher eine lebendige Wachtel gegeben zu haben.
PETA erstattet Anzeige
Wir haben Ende Oktober 2022 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam gegen die Frau erstattet und das entsprechende Video, welches vom Juli 2021 stammen soll, als Beweismittel übermittelt. Nach dem Tierschutzgesetz ist es nicht erlaubt, ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe „abzurichten“. Auch lebende Tiere anderen Tieren als Nahrung zu geben, ist verboten.
Wir fordern von den Behörden die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens, darüber hinaus ein Zucht- und Tierhalteverbot für die Frau und letztlich einen Entzug des Jagdscheins, da an ihrer Zuverlässigkeit starke Zweifel bestehen.
„Das grausame Video überrascht uns leider keineswegs, denn furchtbare Tierquälereien sind bei der Ausbildung von Hunden für die Jagd an der Tagesordnung. Nur selten geraten diese Vergehen ans Licht der Öffentlichkeit. Wir fordern ein Ende der Hobbyjagd und des Missbrauchs von Hunden für die Jagd. Ein Skandal ist auch, dass Hunde teils legal an lebenden Enten und Füchsen ausgebildet werden dürfen und die Wildtiere dabei Todesängste erleiden.“
Peter Höffken, PETA Deutschland
„Training“ an lebenden Tieren in der Jagdhundeausbildung
Bei der „Ausbildung“ der sogenannten Jagdhunde werden nicht nur die Hunde mit Gewalt gequält, auch andere Tiere werden missbraucht. So werden lebenden Enten die Flügel gestutzt oder verklebt, sodass diese nicht wegfliegen können und in einem Gewässer ausgesetzt, wo die Hunde sie suchen müssen. [1] Für das Training für die Baujagd werden Füchse in den Tunneln von Schliefenanlagen eingesperrt und Hunde auf sie gehetzt. Die Füchse leiden dabei unter großer Panik und können nicht entkommen.
Bei der Jagdhunde-Ausbildung werden die Tiere noch oft durch Elektroreizgeräte, Stachelhalsbänder, Tritte, Schläge und Kniffe ins Ohr zum Gehorsam gezwungen. [2] Auch die Einsätze sind eine Quälerei für die Hunde, da sie oft gefährlichen Situationen ausgesetzt werden und es häufig zu Kämpfen mit den verängstigten Wildtieren kommt, die versuchen, sich zu wehren. Immer wieder werden Hunde so bei der Jagd verletzt.
Wie Sie „Jagdhunden“ helfen können
Helfen Sie uns, die Hobbyjagd zu verbieten und das Leid der sogenannten Jagdhunde zu beenden. Hunde gehören in ein liebevolles Zuhause, in dem sie mit positiver Bestärkung anstatt mit Gewalt und Zwang erzogen werden. Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition für ein Ende der Hobbyjagd!
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Quellen
[1] Stuttgarter Zeitung: Mit fixierten Flügeln in den Tod, https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.entenjagd-in-nuertingen-mit-fixierten-fluegeln-in-den-tod.45fdce67-3589-4475-88a5-2aafe3b7372a.html (eingesehen am 02.11.2022)
[2] Quarks & Co.: Stachel-Halsbänder und Tritte auf die Pfoten: Bei der Ausbildung von Jagdhunden arbeiten einige Jäger noch immer mit Zwang und Schmerz, https://www.facebook.com/watch/?v=10156089192535564 (eingesehen am 02.11.2022)